Landeskirchliches KonfiCamp

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ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 29.07.2010
Letzte größere Änderung: 15.08.2010
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Konfirmandenarbeit
Gemeinden/Institutionen
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland in Magdeburg
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: 8 Tage
Durchführung: 8 Tage
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3 Stimmen
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EKM KonfiCamp 2007 (Pilotprojekt)

Kurzbeschreibung

Seit 2007 wird in der EKM das EKD-weit erste landeskirchliche KonfiCamp durchgeführt.

Situation / Kontext

Auf dem Hintergrund stetig sinkender Konfirmandenzahlen bietet sich in dem konfessionslosen Umfeld Ostdeutschlands das überregionale achttägige KonfiCamp als Organisationsmodell an.

Ziele

Für die Kirche:

  • Eingehen auf die veränderten Rahmenbedingungen, Erprobung einer überregionalen Organisationsform von KA, Vernetzung von Gemeinden aus beiden Teilkirchengebieten, Stärkung übergemeindlicher Zusammenarbeit, Aufwertung des Ehrenamts durch Beteiligung jugendlicher Teamer.

Für die Konfis:

  • Erfahren von Größe ("Wir sind viele"), Begeisterung, Gemeinschaft; Kennenlernen eines erweiterten Bildes von Kirche in einem konfessionslosen Umfeld ("Kirche macht Spaß, ist jung und lebendig"); Erleben eines erinnerungswürdigen Höhepunkts in der Konfirmandenzeit.

Für die Mitarbeitenden:

  • Stärkung der Motivation von Ehrenamtlichen zur Mitarbeit in der Jugendarbeit, Fördern von Teamfähigkeit, Übernahme attraktiver Verantwortung.

Für die beteiligten Gemeinden:

  • Entlastung durch das Serviceangebot der EKM, ggf. Kürzen der Konfiurmandenzeit durch Anrechnung des Camps, Förderung der Konfirmanden- und Jugendarbeit in der Region.

Für alle Beteiligten:

  • Anstoßen nachhaltiger Lernprozesse, Ermöglichen spiritueller Erfahrungen.

Reflexion / Hintergrund

In der Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bleibt die Konfirmation nach der Wende eine Minderheitskasualie. Nicht nur die ungebrochene Popularität der Jugendweihe, sondern auch und vor allem die demografische Entwicklung in den östlichen Bundesländern sind dafür verantwortlich, dass die Konfirmandenzahlen stetig sinken. Die Vereinzelung von Jugendlichen ist am spürbarsten in den ländlichen Gebieten, wo schon jetzt vielerorts keine Konfirmandengruppen mehr zustande kommen.

Die Bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit (Ilg/Schweitzer/Elsenbast, Konfirmandenarbeit in Deutschland, Gütersloh 2009) belegt, dass KonfiCamps besonders günstige Voraussetzungen für die Konfirmandenarbeit (KA) schaffen. Das Camp ist die beliebteste KA-Organisationsform: Jugendliche unterschiedlicher Gemeinden leben und lernen gemeinsam an einem dritten Ort.

So entstand die Idee der Ausschreibung eines EKM-weiten KonfiCamps für Gemeinden, Regionen und Kirchenkreise, die ihren Konfis keine eigenen Camp-Angebote machen können. 

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

---

Vorbereitung

Das PTI der EKM wurde beauftragt, die pädagogisch-theologische Konzeption für das Camp zu entwickeln und entschied sich für einen handlungsorientierten Ansatz, der Jugendliche zur kritischen Auseinandersetzung mit Glaubensinhalten und zur eigenständigen theologischen Positionierung anregt.  

In einer sechköpfigen Vorbereitungsgruppe folgte eine intensive, mit einer Reihe von Schwierigkeiten verbundenen Planungsphase mit 5 ganztägigen Treffen. Dazu kam ein Vorbereitungswochenende mit den ehrenamtlichen Teamern auf dem Campgelände.

Durchführung

Das Pilotprojekt fand mit 50 Konfis, 6 Hauptamtlichen und 8 ehrenamtlichen Teamern in den Sommerferien am Seesport- und Erlebnispäd. Zentrum Kloster (www.sez-kloster.de) an der Bleilochtalsperre (Thüringen) statt.

Bewährt hat sich ein schneller Rhythmus von thematischen, sportlichen. unterhaltenden und spirituellen Angeboten. Neben den Mahlzeiten strukturieren liturgische Elemente den Tag. An den Vormittagen wird engagiert im Plenum und in Kleingruppen thematisch gearbeitet, die Nachmittage mit erlebnispädagogischen und seesportlichen Übungen sind ein Riesenspaß, der die Zeltgruppen eng zusammenschweißt, die Abendveranstaltungen in der Großgruppe dienen der Unterhaltung und Entspannung sowie dem Tagesrückblick. Live-Musik bestimmt die Atmosphäre des Camps in besonderem Maße.

 

Kosten

Das Camp wird von der EKM stark subventioniert. Der Konfi-Eigenbeitrag lag für eine Woche (Zelt/Vollverpflegung) bei 99 EUR, die Gesamtkosten beliefen sich 2007 auf 17.000 EUR, die längere Italien-Variante ist aufgrund der Anfahrt teurer. Grundsatz war jederzeit: An den Finanzen darf die Beteiligung der Jugendlichen nicht scheitern.

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Da sich als Zeitpunkt die Herbstferien als günstiger erwiesen, wurden die Camps in den Folgejahren mit 120 Konifs in Italien durchgeführt. Inzwischen sind die TN-Zahlen so stark angestiegen, dass für 2011 ein größeres Gelände innerhalb der EKM gesucht wird.

Wirkung / Erfahrung

Im Fragebogen-Feedback erhielten die bislang durchgeführten Camps ausgesprochen positive Noten.

  • "Das gemeinsame Leben und Arbeiten der Gruppe an einem dritten Ort, das Erleben der Tages- und Nachtrhythmen, die vielfältigen Gelegenheiten für `Seelsorge im Vorbeigehen´, das Gefühl `von uns gibt's ja mehr als zwei, drei oder fünf!´und - last  not least - die Geschlechterdynamik in einer Gruppe von Teenagern erzeugen eine besondere innere Bereitschaft, sich dem Nachspüren von Tiefendimiensionen des Lebens zu öffnen. ... Konficamps ... fördern die Begegnung mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Regionen und den Austausch darüber, was im Leben wirklich wichtig ist"
    (Bartels/Keßler, KU Praxis 47 (2004), 15f.).

Eine ausführliche Auswertung des EKM-Pilotprojekts findet sich bei:

Haeske, Carsten. 2008: „Auf Wiedersehen, war toll mit euch!“. Dokumentation zum 1. EKM-Konficamp, AUFBrüche 1, 8-35. AUFBrüche 1/2008 (Themenheft-Konficamp) 12 MB!

 

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