Christusgarten – Evangelium für alle Sinne

Autor/innen
ein Geistreich-Mitglied
Erstellt am: 02.05.2014
Letzte größere Änderung: 02.05.2014
Sprachen
Deutsch (Original, angezeigt)
Einsortiert in
Offene Kirchen und Wegekirchen, Arbeit mit Touristen und Kurseelsorge, Pilgern, Kirche in der Fläche und Landwirtschaft, Bibelprojekte
Gemeinden/Institutionen
Ev.-luth. Kirchengemeinde Harpstedt in Colnrade
Stichworte
Zielgruppen
Mitarbeitende
Informationen
Vorbereitung: Keine Angaben
Durchführung: Auf Dauer
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Christusgarten

Kurzbeschreibung

Christus – seine Vorboten, Geburt, sein Wirken, Tod und Auferstehung – wird in dem Bibelgarten rund um die ländliche Christuskirche an 8 Stationen veranschaulicht mit Pflanzen und Installationen.

Situation / Kontext

In der Gartenregion Nordwest-Deutschland haben viele Menschen einen engen Bezug zu Pflanzen und oft auch einen eigenen Garten. Der Christusgarten im idyllisch gelegenen Flecken Harpstedt mitten in der Wildeshauser Geest ist ein ideales Ausflugsziel für diverse Gruppen, zumal die Kirchengemeinde ihnen auch Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus anbieten kann. Die Kirche und ihr Bibelgarten liegt zudem am Jakobspilgerweg Bremen – Osnabrück.

  

Titelbild: Das prächtige Auferstehungsbeet hat die symbolträchtige Schmetterlingsform

  

Nebenstehendes Bild: Mit einer Führung oder auch mit Hilfe der Beetschilder kann man den 8-Stationen-Weg durch den Christusgarten in Harpstedt gehen. Hier führen zwei Kinder durch den Garten.Führung durch Kinder. Quelle: Gunnar Schulz-Achelis

Ziele

Der Christusgarten möchte Pflanzenkunde und Botschaft verbinden und Verkündigung für alle Sinne ermöglichen. Das Besondere: Nicht nur Bibelstellen werden als „Belege“ für bestimmte Pflanzen aufgeführt, sondern auch Erwähnungen in oft viel vertrauteren Gesangbuchliedern. Das Leitmotiv des Gartens stammt aus dem bekannten Paul-Gerhardt-Lied “Geh aus mein Herz“ (EG 503,10): „Welch heller Schein wird wohl in Christi Garten sein…“

Reflexion / Hintergrund

Verkündigung ist heute oft sehr wort- und hörlastig. Verkündigung in der Bibel ist oft sehr anschaulich („seht die Lilien auf dem Felde…“). Der Christusgarten  bietet sinnliche Verkündigung. Er interessiert auch Menschen, die zunächst nicht „Botschaft“ hören wollen. Er ist auch ohne Führung durch die erklärenden Beet- und Pflanzenschilder für jeden jederzeit und damit niedrigschwellig zugänglich. Davon machen viele hundert Menschen jedes Jahr Gebrauch.
Durch die Installationen – zum Beispiel der Ich-Bin-Worte Christi –  ist auch im Winter etwas zu sehen; in der Adventszeit zudem eine „wachsende Krippe“ im „Bethlehemstall“.

 

Bild: Zwei Beete sind in der Form einer aufgeschlagenen Bibel gefasst – dem Logo des Christusgartens

Station 4 Wunder. Quelle: Gunnar Schulz-Achelis

Allgemeine Hinweise zur Umsetzung

Der Garten hat 8 Stationen:

  • Station 1 stellt das Alte Testament dar, mit seinen Hinweisen auf Christus (Apfelbaum für den Sündenfall), 10-Gebote-Tafeln etc.
  • Station 2 stellt die Frühzeit dar u.a. mit Geburt (Bethlehemstall), Taufe (Taufstein mit Springbrunnen)
  • Station 3 thematisiert Heilungen mit Heilkräutern in einem Beet, das wie eine aufgeschlagene Bibel aussieht
  • Station 4 stellt Wunder dar, auch kleine botanische Wunder
  • Station 5 zeigt im „Garten Gethsemane“ die 12 Jünger in Form von unterschiedlichen Findlingen
  • Station 6 besteht aus einem alten Grabstein, der hier für den Tod Jesu steht
  • Station 7 ist ein prächtiges Beet in Schmetterlingsform zum Thema Auferstehung mit weggerolltem Stein
  • Station 8 besteht aus drei alten Glocken, die den Weg der Botschaft in die Welt und damit das Pfingstfest verdeutlichen

Durch die Zahl „8“ der Stationen ist das Plus durch Christus symbolisiert, das über die „7“ der Schöpfungstage hinausgeht. Alle „Ich-Bin-Worte“ sind durch Installationen veranschaulicht.

 

Mitarbeitende

  • Christusgarten-AG (4-5 Mitglieder, vorwiegend Frauen); sie pflegen zusammen mit der Küsterin den Garten
  • Baugruppe (10-12, vorwiegend ältere Männer); sie helfen bei groben Arbeiten (Hecke schneiden, Mandel und Olive vor dem Winter auslagern etc.)
  • Gartenführer (3-4); sie führen Gruppen durch den Garten
  • Kirchkaffee-Team (3-4); sie bereiten auf Wunsch eine Kaffeetafel vor; die Erträge fließen in die Neuanschaffung von Pflanzen

               

Zielgruppen

  • Schüler (im Rahmen von Religionsunterricht),
  • außerkirchliche Gruppen (Landfrauen, Sozialverband, Geburtstagsgesellschaften etc.),
  • kirchliche Kreise (Frauengruppen, Männergruppen),
  • Pilger(gruppen),
  • Musikfreunde (bei Konzerten und musikalischer Führung)

  

Link:

www.Christusgarten.de

Vorbereitung

Entscheidend ist ein Plan. Mit Architekt Hermann Dunkler-Gronwald aus Hude hat ein theologisch interessierter und erfahrener Land- und Gartenbauarchitekt den Entwurf gemacht und dabei viele Ideen von Kirchenvorstehern und Interessierten, sowie örtliche Gegebenheiten (Grabstein, alte Glocken etc.) aufgenommen.

Schwierigkeit: Man muss natürlich schon Geld für den Plan in die Hand nehmen, mit dem - und der dazugehörigen Kostenschätzung - man dann erst Sponsoren und weitere Unterstützer gewinnen kann. Wichtig war die Grundidee „aufgeschlagene Bibel“ und dass die Installationen, Beete und Pflanzen alle sich auf das eine Thema „Christus“ beziehen, und man nicht nur einfach biblische Pflanzen nebeneinander pflanzt.

Durch die aufeinander aufbauenden Stationen wird die Botschaft „begehbar“ und nachvollziehbar. Es gibt zahlreiche Bezüge (Materialien, Ideen, Anordnungen) zwischen drinnen und draußen, zwischen der Kirchenausstattung und dem Bibelgarten vor der Tür.

Durchführung

Mit dem Plan konnten zahlreiche Sponsoren für das 45.000-Euro-Projekt gewonnen werden. Viele Ehrenamtliche halfen gerne beim Bau des Gartens mit. Einige Bau-Aufgaben übernahmen örtliche Firmen, andere Ehrenamtliche, vor allem die Männer der kirchengemeinde-eigenen „Baugruppe“ und der „Rentnerbänd“ der Koems-Fördergemeinschaft, die sonst ihr Scheunenviertel in Schuss halten.  Die Identifikation wurde dadurch gesteigert, dass viele etwas beitragen konnten: Zum Beispiel konnten Landwirte Findlinge spenden, die die 12 Jünger im „Garten Gethsemane“ darstellen; der Mädchenkreis hat 10-Gebote-Tafel gestaltet, der Bastelkreis Brot und Fisch getöpfert.
Wichtig war auch, dass auf das Einweihungsdatum Pfingsten 2010 hingearbeitet wurde und der Auftakt aufwändig inszeniert wurde mit Festgottesdienst mit Landessuperintendent Dr. Burghard Krause (Regionalbischof), Führungen und dann der Uraufführung der eigens komponierten „Christusgarten-Kantate“ von Prof. Günter Berger (zusammen mit örtlichen Chören).

  

Bild: Biblische Pflanzen und feste Installationen wie der Taufstein prägen den Christusgarten in Harpstedt.

Station 2 Blume Taufstein. Quelle: Gunnar Schulz-Achelis

Nachbereitung & weitere Umsetzung (Einbettung)

Standardmäßig werden einstündige Führungen durch den Garten angeboten, ggf. mit Andacht in der Kirche. Beliebt sind auch Führungen für Kinder oder durch ein Kind/bzw. eine Jugendliche.
Einmal im Jahr gibt es eine „musikalische Führung“ durch den Garten, bei der passende Gesangbuchlieder an den verschiedenen Stationen – unterstützt von einem örtlichen Chor – gesungen werden. Mehrere Freiluft-Gottesdienstreihen haben einzelne Stationen und Aussagen des Gartens zum Thema gemacht. Wiederholt wurden Konzerte im Christusgarten im Rahmen des Gartenkulturmusikfestivals durchgeführt, einmal auch als „Wanderkonzert“ an drei Stationen mit jeweils  passender Musik.

Wirkung / Erfahrung

Die Harpstedter, die den Garten ja mit gebaut haben, identifizieren sich mit dem Christusgarten und es gibt kaum Probleme mit Vandalismus. Sie sind stolz, wenn Gruppen von außerhalb extra deswegen in den Ort kommen. Andere touristische Akteure im Ort (Gästeführer, Koems-Fördergemeinschaft, Mühle, Hotel „Zur Wasserburg“) freuen sich, dass sie eine Gartenführung als Teil einen Tagesprogrammes mit anbieten können oder Gruppen nach dem Garten auch ihre Sehenswürdigkeit besichtigen.  
Durch die Gartenführer werden die Bibel und ihre theologischen Aussagen via Pflanzen kommuniziert. Diese kann man sehen, fühlen, riechen, schmecken, die passenden Lieder auch hören bzw. singen. Theologie wird in der anderen Gehirnhälfte „verankert“.

   

Bibel: Die aufgeschlagene Bibel ist das Logo des Christusgartens in Harpstedt.

Die Bibel als Symbol ist bei jeder Station das Logo. Quelle: Gunnar Schulz-Achelis

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