Kreuzweg für Jugendliche (Niederlande)

Author
a geistreich member
Created at: 2010-08-12
Last major update at: 2010-08-12
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Passionszeit
Institutions
Bonifacius Mavo te Emmeloord in Emmeloord
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 14 Tage
Execution: 1 Tag
Votes
3 votes
Comments to the document
Kreuzweg

Abstract

Am Karfreitag 2009 haben wir in Emmeloord einen Kreuzweg für Jugendliche organisiert.

Situation / context

Jugendliche laufen einen modernen Kreuzweg im echten Alltagsleben des Jahres 2009. Sie erfahren die Last des Kreuzes (dadurch, dass sie es tatsächlich aufnehmen und tragen) und sie hören die wahren Geschichten von Menschen.

Goals

Jugendliche laufen einen modernen Kreuzweg im echten Alltagsleben von 2009. Sie erfahren die Last des Kreuzes (dadurch, dass sie es tatsächlich aufnehmen und tragen) und sie hören die wahren Geschichten von Menschen. Sie erfahren, woher Menschen die Kraft nehmen, um in der Dunkelheit des Karfreitags dennoch (gelegentlich) das Licht des Osterfestes zu sehen. Die Jugendlichen nehmen eine einfache Mahlzeit zu sich und nehmen am Karfreitagsgottesdienst in der katholischen Kirche teil.

Reflection / background

---

General information on realization

---

Preparation

Als Vorbereitungsgruppe haben wir in Emmeloord nach Orten gesucht, an denen Menschen mit Leiden in Berührung kommen. Aus einer ganzen Reihe von Möglichkeiten haben wir einige ausgewählt. Wir entschieden uns für eine Obdachlosenunterkunft, die Lebensmittelbank, ein Pflegeheim, ein Jugendgefängnis und ein Missionsprojekt. Es wäre auch möglich gewesen, einen Friedhof zu besuchen, an einem Kriegerdenkmal innezuhalten, ein Gespräch mit einem Jugendlichen zu führen, der beim Ausgehen ungewollt mit der Droge GHB in Berührung gekommen ist, und eine Polizeiwache/ Verwahrungszelle oder eine Krankenstation zu besuchen. An Ideen mangelte es jedenfalls nicht. Die Devise hieß: Brainstorming!!!

Wir haben uns mit den genannten Einrichtungen in Verbindung gesetzt und gefragt, ob wir am Karfreitag mit den Jugendlichen vorbeikommen dürfen. Für jeden dieser Orte waren maximal 30 Minuten vorgesehen. Man sagte uns zu.

Realization

Wir haben noch keine feste Jugendgruppe, aber nach einigen E-Mails und Anrufen bekamen wir schließlich einige Jugendliche zusammen. Unsere Zielgruppe waren die 14 bis 17jährigen.

Zwei Begleiter gingen an diesem Tag mit. Wir haben den größten Teil des Weges zu Fuß zurückgelegt. Die Jugendlichen trugen dabei ein Holzkreuz. Nur einmal sind wir ein kurzes Stück mit dem Auto gefahren.

Am frühen Abend haben wir eine einfache Mahlzeit zu uns genommen (ohne Fleisch). Danach waren wir mit den Jugendlichen beim Gottesdienst in der katholischen Kirche, und sie haben ihren Teil zur Kreuzverehrung beigetragen.

Insgesamt war es ein langer Tag (von 15.00 bis 20.00 Uhr), aber sicherlich eine Wiederholung wert. Einen Kreuzweg gehen, so wie zuvor beschrieben, das kann man auch mit Erwachsenen und in mehreren Gruppen tun. Die Gruppen beginnen dann jeweils an unterschiedlichen Stationen.

Es war für uns das erste Mal, dass wir so etwas organisiert haben. Da es für uns wichtig war, dass mehr Menschen von der Initiative erfahren, haben wir einen Bericht verfasst und einige Plakate entworfen. Die Plakate sind (sozusagen als Kreuzwegstationen) in verschiedenen Kirchen aufgehängt worden.

 

Die Stationen auf dem Kreuzweg

Am Karfreitag 2009 versammelten sich um 16.00 Uhr 12 Jugendliche in der Bonifatius-Schule in Emmeloord. Sie hatten sich für den „Kreuzweg für Jugendliche“ angemeldet.

Es wurde ein Weg, den wir nicht so schnell vergessen sollten, und der uns an Orte in Emmeloord führte, an die man normalerweise kaum gelangt. Ein Weg, der uns zu Menschen führte, die ein schweres Kreuz zu tragen haben. Ein Weg, der uns zu Menschen führte, die anderen helfen, ihr Kreuz zu tragen. Ein beeindruckender Weg mit Stationen an verschiedenen Orten in Emmeloord, die man sonst nicht so einfach betritt.

Auf unserem Weg nahmen wir ein echtes Kreuz aus Birkenstämmen mit.

Die erste Station: Nicht angeborene Hirnschädigung. Wir besuchen eine junge Frau von 21 Jahren, die bei einem Autounfall mit 18 Jahren eine Hirnverletzung davongetragen hat. Im Pflegeheim Golfslag zeigt sie uns eine PowerPoint-Präsentation über ihr Leben, vor und nach dem Unfall. Es ist schwer das wiederzugeben, was sie uns in Bild und Ton erzählt hat. Es hat uns sehr nachdenklich gestimmt.

Und da steht nun eine starke junge Frau vor uns. Von außen ist ihr nichts anzusehen. Sie spricht und denkt langsamer und ihr Leben hat sich drastisch verändert und eingeschränkt. Aber was für eine ungewöhnliche Kraft sie ausstrahlt … !

Unsere nächste Station ist das Rehobot-Haus, ein christliches Hilfszentrum gegenüber der Boni und neben der St. Josephschule. Dort gibt es eine Unterkunft für obdachlose Männer. In unserer Region gibt es von ihnen doch viel mehr als man auf den ersten Blick annimmt. Eine Frau erzählt uns leidenschaftlich von ihrer Arbeit dort und vom Engagement vieler Menschen und zeigt uns die Räume, in denen die Männer schlafen. Sie erzählt uns auch von einem Mentorenprojekt: Auch diese Männer wollen ab und zu, gemeinsam mit anderen, etwas Schönes unternehmen. In Kürze werden sie versuchen, dies umzusetzen … Eine Obdachlosenunterkunft für Frauen gibt es in dieser Region übrigens noch nicht. Es gibt also noch Herausforderungen und Chancen für die Region!!!!

Danach hören wir die Geschichte von jemandem, der im Jugendgefängnis in Lelystad arbeitet. Ja, auch Jugendliche aus unserer Region sind dort gelandet. Sie sitzen hinter Schloss und Riegel; Jungen und Mädchen sind strikt voneinander getrennt und unterliegen strenger Disziplin und festen Regeln. Nein, eine Freude ist es nicht, hier zu sein.

Bei der Lebensmittelbank in Emmeloord werden viele Lebensmittelpakete zusammengestellt. Pakete für Familien (große und kleine) und für Alleinstehende. In der letzten Zeit ist ihre Zahl auf sage und schreibe 83 gestiegen. Einige begeisterte und engagierte Freiwillige sorgen dafür, dass die Pakete gefüllt werden. Diese Ehrenamtlichen sind wiederum voller Lob für die Menschen, die Sachen spenden: Fleisch, Brot, Kartoffeln, Zwiebeln, Milch, usw. Ohne sie gäbe es keine gut gefüllten Pakete. Seit kurzem gibt es eine Friseurin, die den Menschen (kostenlos) die Haare schneidet. Ein Club hat allen Kindern einen Spielzeugkatalog gegeben: Jedes Kind darf sich nun für € 30 etwas aussuchen. Ist das nicht großartig? Übrigens …. Kleidung und Spielzeug sind hier ebenfalls herzlich willkommen.

 

Quellenangabe

idee-en-kerk. Quelle: idee-en-kerkDieses Beispiel guter Praxis stammt aus der holländischen Best-Practice-Sammlung

idee en kerk: http://idee-en-kerk.nl.

Sie finden es unter dieser Adresse:
http://idee-en-kerk.nl/ideeenbank.html?sobi2Task=sobi2Details&sobi2Id=710

 

Wrap up & follow-up actions

Zum Schluss gehen wir noch in den Keller der Kirche. Dort hören wir uns die Geschichte einer 21jährigen an, die in Emmeloord ihren Schulabschluss gemacht hat und danach 2 Jahre lang auf einem Missionsschiff mitgefahren ist. Seit August ist sie wieder zurück und hat ihr Studium begonnen.

Es ist eine besondere Geschichte, alles zurückzulassen, den Vater, die Mutter, die Brüder und Schwestern und für zwei Jahre wegzugehen, um danach noch stärker zurückzukehren.

Wir bekommen einen Teller leckerer Suppe mit Brot serviert und gehen danach zum Gottesdienst in die Kirche. Während des Gottesdienstes tragen wir das Kreuz nach vorne und sind in Gedanken bei all denjenigen, die wir heute besucht und gesprochen haben.

Effect / experience

Nachgedanken

Es war ein besonderer Tag, dieser Karfreitag, dieser Weg durch Emmeloord. Er hat uns eine ganz andere Stadt gezeigt. Eine Stadt in der Menschen leiden, aber auch wieder aufstehen und weitergehen. Menschen, die ihr Kreuz auf sich nehmen, Menschen, die anderen helfen, ihr Kreuz zu tragen.

Ein Tag, der weit über Ostern hinaus noch nachklingen wird. Karfreitag 2009. Es kommt vor, dass Menschen ängstlich sind, allein gelassen, krank, im Sterben liegen, und sich, um sich aufrecht zu halten, an uns wenden. Flüchtlinge, Menschen in Armut und Hunger, Völker im Krieg, sie schauen uns an. Wachsam zu sein, wach zu bleiben und aufmerksam auf das zu schauen, was geschieht, das ist es, was Jesus von uns verlangt. Es scheint so passiv zu sein: Die Augen offen halten für das Leid anderer, ohnmächtig, da wir es nicht ändern können und wir den Schmerz des anderen nicht wirklich fühlen und ihn nicht lindern können.

Aber es geschieht soviel, wenn wir es an uns heran lassen, wenn wir Wut empfinden wegen Unrecht und Gewalt und beten:

Vater im Himmel, der du uns deinen Sohn Jesus Christus geschickt hast, wir bitten dich, lass nicht zu, dass jemand vereinsamt, weil wir ihm kein Zuhause bieten. Lehre uns beständige Treue gegenüber unseren Nächsten und denen, die wir lieben, aber auch gegenüber denen, die uns stören, die uns ärgern und die uns beanspruchen. Gib uns deine endlose Geduld. Lehre uns, uns für alle verantwortlich zu fühlen.

Adopted and refined

    Connected content

    • Tosamen
      Jugendliche in der Gemeinde sind teilweise Zielgruppe, teilweise als Aktive auch selber Veranstalter und Organisatoren.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Thumb_article-default-image
      Hier wartet geistreich noch auf einen Artikel von Ihnen.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Kreuz tragen
      Schweigeprozession an Karfreitag zu sieben Stationen (Kirchen) in der Mitte Berlins mit Bibellesung und Erinnerungsgedanken, die mit der Historie des jeweiligen Ortes verknüpft werden. Eine evangelische Prozession mit ökumenischer Beteiligung – verantwortet vom Ev. Kirchenkreis Berlin-Stadtmitte.
      This is visible in the Web.
    • Thumb_article-default-image
      Ein Kreuzweg meditiert den letzten Gang Christi. Verschiedene Ansätze aktualisieren diesen Gang für heutige Zeit.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Thumb_institution EmmeloordEmmeloord
    • Görlitz
      Ein prägender Ausdruck der Görlitzer Frömmigkeits- und Stadtgeschichte. „Bitte gehen Sie den Weg mit uns in Stille.“ So heißt es auf dem Blatt mit Liedern, Gebeten und Hinweisen für den Görlitzer „Kreuzweg zur Nachfolge am Karfreitag“.
      This is visible in the Web.
    • Passions-Lichterkreuz
      Passionszeit ist die älteste Zeit im Kirchenjahr.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Ökumenischer Frauenkreuzweg
      Die Stationen des Kreuzwegs werden in Verbindung gebracht mit Leiderfahrungen von Frauen heute.
      This is visible in the Web.
      from a Geistreich-memberEvangelische Frauen in Württemberg
    • Die Flotte
      Confirmation class has as its goal a structurally organized learning process. At the same time it includes more than just classroom learning: worship services, retreats and projects open up different kinds of meeting opportunites and deeper learning experience. Since the 1980's this class has be...
      This article is visible for all internet-users.
      By 2 geistreich- membersTranslator: a geistreich member

    geistreich video

    Hide Video