Schule für Circuskinder

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a geistreich member
Created at: 2014-05-23
Last major update at: 2014-05-23
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Jugendliche und Schule, Kinder und Grundschule
Institutions
Ev. Kirche im Rheinland in Düsseldorf
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Schule für Circuskinder

Abstract

Eine besondere Schule für Circus- und Schaustellerkinder reist ihren Schüler/innen mit rollenden Klasserzimmern nach.

Situation / context

Circuskinder leben in einem engmaschigen sozialen Netz in der Großfamilie. Hier ist das Miteinander “Lebenskonzept“, welches durch eigene Regeln gekennzeichnet ist. Jeder auf dem Platz hat seine Verantwortlichkeiten, zuweilen schon sehr früh.

Circus- und Schaustellerkindern ist aufgrund der vielen Ortswechsel häufig der Besuch eines Kindergartens nicht möglich. In den Schulen sind sie mit nahezu wöchentlich wechselnde Lehrkräften sowie ständig wechselnden Themen und Materialien (mehrfach das ‚A‘, nie das ‚B‘ gelernt) konfrontiert. Die Schüler/innen haben so erschwerte Bedingungen, einen Schulabschluss zu erreichen

Goals

Die Schule für Circuskinder will dieser Problematik begegnen und den Kinder eine erfüllte, geregelte Schulzeit und eien Schulabschluss ermöglichen. 

Reflection / background

Jedes Kind hat das Recht auf gleichwertige Bildung vor dem Hintergrund eines Lebens auf der Reise…

Es "ist zunächst daran zu erinnern, dass es sowohl eine Schulpflicht als auch ein Recht auf Schulbildung gibt, das der Staat zu garantieren hat. Dem Recht auf Schulbildung steht bei Kindern Reisender ein Zustand der schulischen Nichtversorgung bzw. kläglicher Unterversorgung gegenüber." So stand es schon 1985 in den Protokollen der Evangelischen Akademie Loccum.

Die Schule für Circuskinder in NRW verwirklicht für ihre Schülerinnen und Schüler das Recht auf chancengleiche Bildung. Darüber hinaus versteht sie sich als Fürsprecher und Unterstützer, damit das Bildungsangebot für Kinder aller beruflich Reisender auch über NRW hinaus verbessert wird.

Die Schule fördert – gemäß ihrem christlichen Auftrag als eine Schule der Evangelischen Kirche im Rheinland - Circuskinder in ihren Begabungen und Neigungen, will zu selbstständigem, kritischem Denken erziehen, zu verantwortlichem Handeln befähigen und zur Wahrnehmung von Rechten und der Übernahme von Pflichten im gesellschaftlichen Leben ermutigen.

Die Schule versteht sich als eine Gemeinschaft aller in ihr tätigen Personen, die einander in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptieren und achten. Dabei sind Lernende, Lehrende und Eltern aktive Partner in der Gestaltung der Schule.

Die Schule versteht Unterschiede zwischen Kindern als Bereicherung und ermöglicht jedem Einzelnen sein eigenes Lerntempo durch individualisierten Unterricht. Selbstverantwortliches Lernen ist dabei einer der Kernpunkte.

Die Schule knüpft mit speziellen Lernangeboten an der Lebenswelt der Circuskinder an und vermittelt ihnen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie im Circusalltag gebrauchen können.

Die Schule ist als offenes System angelegt, das Entwicklungen ermöglicht und dabei sensibel auf sich ändernde Anforderungen reagiert. Dabei fühlt sie sich einer stetigen Überprüfung ihrer Leitbilder verpflichtet.

Über den Bildungsauftrag hinaus ist die Schule akzeptierende und respektvolle Partnerin, die Circusfamilien auch in der gesellschaftlichen Vertretung ihrer Interessen unterstützt.

Voraussetzungen

Auf folgendem Lebenshintergrund stellen sich Unterricht und Unterrichtsqualität als große Herausforderung dar:

  • bildungsferne Eltern (es gibt keine „Lernvorbilder“ auf dem Circusplatz);
  • große Kinderzahl auf engstem Lebensraum (es gibt kaum eigenen Raum)
  • witterungsabhängige Lebensqualität
  • Unterricht im Schulwagen mit untereinander verwandten Schülerinnen und Schülern

Von jeher haben Angehörige von reisenden Berufsgruppen kaum eine Chance auf gleichwertige Bildung. Dies trifft besonders auf Angehörige von Familiencircussen zu. Ständige Schulwechsel (etwa 40 – 50 Mal im Jahr) mit wechselnden Lehrkräften, Mitschülerinnen und Mitschülern, Unterrichtsmaterialien, Methoden und Schulformen lassen Kinder und Jugendliche von Familiencircussen Schule als Ort des Misserfolges und des Versagens erleben. Seit Generationen hat sich so verständlicherweise ein bildungsfernes Milieu entwickelt, in dem Schulabbruch, Schulverweigerung und Analphabetismus nicht ungewöhnlich sind. Vor diesem Hintergrund ist es eine der größten Leistungen, die Schülerinnen und Schüler an unserer Schule erbringen, dass sie sich im Rahmen hoher Alltagsanforderungen auf Schule einlassen und zu den widrigsten Zeiten, an den seltsamsten Orten und ohne schulische Unterstützungsmöglichkeit selbstverantwortlich ihre umfangreichen Lernpakete für die unterrichtsfreie Zeit bearbeiten.

Alle unsere Schülerinnen und Schüler sind von klein auf in das Circusprogramm und den Circusalltag eingebunden. Sie bringen dabei zum Teil herausragende artistische, musische und darstellerische Leistungen, sowie überdurchschnittlich viele praktische Fähig- und Fertigkeiten im technischen sowie hauswirtschaftlichen Bereich mit. Durch flexible unterrichtliche Rahmenbedingungen und die Vermittlung theoretischer Hintergründe unterstützt und vertieft die Schule für Circuskinder diese Fähig- und Fertigkeiten. Zusätzlich stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Darbietungen auch der Schule im Rahmen von Präsentationen zur Verfügung.

General information on realization

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Preparation

Die Schulgemeinschaft machte sich 1. Februar 1994 mit drei Lehrkräften und 27 Schülerinnen und Schülern auf die Reise mit drei Schulmobilen in eine vollkommen neue Nische der Schullandschaft.

Realization

Schule für Circuskinder. Quelle: Schule für CircuskinderSchule für Circuskinder. Quelle: Schule für Circuskinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Schulkonzept gehören folgende Komponenten:

  • Schulwagenregeln (z.B. Gebote des Miteinanderumgehens, Ordnung, Sauberkeit) sowie entsprechende Maßnahmen bei Verstößen werden gemeinsam vereinbart.
  • Es wird Zeit eingeräumt um Kind zu sein, Probleme zu besprechen, Konflikte verbal zu lösen, zu erzählen, zuzuhören.
  • Der Schulwagen ist ein Ort, in dem jedes Kind seinen eigenen Platz und seine eigenen Sachen hat (beim Circus gehört allen alles, nichts hält lange, selten beansprucht ein Circuskind wirklich etwas für sich oder trauert einem Ding hinterher). Daraus ergibt sich ein auf diese Kinder zugeschnittener Rahmen für Ordnung und Beständigkeit. Das führt zu Verantwortung für bestimmte Sachen und Tätigkeiten.
  • Die gewählten Schülersprecher planen Schulveranstaltungen (z.B. Klassenfahrten und Schulfeste) mit.






Differenzierter Unterricht

Die Schule für Circuskinder ist eine Gesamtschule von der vorgezogenen Eingangsstufe bis hin zum Mittleren Abschluss mit Integration von zielgleich und zieldifferent zu unterrichtenden Kindern.

Im Alltag der SfC kommt die Lehrkraft auf den Circusplatz und unterrichtet alle Kinder ab 5 Jahren gemeinsam im Schulwagen. Dazu gehört auch die Integration von Gastkindern und sog. „Seiteneinsteigern“. Die dadurch entstehenden alters- und leistungsheterogenen Lerngruppen werden gefördert und gefordert, indem für jede Schülerin und jeden Schüler ein individuelles Lernprofil erstellt wird. Dies bedeutet konkret, dass bei der Einschulung ein Ausgangsbericht für jedes einzelne Kind erstellt wird. Darauf aufbauend werden von der Lehrkraft individuelle Lern- und Stoffpläne erstellt, die im Unterrichtsalltag anhand von Tages- und Wochenplänen umgesetzt werden.

Je nach Alters- und Entwicklungsstand des Kindes entscheidet es – basierend auf den Stoffplänen – weitgehend selbst über Lerninhalte und -tempo. Das bedeutet auch, dass es keine Zugehörigkeit zu einer Klassenstufe gibt.

Da Circuskinder in der Regel keine Möglichkeit haben einen Kindergarten zu be¬suchen, werden sie bereits mit 5 Jahren in die SfC eingeschult. Um die Kinder möglichst frühzeitig gezielt fördern zu können, wird eine Diagnostik anhand eines von der SfC entworfenen Frühförderungs-Beobachtungsbogens durchgeführt.

Weitere vereinbarte diagnostische Verfahren (z.B. Münsteraner Rechtschreibanalyse) werden bei allen Schülerinnen und Schülern durchgeführt, um den Unterricht so genau wie möglich auf das Kind abzustimmen.

Bei Kindern und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf werden in Zusammenarbeit mit bzw. durch Sonderpädagogen der SfC Förderpläne erstellt

Das schulinterne Curriculum der Schule für Circuskinder ist ein „Bausteinkonzept“, das auf den Richtlinien und Lehrplänen für die Schulen der Primar- und Sekun¬darstufe I basiert. Es orientiert sich an den besonderen Bedürfnissen und der Lebenswelt der Circuskinder und ermöglicht und erfordert selbstständiges und kontinuierliches Lernen

Dies spiegelt sich vielfach in den Inhalten der Bausteine wider. Zum Beispiel ist im Fach Gesellschaftslehre der Bereich „Geschichte des Circus“ ein integraler Bestandteil der „Abschlusstournee“, mathematische Sachaufgaben stammen häufig aus dem circensischen Bereich und das Unterrichtsfach „Arbeitslehre“ beschäftigt sich in einem Schwerpunkt mit der sozialen Absicherung durch die Künstlersozialkasse.

Unterrichtsqualität

Ein positives Arbeitsklima, in dem Schülerinnen und Schüler sich mit ihrer Schule identifizieren können, schafft die SfC durch:

  • individuelle Lernpläne auf der Basis von Bausteinen,
  • Visualisierung des Lernstoffes (Tages- und Wochenpläne),
  • Selbstbestimmung des Lernprozesses

Die aus diesen Methoden resultierende positive Lernatmosphäre ermöglicht, dass Schülerinnen und Schüler zunehmend Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen können. Dass Schülerinnen und Schüler mitentscheiden, wann Leistungsüberprüfungen stattfinden und Wortgutachten anstelle von Noten¬zeugnissen geschrieben werden, schafft eine angstfreie Lernumgebung.

Durch die häufigen Ortswechsel bieten sich praktisch an jedem Ort neue Möglichkeiten außerschulischer Lernorte (z.B. Schülerlabor der Uni Bochum, besondere Kirchen, Moscheen, Museen, Zoos, Botanische Gärten, Schwimmbäder, Windräder u.a.). Das Konzept sieht den flexiblen Umgang mit außerschulischen Lernorten ausdrücklich vor.

 

Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner

Im Laufe der Jahre hat die SfC ein Klima geschaffen, in dem sich alle Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, weitere Mitarbeiter/innen) trotz Dezentralität mit ihren Meinungen und Ideen ohne Angst einbringen können und dies auch tun. Das Schulklima an einer Schule, die gleichzeitig an allen Ecken NRWs unterwegs ist, detailliert zu beschreiben, ist nicht einfach. Geprägt ist es vor allem durch

  • Den Schulwagen und den Unterricht auf dem Circusplatz
    Lehrerinnen und Lehrer an der SfC reisen „ihren“ Circussen stets hinterher. Das ermöglicht reisenden Kindern vertrauensvolles und kontinuierliches Lernen. Klassenraum und lehrende Bezugsperson wechseln nicht ständig. Durch ein gemeinsames Planen des Unterrichtstages fühlen sich alle am Lernprozess Be¬teiligten verantwortlich für das Gelingen. Eine Flexibilität in der Tagesplanung ist immer möglich. Die Lehrkraft agiert im Umgang mit den Lernenden und deren Eltern als den Lernprozess begleitender Partner.
  • Den ständigen Austausch und die Nähe zu den Eltern
    Eltern und Lehrkräfte haben stets die Möglichkeit, sich während des Unterrichtstages auszutauschen. Auch ein Einblick der Eltern in das Unterrichtsgeschehen ist jederzeit möglich. Eltern übernehmen die Verantwortung für das Lernen ihrer Kinder mit. Elterngespräche finden im Schul- oder in den Wohnwagen der Eltern statt. Die Schulfeste werden von der Elternschaft, die die Circuszelte zur Verfügung stellt, aktiv mitgestaltet. Alle Einschulungen, Zeugnisausgaben und Abschlüsse werden mit der ganzen Schulgemeinde gemeinsam im Circuszelt gefeiert. Am jährlich stattfindenden „Elternabend“ nehmen selbstverständlich auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule teil
  • Die Zusammenarbeit der Lehrkräfte, trotz Fehlen eines „konventionellen“ Lehrerzimmer
    Alle Lehrer treffen sich einmal monatlich zu einer ganztägigen Konferenz, die stets den Tagesordnungspunkt „Austausch über Neues auf dem Circusplatz“ enthält. Am Vormittag tagt die Gesamtgruppe des Kollegiums, der Nachmittag ist der Gruppenarbeit vorbehalten. Supervisionen finden nach Bedarf statt. Auf den jährlichen zweitägigen Fortbildungen wird regelmäßig am Schulprogramm weitergearbeitet.
    Das Kollegium entscheidet stets gemeinsam den Unterrichtseinsatz. Um die Kommunikationsmöglichkeiten zu erweitern und zu vertiefen, gibt es an der SfC ein umfassendes, virtuelles Lehrerzimmer. Hier kann Material zu allen Fächern abgerufen oder hinterlegt werden, hier finden sich alle Neuigkeiten, Protokolle, Termine, Formulare, Tipps für den Unterrichts usw., sowie ein Forum.
  • 4. Die Kommunikation der Schülerinnen und Schüler untereinander
    Den fehlenden Kontakt der Schülergruppen untereinander gleicht die SfC durch gemeinsame Feste und „Elternabende“ aus. Auch über das Gästebuch auf der Internetseite der SfC oder über Mails findet ein reger Austausch der Schülerinnen und Schüler untereinander statt. Die jährlich stattfindenden Klassenfahrten vertiefen diese Kontakte auf anderer Ebene. Stehen Circusse nicht weit voneinander entfernt, werden gemeinsame Unterrichtsprojekte durchgeführt oder Ausflüge unternommen.
  • Die Schulfeste
    Die Schulfeste der SfC sind fester Bestandteil der Schule. Sie spiegeln nicht nur das Schulleben wider, sondern fördern die Beziehung der Circusse untereinander und die Beziehung der Schule zum Circus. Hier werden Ergebnisse des Schulalltags präsentiert, hier werden Schüler eingeschult, ausgeschult und die Zeugnisse überreicht, hier zeigen Schüler, was sie im schulischen und circensischen Bereich können, hier wird diskutiert und gefeiert. All das ist ein emotionaler Ankerpunkt für alle Beteiligten, der die Identifikation mit der Schule vertieft
  • Das Einbeziehen außerschulischer Partner
    Regelmäßig stattfindende Benefizveranstaltungen im Circuszelt haben Kontakte zu Künstlern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens entstehen lassen, die die Schulidee mittragen. Im Förderverein der Schule (gegründet 2005) finden sich Menschen, die davon überzeugt sind, dass diese Schule weiterer Unterstützung bedarf. Der enge Austausch und die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern tragen die Idee einer „Schule für Circuskinder und für alle Reisenden“ weiter. Auf europäischer Ebene sind dies die „Stichting Rijdende School“ in den Niederlanden (SRS) und das „European Network for Traveller Education“ (ENTE).

Oft waren und sind es die Schüler der SfC, die durch ihre circensischen Beiträge und ihre Bereitwilligkeit und Offenherzigkeit, über das Circusleben und die SfC auf Veranstaltungen von Sponsoren, Medien, Firmen, Institutionen usw. Auskunft zu geben, außerschulische Partner gewonnen haben, die sich für unsere Schule geöffnet haben und sie jetzt begleiten und unterstützen.

Schule als lernende Institution

In der SfC müssen Lehrerinnen und Lehrer permanent Lernende sein. Sie arbeiten eigenverantwortlich auf dem Circusplatz, unterrichten dort in allen Schulformen der Primar- und Sekundarstufe I Kinder aus allen Schulstufen. Dies entspricht nicht ihrem Ausbildungsprofil. Nicht nur Fortbildungen zu unterschiedlichen Fächern und pädagogischen Fragestellungen professionalisieren ständig die Arbeit der Lehrkräfte. Der Austausch untereinander (z.B. werden zu Beginn jeder Konferenz erprobte Unterrichtstipps vorgestellt), die Arbeit in den Fachkonferenzen und die Bildung von Arbeitsgruppen zu aktuell anstehenden Themen ergänzen die ständige Fortbildung. Besondere Interessen und Fähigkeiten einzelner Kollegen werden zu Unterrichtsprojekten für altersheterogene Gruppen ausgearbeitet und stehen allen Kollegen zur Verfügung. Alle Entscheidungen werden demokratisch gefällt. Das Schulleitungsteam legt nach Vorschlägen des Kollegiums und organisatorisch anfallenden Tagesordnungspunkten den Rahmen für die Gesamtkonferenzen fest, in denen die Moderation von wechselnden Kollegen übernommen wird. Die Konferenz-strukturen sind gemeinsam im Kollegium entwickelt worden und werden in regel¬mäßigen Abständen evaluiert. Bei Neueinstellungen entscheidet ein Einstellungsteam nach Gespräch mit den Bewerbern über deren Einstellung. Ein Austausch mit den Verwaltungsmitarbeitern findet in Form von gemeinsamen Konferenzen, per Telefon und auf den schuleigenen Festen statt.

All das führt auf Grund der starken Eigenverantwortung für die Entwicklung der Schule zu einer großen Identifikation und damit zu einer starken Motivation, sich und seine Stärken in die Gestaltung der Schule einzubringen und sich selbst weiter zu professionalisieren. So ist mittlerweile für alle Kollegen der Umgang mit dem Internet fester Bestandteil der Arbeit und das virtuelle Lehrerzimmer ein selbstverständliches Forum des Informationsaustausches und der Kommunikation.

Neue hinzugekommene Unterrichtsformen (Online-Lernen und Fernlernunterricht) und Organisationsformen (Begleitung und Betreuung von Schülern, die wechselnde Schulen besuchen) haben zur Einrichtung eines Tutorats geführt. Drei Kollegen haben begonnen ein sinnvolles Konzept für diese Formen des Lernens zu entwickeln und zu erproben. Dabei arbeiten sie eng mit verschiedenen Institutionen und Bundesländern zusammen. Zielsetzung dieser Arbeit ist es, reisenden Schülern, die nicht vor Ort unterrichtet werden können, kontinuierlichen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.

Wrap up & follow-up actions

Eine in Nordrhein-Westfalen funktionierende Schule für Circuskinder stößt im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland an ihre Grenzen.

Eine Schule für Reisende, beschränkt auf einzelne Bundeländer oder Berufssparten, entspricht nicht der Lebenswirklichkeit von Kindern beruflich Reisender. Es muss das Bestreben sein, zusammen mit anderen Bildungspartnern gemeinsam eine Lösung für alle Kinder beruflich Reisender zu verwirklichen.

Effect / experience

Heute gestalten 220 Schülerinnen und Schüler aus 80 Unternehmen aktiv ihre Schule und weisen ihren 30 Lehrkräften den Weg, damit sie individuell, im eigenen Lerntempo als reisendes Kind wo auch immer, wann auch immer, ihren Schulabschluss erlangen.

Ständiges Lernen auf dem Weg zu einer guten Schule für Reisende ist zentrales Standbein der SfC. Es war und ist die Stärke unseres Schulteams, eigene Wege zu entwickeln, da es keine adäquaten „Vorbilder“ im bestehenden Schulsystem gibt. Die Kultusministerkonferenz hat das von der SfC entwickelte Bausteinkonzept für alle reisenden Kinder in Deutschland als Empfehlung übernommen. Regelschulen zeigen verstärkt Interesse an unserem Konzept des individualisierten Lernens.

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