Bürgerkanzel im Osten Hamburgs

Author
a geistreich member
Created at: 2014-06-26
Last major update at: 2014-06-26
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Alternative Gottesdienste, Predigtwerkstatt
Institutions
Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost in Hamburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
Votes
2 votes
Comments to the document
Team der Bürgerkanzel

Abstract

Mit der Bürgerkanzel ermutigen und befähigen wir Bürgerinnen und Bürger der Region, ihre eigene Biografie in religiöse Zusammenhänge zu stellen und davon im Rahmen eines Gottesdienstes zu erzählen.

Situation / context

Die drei Kirchengemeinden Bergstedt, Volksdorf und Hoisbüttel bilden mit vier Kirchen die Region 3 im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Sie liegen im sogenannten Speckgürtel Hamburgs mit der Besonderheit, dass sich zwei Gemeinden auf Hamburger Gebiet befinden und bürgerlich, vorstädtisch geprägt sind, während die dritte Gemeinde auf Schleswig-Holsteiner Gebiet liegt und neben der vorstädtischen auch eine deutlich ländliche Prägung hat. Die Bürgerkanzel ist Teil des Projektes zur Gemeinwesendiakonie im KIrchenkreis Hamburg-Ost.

Goals

Es ist Zel des Projekts, beauftragt, der Versäulung von Kirchengemeinde und Diakonie vor Ort entgegenzuwirken und die Zusammengehörigkeit beider Elemente christlichen Lebens zu fördern.

Mit der Bürgerkanzel ermutigen und befähigen wir Bürgerinnen und Bürger der Region, ihre eigene Biografie in religiöse Zusammenhänge zu stellen und davon im Rahmen eines Gottesdienstes zu erzählen. Ziel der Bürgerkanzel ist einerseits, Menschen „auf die Kanzel“ zu bringen und so das Priestertum aller Gläubigen sichtbar auszudrücken. Andererseits feiern wir so eine neue, in sich sehr vielfältige Form von Gottesdiensten, und bieten den Gemeinden eine Alternative zum Agende-Eins-Gottesdienst. Außerdem ist es eine Stärkung der regionalen Identität der drei Gemeinden.

Reflection / background

Um BürgerInnen zu finden, die sich den Schritt „auf die Kanzel“ und einen solchen Gottesdienst zutrauen, muss man viele Menschen kennen und gut im Gemeinwesen verankert sein.

General information on realization

Die Form der Bürgerkanzel wurde von einigen Ehrenamtlichen vor etwa fünf Jahren entwickelt. Derzeit besteht die Vorbereitungsgruppe aus neun Personen, im Alter von Ende Dreißig bis Mitte siebzig, plus einer Pastorin.

Preparation

Für jeden Gottesdienst finden zwei bis drei Vorgespräche statt, in denen wir mit der- oder demjenigen ins Gespräch kommen, die auf die Kanzel gehen. In diesen Vorgesprächen fragen wir nach der Biografie der Betreffenden und stellen sie in Zusammenhang zu deren religiösen Leben und zu theologischen Fragen. Aus diesen Gesprächen entwickeln wir den Gottesdienstablauf. Die Gottesdienste werden in den Gemeindebriefen, der örtlichen Presse und durch Plakate in der Region beworben

Realization

Die Gottesdienste wandern im Jahreswechsel durch die Kirchen der Region und finden Sonntagabends um 18.00 Uhr statt. Sie sind individuell auf die jeweiligen Personen abgestellt, die auf die Kanzel gehen. So hatten wir von klassischer Musik über Pop und Klanginstallationen bis hin zu afrikanischer Musik schon vieles dabei. Auch der Ablauf ist variabel, wenn sich auch einige liturgische Elemente herausgebildet haben, die sich in jedem Gottesdienst wiederfinden. Den Mittelpunkt bilden jeweils die Menschen mit ihren Biografien und religiösen und theologischen Schwerpunkten. Meist werden diese verbal dargestellt, aber auch in Symbolen oder künstlerischen Formen. Bibeltexte werden paasend ausgesucht und auch aus neueren Übersetzungen, wie z.B. der Bibel in gerechter Sprache gelesen.  

Im Gottesdienst am 29. Juni 2014 wurde der Gottesdienst in ökumenischer Weie gefeiert: Eine römisch-katholische Ordensschwester hielt die Predigt unter dem Titel „Ruf und Berufung“ mit den Abschnitten "Mein Weg in den Orden", "Ruf und Berufung" sowie  "Was mich bis heute dabei hält - was mich trägt." Den Ablauf des Gottesdienstes finden Sie unten auf der Seite unter "Materialien".

Weitere Prediger/innen waren z.B. der Bildhauer Axel Richter, der Initiator des "Generationen-Gartens" in Hamburg-Volksdorf Stefan Heimers oder der Musiker Hartmut Stanszus (Motto des Gottesdienstes: „Im Einklang sein – Improvisation und Aufbruch zum Lob Gottes“)

Wrap up & follow-up actions

Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es ein Nachgespräch bei einem kleinen Abendessen.
Für Herbst 2014 ist eine Auswertungsphase mit dem Gottesdienstinstitut der Nordkirche verabredet.
Am 28.9.2014 wird Bernd Jankowski, Leiter der Begegnungsstätte Bergstedt.

Effect / experience

Um BürgerInnen zu finden, die sich den Schritt „auf die Kanzel“ und einen solchen Gottesdienst zutrauen, muss man viele Menschen kennen und gut im Gemeinwesen verankert sein. Das Team muss bereit sein, zeitlich etwa zehn Stunden Vorbereitungszeit pro Gottesdienst zu investieren. Dasselbe gilt für die pastorale Begleitung, die darüber hinaus bereit sein muss, sich in der Regel zurückzunehmen und nur bei Bedarf stärker in den Vordergrund zu treten.
Die Menschen, die auf die Kanzel gehen, berichten in der Regel davon, dass sie sowohl durch die intensive Vorbereitungszeit mit den Gesprächen über die eigene Biografie und deren religiösen Zusammenhang, als auch durch den Gottesdienst selbst in ihrem Glauben bestärkt wurden. Für fast alle war es eine vertiefende geistliche Erfahrung.
Die Gemeinden nehmen das Angebot als eine jeweils überraschende Form des Gottesdienstes an. Sie erleben die Verschiedenheit der Bürgerkanzel-Gottesdienste als spirituelle Bereicherung.

Adopted and refined

    Connected content

    geistreich video

    Hide Video