Volx-Mobil – Gute Nachrichten aus der Provinz

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2014-09-29
Last major update at: 2014-10-01
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kirche in der Fläche und Landwirtschaft, Mission
Institutions
Sozial-Diakonische Arbeit im Kirchenkreis Mecklenburg - Evangelische Jugend
Keywords
Target audiences
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Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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Volx-Mobil

Abstract

Das Team des Volx-Mobil fährt in Plattenbausiedlungen von Kleinstädten im ländlichen Raum, initiiert Begegnung, fördert Engagement – als Kirche auf der Straße, als Kirche mit Anderen.

Situation / context

Wir suchen Plattenbausiedlungen im ländlichen Raum in der Propstei Neustrelitz, im Osten der Republik auf. Wir besuchen Menschen in ihren Lebensräumen, in denen ein besonderer Entwicklungsbedarf herrscht, weil diese insgesamt oft in der Gefahr stehen, abgehängt zu werden oder zu bleiben. Hier engagieren sich oft nur noch rechtsextreme Gruppen und übernehmen die Meinungsführerschaft.

Öffentlich positionieren wir die Gottes-Reich-Idee und versuchen Gegenentwürfe. Als Kirche mit Anderen engagieren wir uns mit den Menschen, um zu verdeutlichen, wie die Heilszusage des Evangeliums konkret aussehen könnte. Dieses alles tun wir im Verbund mit den ortsansässigen Kirchengemeinden, die da sind und bleiben, wenn wir „weiterziehen“.

Autoren: S. Lauterbach und Axel W. Markmann.

   

Volx-Mobil. Quelle: Sozial-Diakonische Arbeit im Kirchenkreis Mecklenburg - Evangelische Jugend

Goals

Das Volx-Mobil initiiert, stabilisiert und wird Netzwerkpartner, um die sozialen Fragen der Menschen in den Kleinstädten und Dörfern aufzunehmen, Versorgungslücken auszumachen und diese zu thematisieren.

Das Volx-Mobil ist Partner für religiöse Fragen, für Beteiligung und Engagement, für Demokratie und Toleranz und für kirchliches Engagement mit Anderen.

Reflection / background

Die Plattenbausiedlungen im ländlichen Bereich sind in der Regel soziale Brennpunkte. Wir erleben nicht selten, dass diese von der Kirche kaum adäquat in den Blick genommen werden können. Auch die Kommunalpolitik ist selten in der Lage, den diversen Versorgungslücken adäquat zu begegnen. So werden diese Quartiere nicht selten als Kostenfaktoren und Brennpunkt identifiziert, ohne die Ressourcen der Menschen und der Quartiere zu erkennen und zu gestalten.

 

Diese Quartiere den rechtsgesinnten Gruppen, Stammtischparolen zu überlassen, bzw. aufzugeben, widerspricht dem Evangelium. Wir verstehen uns als Kirche mit Anderen und lassen uns folgenden Guten Nachrichten (Matthäus 25) leiten:

  • Was ihr getan habt, einem der geringsten der Schwestern und Brüder,
    das habt ihr mir getan.

Für Gemeindearbeit inspiriert uns der Hebräerbrief, 13,2 und 3:

  • Gastfrei zu sein vergesset nicht; denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt. Gedenket der Gebundenen als die Mitgebundenen derer, die in Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet.

   

Im Monat Oktober 2014 ist das Monatsthema der Mauerfall. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Leipziger Montagsdemonstrationen am 9. Oktober und des Mauerfalls am 9. November will dieser Monat der DDR-Diktatur gedenken und Wege aufzeigen, ihre negativen Folgen zu kompensieren.

http://www.geistreich.de/FokusDDR

    

General information on realization

Wir arbeiten ausnahmslos in der Geh-Struktur.  Wir kommen in die Orte, weil wir angefragt sind, weil wir auf Grund von Presse einen besonderen Bedarf (z.B. Widerstand im Kontext einer Asylbewerberunterkunft) feststellen, weil wir aus anderen Netzwerken, in denen wir als Träger engagiert sind, besondere Bedarfe vermuten.

Wir besuchen alle für uns relevanten „Player“ der Region, z.B. Freiwillige Feuerwehr, Schulen, Pflegeheime, Kitas, Kaufläden, Kaninchenzüchtervereine. Wir bewegen uns auf der Strasse im Stadtteil und nehmen Kontakt zu den Menschen auf und fragen, hören zu und fragen nach. „Was willst Du, das ich Dir tun soll?“

Wir kommen regelmäßig wieder und arbeiten vertrauensbildend. Wir nehmen Impulse und Hilfebedarfe auf und kanalisieren. Wir helfen, damit Menschen sich selbst Beteiligen und mit wirken. Wir initiieren im Verbund mit regionalen Partnern von uns so genannte „Demokratie-Meilen“ als Stadtteil und/oder Dorffeste. Wir arbeiten mit den Menschen an selbst tragenden Strukturen und verorten diese – wenn möglich – im kirchlichen Kontext.

Wir organisieren eine Beitrag für Kirche mit Anderen, als Dienst mit Geh-Struktur und teilen die Erfahrungen in unserer Kirche und ihrer Diakonie mit.

Preparation

Das Volx-Mobil ist ein Kleinbus, der sich sowohl für Personentransport (bis 8 Personen) als auch für Materialtransport eignet.

Zum Projekt gehören unbedingt immer ein Mann und eine Frau, um als Strassensozialarbeiter in eine gute Ergänzung zu kommen und um in den Stadtteilen für die Menschen relevant werden zu können.

Es werden niederschwellige Zugänge an unseren Standorten benötigt. Entweder große Spiele, Bälle, aber auch ein Gaskocher, Tassen und Milch und Zucker für heiße Getränke zum Stehenbleiben oder eine bewegliche Crepes-Maschine, um gastfrei sein zu können.

Das Volx-Mobil Team benötigt Handys und einen mobilen PC, mit dem an den Einsatzorten ins Internet gegangen werden kann.

Realization

Wir erkunden Stadtteile durch Besuche, Gespräche, durch Hören, Sehen  und Riechen zu  unterschiedlichen Tageszeiten und an verschiedenen Tagen die Woche

Wir führen Tagebuchaufzeichnungen, um ein Bild vom Stadtteil zu bekommen.

Wir stehen mit Meinungstafeln und Wandzeitungen auf dem Marktplatz oder an anderen ausgewählten Plätzen und erfragen Positionen der Menschen, die dort leben.

Je nach Thema, das sich artikuliert oder das vorherrscht, engagieren wir uns, in dem wir mit Netzwerkpartnern und Menschen Ideen entwickeln, die umgesetzt werden sollen.

Wir initiieren öffentliche Veranstaltungen, Hearings, Vorträge zu besonderen Themenschwerpunkten und gewinnen Menschen für die Sache.

Wrap up & follow-up actions

Wir arbeiten als kirchlicher Träger immer in Netzwerken, die wir zum Teil selbst initiieren müssen. Diese sind die Träger der Bemühungen, wenn wir „weiterziehen“. Wir sind eingebettet in ein kirchlich- diakonisches und wohlfahrtsorientes Hilfesetting.

Wir bleiben ansprechbar auch über das von uns selbst festgelegte Projektende hinaus und vernetzen zivilgesellschaftliches Engagement der Region mit kirchlichen Strukturen.

Effect / experience

Kirche öffnet sich für Menschen in deren besonderen Lebenswelten und Lebenslagen. Menschen erleben Kirche (oft erstmalig) als für ihr Leben relevant und öffnen sich durch Begegnung mit Guten Nachrichten.

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