GLÜCKSLABOR - ein Kreativlabor im Kirchraum

Author
a geistreich member
Created at: 2014-10-05
Last major update at: 2014-10-05
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gottesdienst, Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Alternative Gottesdienste, Jugendgottesdienst
Institutions
Jugendkirche Düsseldorf in Düsseldorf
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 3 Monate - 1 Monat intensiv
Execution: 1 Abend (19.30-24:00h)
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GLÜCKSLABOR

Abstract

Das Experiment eines neuen gottesdienstlichen Formates für junge Menschen:
Ein Kreativlabor im Kirchraum. Für Kreativköpfe, Neugierige und Experimentierfreudige!
(MEHR: Kreativlabor bei Facebook // GLÜCKSLABOR)

Situation / context

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass junge Menschen mit Neugierde, Fragen und Ideen (meist vorrangig aus dem C-Sgement der Sinus Milieu Studie: Moderne Performer & Experimentelle) nicht nach einem Gottesdienst, wohl aber nach einem Raum (in Kirche) zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Lebensfragen suchen, in dem sie sich mit unterschiedlichsten Perspektiven zur Thematik selbst auseinandersetzen können.

  GLÜCKSLABOR Glück-Skulptur. Quelle: Jugendkirche Düsseldorf

Goals

Jungen Menschen einen (Frei-)Raum zur Auseinandersetzung mit einem Thema eröffnen, der durch den gewählten Ort (= Kirchraum - und das wofür er steht) einen Orientierungs- bzw. Deutungsrahmen bietet, jedoch keine Deutung „von vorne“ vorgibt.

In diesem Raum wird der/ die Einzelne dazu angeregt, sich in der Begegnung mit unterschiedlichen Materialien und Menschen mit verschiedenen Perspektiven zur Thematik zu „befassen“, nicht Beobachtende(r) oder Zuhörende(r) zu sein, sondern selbst dem Thema auf den Grund zu gehen, selbst an unterschiedlichen kreativen oder vertiefenden Stationen zum Thema in das Experiment "einzusteigen".

  

MEHR: Kreativlabor bei Facebook // GLÜCKSLABOR

Reflection / background

Mit jungen Menschen Gottesdienst zu erleben, der beflügelt und erdet, relevant und belebend ist, die Begegnung mit Gott, einem selbst und anderen ermöglicht, der Worte findet, aber nicht nur spricht, der berührt aber nicht manipuliert, der locker aber ernsthaft ist... das ist ein echtes Experiment. Mit dem Kreativlabor zum Thema Glück = GLÜCKSLABOR haben wir dieses Experiment erstmalig gewagt und jungen Menschen einen (Kirch-)Raum eröffnet ohne Verhaltensregeln, Liturgie oder Antworten vorzugeben. Wir haben dazu eingeladen zwischen Schokofondue, Schminke, Puffreis, alten und neuen Texten, Musik, Bildern, Dachlatten, Farben, Knicklichtern und Labormaterialien selbst auf die Suche nach Glück und Gott zu gehen. Wenn aus diesem Abend nicht nur Chaos, sondern ernsthaftes Suchen und Finden entsteht und beim "geteilten Glück" (der Abschlussfeier) davon etwas erlebbar wird, dann hoffen wir, dass das Experiment geglückt ist. Erlebt haben wir auf jeden Fall, dass Jugendliche 16/17+ (vorrangig aus dem vorher beschriebenen Milieu), die mit der Kirche nicht (mehr) im Kontakt sind, dieses Angebot neugierig und experimentierfreudig annehmen.

Dabei ist jedoch die Öffentlichkeitsarbeit, vorherige Schulbesuche mit intensiver persönlicher Werbung sowie die Ästhetik der Gesamtheit (von den Flyern im Vorfeld über die Beleuchtung, Musik, Deko, Raumatmosphäre am Abend sowie auch die Internetseite(n) im Nachhinein) absolut entscheidend.

General information on realization

Einen Kirchraum in ein Kreativlabor zu verwandeln ist spannend und inspirierend, jedoch auch sehr zeit- und materialaufwendig. Bei der Vorbereitung und Umsetzung des GLÜCKSLABORS habe ich als Pfarrerin der Jugendkirche die Rolle der Initiatorin und Koordinatorin eingenommen, jedoch mit einem Grafiker, einer Friseurmeisterin sowie diversen Jugendlichen wichtige Kompetenzen ins Team geholt. Die Team- und Prozessbegleitung war bei der Entstehung des Labors neben der Material- und Finanzorganisation das Wesentliche (und hat sich auf ca. 3 Monate - davon 1 Monat intensiv erstreckt).

  

Mitarbeiter

   

Veranstalter:

Jugendkirche Düsseldorf

Akademiestr. 5

40213 Düsseldorf

   

Veranstaltungsort:

Bergerkirche

Berger Str. 18b

403213 Düsseldorf

Preparation

Öffentlichkeitsarbeit:
In den richtigen Zeitabständen per Flyer, Plakat, Facebook-Veranstaltung und persönlicher Werbung zum GLÜCKSLABOR einzuladen, ist für das Erreichen der Zielgruppe absolut entscheidend. Die Jugendlichen aus dem Vorbereitungsteam waren dabei wichtige MultiplikatorInnen. 

  
Gesamtvorbereitung:
Zunächst gilt es ein Thema und ggf. einen Vers/ Text zu finden: Beim GLÜCKSLABOR sind wir von der Jahreslosung 2014 "Gott nahe zu sein ist mein Glück" auf das Thema GLück gekommen. Diesen Vers/ dieses Thema in unterschiedlichsten Facetten thematisch im gesamten Team zu durchdringen und dann kreativ aufzubereiten, so dass Raum eröffnet wird und nicht konkrete Ideen/ Perspektiven/ Umsetzungen lediglich vorgegeben werden, war wirklich herausfordernd!
Die kreative Umsetzung (die einzelnen Stationen sowie den Laborcharakter auch per Deko zu insznieren) war demgegenüber fröhlich und beschwingend, aber ebenso zeitintensiv.
Auch Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung müssen gut geplant werden - vor allem bei der Abschlussveranstaltung, weiß man jedoch noch nicht, was in der Laborphase entstehen wird, das macht es recht kompliziert...

Realization

Für das GLÜCKSLBAOR haben wir uns einen zentralen Kirchraum (ohne Bänke) geliehen. Die Jugendkirche (= ein kleines Ladenlokal) lag in Fußnähe zum Kirchraum und wurde erst zum Chillout genutzt.
    
Um 19.30h: Eröffnung des GLÜCKSLABORS mit Musik, Interviews und Überraschungen
(moderiertes Programm zur Eröffnung mit Filmclips, Musik, Interviews, gemeinsamen Aktionen und einigen Anregungen dem Thema GLÜCK selbst auf die Spur zu kommen...)

   
Danach: Labor-/ Experimentierphase - Raum zum Suchen, (Er)Finden, Ausprobieren, was glückt und glücklich macht
(11 verschiedene Stationen laden zum Experimentieren und Vertiefen ein)

  

Um 22.00h: Abschlussfeier geteiltes Glück im Labor

   
Anschließend Chillout in der Jugendkirche
 

Wrap up & follow-up actions

In den Glückspaketen, die am Eingang zum GLÜCKLABOR verteilt wurden, waren nicht nur Materialien, die man im Labor selbst gebrauchen konnte, sondern auch ein kleiner Hinweis per Aufkleber auf das geplante Kreativlabor 2.0 sowie die entsprechende Internet- und Facebookseite, über die man auf dem Laufenden gehalten wird/ sich stärker einklinken kann. Auch das Chillout hatte bewusst den Fokus, Jugendlichen das Angebot stärkerer Vernetzung mit der Jugendkirche zu machen.

Bis zur Fortsetzung dieses Experimentes - das Kreativlabor 2.0 ca. 7 Monate später am 2.5.2015 - wird sich zeigen, wie intensiv/ regelmässig Jugendliche den Kontakt zur (Jugend)Kirche suchen/ wahrnehmen.
 
Die erste Auswertung des GLÜCKSLABOR-Vorbereitungsteams zeigt deutlichen Optimierungsbedarf bei der Material-/ Transportlogistik an, aber so große Zufriedenheit mit diesem Format insgesamt, dass die meisten sich erneut ein so zeitintensives Engagement für ein Kreativlabor 2.0 vorstellen können und auch wieder Freunde/ Freundinnen dazu einladen würden.

Effect / experience

Ca. 10 Jugendliche haben einen ca. 3-monatigen Prozess zum Thema GLÜCK und der Frage "Was ist für mich eigentlich ein Gottesdienst" erlebt und dabei Sprachfähigkeit und Gestaltungsideen gewonnen/ eingebracht.
 
Ca. 30 Jugendliche haben ein ihrer Ästhetik, ihrem Lebensgefühl und ihren Begabungen entsprechendens kirchliches Angebot erlebt, in dem sie ihren Fragen nach Glück und Gelingen nachgehen konnten - und was damit Gottes Nähe oder Ferne zu tun hat.
 
Insgesamt ist somit erstmals das Experiment eines völlig neuen gottesdienstlichen Formats für junge Menschen gewagt worden, was zur Diskussion darüber, was eigentlich ein Gottesdienst ist, anregt.

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