Wenn Wege sich trennen

Author
a geistreich member
Created at: 2010-08-24
Last major update at: 2010-08-24
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Seelsorge und Kasualien, Besondere Anlässe („neue Kasualien“)
Institutions
Kirchenkreis Arnsberg in Meschede
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 3-4 Stunden
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2 votes
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Wenn Wege sich trennen

Abstract

Ein spezieller Zielgruppen-Gottesdienst für Menschen mit Trennungs- und Scheidungsgeschichten. Ihre Gefühle und Erfahrungen erhalten Raum und Ausdrucksmöglichkeiten und werden mit der biblischen Verheißung und Glaubensaussagen verbunden.

Situation / context

Der Gottesdienst ist ein Angebot für Menschen, die in ihrem Leben Brüche erlebt haben. Ihre Erfahrungen und Gefühle werden aufgegriffen und thematisiert. Dabei werden traditionelle Elemente der Gottesdienstgestaltung (Gebete, Ansprache, Lieder) mit neueren Elementen kombiniert (persönliche Statements, Stationen im Raum, persönliche Segnung).

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

Der Gottesdienst für Geschiedene ist Bestandteil des Programms der "Offenen Kirche" der Auferstehungskirche Arnsberg. Er findet einmal im Jahr - in der Regel am 1. Sonntag im November - um 16.00 Uhr in der evangelischen Auferstehungskirche in Arnsberg statt. Zur Vorbereitung gibt es drei Treffen im großen Team, dazu  1-2 Treffen in Kleingruppen. Im ersten Treffen werden Thema und Titel gefunden. Für die Ansprache wird ein biblischer Text ausgesucht und Aspekte des Themas benannt, die sich zur Gestaltung von vier thematischen Stationen eignen. Außerdem wird geklärt, wer ein persönliches Statement sprechen kann. Eine Beraterin spricht hierfür Geschiedene aus einer "Geschiedenengruppe" an. Lieder werden mit der Kirchenmusikerin ausgesucht. Diese sucht auch einen jungen Musiker, der zusammen mit ihr am Klavier die musikalische Gestaltung übernimmt. Es wird festgelegt, wer die Plakate und Handzettel herstellt. Die Vorbereitung für ein anschließendes Beisammensein mit Kaffee und Keksen übernimmt der Ortspfarrer.
Beim zweiten Treffen werden die Elemente zusammengetragen, diskutiert und kommentiert. Danach werden das Liedblatt und die Handzettel für die Stationen erstellt. Das dritte Treffen ist ein Ortstermin für letzte Verabredungen.
Eine Stunde vor dem Gottesdienst baut das Team alles Notwendige auf, legt Gottesdienstprogramme und ein Faltblatt mit Texten und Gebeten zum Thema und mit Anschriften der Teammitglieder und von Beratungsstellen aus; die Technik wird ausprobiert; zwei Teammitglieder stellen sich an die Tür und begrüßen die Gottesdienstteilnehmenden.

Realization

 Als Beispiel dient der Gottesdienst  aus dem Jahr 2007. Er hatte das Thema "Wenn Wege sich trennen - Vertraut den neuen Wegen". Als biblischer Text wurde Gen 28,10-19 gewählt. Motive für die Stationen waren "Blick zurück", "Gepäck abladen",  "Standort",  "Blick nach vorn".
Nach einem Vorspiel begrüßt der Ortspfarrer die Gemeinde. Persönliche Statements von Betroffenen führen in das Thema ein. Ein Gebet von Rose Ausländer mündet in das Lied "Meine engen Grenzen". Es folgen die Lesung des Bibeltextes und die Auslegung. Bei der Auslegung wechseln die Teammitglieder sich ab (alternativ in Dialogform). Nach einem weiteren Lied werden die Gottesdienstteilnehmenden eingeladen, aufzustehen und die Angebote an den Stationen zu entdecken. Sie finden dort Texte und Anregungen zu symbolischen Aktivitäten. Sie können einfach nur schauen und sitzen, nachdenken und etwas tun oder weitergehen. Jede/r entscheidet für sich, wohin er/sie gehen möchte. Ein/e evangelische/r Pfarrer/in und ein katholischer Priester stehen zu beiden Seiten des Altars - wer möchte, kann sich von ihnen segnen lassen. Die Phase dauert ca. 20 Minuten. Währenddessen wird leise musiziert. Bei einem Lied kommt die Gemeinde wieder zusammen. Es folgen ein Fürbittengebet und das Vater unser. Nach einem weiteren Lied und dem Segen. Die Ausgangskollekte ist für evangelische und katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen bestimmt. Nach dem Gottesdienst gibt es die Gelegenheit, bei Kaffee, Tee und Keksen zusammen zu bleiben. Die Teammitglieder stehen für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Bewusst wird keine Kinderbetreuung angeboten. Väter / Mütter sollen in diesen beiden Stunden nur sich selbst im Blick haben.

 

Materialien

 Benötigt werden ein  Klavier, Liedblätter, Handzettel für die vier Stationen, Textblätter zum Mitnehmen, Klingelbeutel sowie kreative und symbolische Elemente, wie z.B. Spiegelfliesen, Stellwände, eine Wäscheleine und Wäscheklammern, Bildpostkarten, Steine; Hammer und Nägel, Ton, Stifte, Zettel.

 

Kosten

 300 - 500 Euro für das Honorar für den zusätzlichen Musiker, Kopierkosten, Werbung, Kaffee und Kekse. Die Kosten werden abwechselnd vom Kirchenkreis und vom Dekanat getragen.

 

 

Dauer

 Mit der Vorbereitung und dem anschließende Kaffeetrinken sind am Tag des Gottesdienstes ca. 3-4 Stunden einzuplanen.

 

Arbeitsaufwand

 Das erste Treffen der Vorbereitungsgruppe dauert etwa drei Stunden, zwei weitere je eineinhalb Sunden. Drei Kleingruppen-Treffen nehmen etwa zwei Stunden in Anspruch. Dazu kommt der Arbeitseinsatz für Plakatentwurf und Verteilen von Plakaten und Handzetteln von ca. drei Stunden. Die Auswertung, oft gekoppelt mit der Vorbereitung des nächsten Gottesdienstes, dauert etwa zwei Stunden.

 

Mitarbeitende

  Bereits bei der Vorbereitung wirken mit: Ein katholischer Gemeindepfarrer, ein evangelischer Gemeindepfarrer, zwei evangelische funktionale Pfarrerinnen (eine Frauenreferentin, die auch Pfarrerin für die Arbeit mit 30-50-Jährigen ist, und die Pfarrerin im Projektbüro des Kirchenkreises) sowie eine Beraterin aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Diakonie und eine Kirchenmusikerin. Manchmal ist auch noch eine katholische Psychotherapeutin dabei.
Im Gottesdienst selbst sind dann noch beteiligt: Ein weiterer Musiker, die Küsterin oder Ehrenamtliche, die Kaffee kocht etc.

 

Weiterführende Literatur:
Frauenreferat der Evangelischen Kirche von Westfalen (Hg.), Segen ist Nahrung für das Leben, Lila Blätter 7/2007.

 

Links:
"Segen ist Nahrung für das Leben" (Bericht zu "Wenn Wege sich trennen")
Dokumentation zu "Wenn Wege sich trennen"

Wrap up & follow-up actions

Es gibt ein Auswertungstreffen.

Effect / experience

Der Gottesdienst wird von 50 - 70 Menschen besucht. Einige kommen jedes Jahr. Das Altersspektrum bewegt sich zwischen 40 und 70 Jahren. Wobei mehr Katholiken als Protestanten kommen. Die Menschen kommen hauptsächlich aus der Region, einige auch aus den Gemeinden vor Ort. Die Gottesdienstbesucher/innen sind bereit, Neues auszuprobieren. Sie nehmen die persönliche Segnung gerne an.
Einige Gottesdienstbesucher/innen erbitten im Anschluss an den Gottesdienst Termine bei der Eheberaterin, die zum Team gehört.
Das fachlich gemischte Team ist in unseren Augen die wichtige Grundlage des Gottesdienstes. Die Mitarbeit des katholischen Priesters in einer ländlichen evangelischen Diaspora ist ein echter Segen. Es spart Kräfte, dass eine Person für die Koordination verantwortlich ist.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

Sie kommen wieder. Sie sind froh, dass es in der Kirche einen Raum gibt, in dem ihre Gefühle angesprochen werden.

 

Tipps für Nachahmer/innen

Wir haben das Modell dieses Gottesdienstes beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin kennen gelernt. Das dort vorgestellte Stuttgarter Modell haben wir mit leichten Variationen übernommen.

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