Predigt zum Themenjahr "Bild und Bibel" und Halloween

Author
a geistreich member
Created at: 2014-11-10
Last major update at: 2014-11-19
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Predigtwerkstatt
Institutions
Not yet assigned
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
Votes
one vote
Comments to the document

Abstract

Eine Predigt nimmt das Themenjahr "Bild und Bibel" und Halloween auf.

Situation / context

Halloween gewinnt zunehmend an Bedeutung und verdrängt im Bewusstsein vieler Menschen den Reformationstag.

Am Reformationstag 2014 wurde das Themenjahr "Bild und Bibel"  eröffnet.
Sie finden die Predigt unten auf der Seite im Downloadbereich und hier:

     

Halloween

Sie saß im Wohnzimmer, kaute nachdenklich an einem Keks aus der Konfektschale, in der außerdem noch Smarties, Haribos und Kinderschokolade lagen. Ihr Mann war wegen einer fieberhaften Erkältung nach der Tagesschau ins Bett gegangen.

Sie dachte über die Predigten nach, die sie nachmittags in der Christianskirche zum Thema „Reformation-Bild und Bibel“ gehört hatte und die versteckten Klagen, dass sich seit einigen Jahren die Priorität verschoben hat. Außerdem hatte sie noch beeindruckende Bilder von leidenden Menschen vor Augen.

Als sie um 18 Uhr zurück gekommen war, hörte sie auch schon den Gesang und die Sprüche einer ersten Kindergruppe. Sie hat nichts gegen diesen Brauch, der, wie so vieles, aus Amerika herübergeschwappt war, denn auch ihre Enkelkinder gingen verkleidet von Haus zu Haus. Aber ihr gefiel der Kommerz nicht!

Selbst auf ihrem Kalender eines Hamburger Supermarktes steht hinter dem 31. Oktober: Halloween/ Reformationstag. Neben Kostümen und Masken bot er schon vor Wochen Berge von Hokkaidos an. Sie nannte sie spöttisch ‚Al-Qaida-Kürbisse’.

Vor vielen Jahren gab es etwas Ähnliches für die Kinder am Silvesterabend.

Das „Rummelpottlaufen“. Sie erinnerte sich daran, wie sie mit Freundinnen, alle verkleidet, an den Nachbarhäusern klopften und um Süßigkeiten sangen. Wenn nicht geöffnet wurde, und sie das Gefühl hatten, dass die Leute da waren, kam der plattdeutsche Spruch: „Disse Ollsch de gifft nich geern ...“ Und aus Schabernack wurde der metallene Ascheimer umgekippt. So hieß damals der heutige Mülleimer, weil meistens mit Koks oder Briketts geheizt wurde.

Bis acht Uhr hatte es dreimal geklingelt, und sie hatte jedes Mal mit der Schale in der Hand, die Tür geöffnet. Die meisten Kinder waren bescheiden gewesen und hatten nur zaghaft zugegriffen. Bis auf die dritte Gruppe, aus fünf Horror-Gestalten. Aus dem aufgerissenen Schlund einer hohläugigen Totenmaske ertönte die verstellte, tiefe Stimme eines ‚Zombies’: „Geh`weg mit deinem süßen Kram! Den kannst du selbst fressen! Davon haben wir schon genug!

Hast du kein Geld?“

Diese Dreistigkeit verschlug ihr nicht nur den Atem, sondern ließ sie auch die Tür zuschlagen.

Sie wollte sich um neun Uhr eine Dokumentation über Martin Luther ansehen und hoffte, dass niemand mehr kam. Wenn aber, wollte sie trotzdem noch öffnen, denn letztes Jahr hatten sie eine unangenehme Erfahrung gemacht. Da sie spät abends nicht mehr auf Klingeln reagiert hatten, reagierten die sich mit der Drohung „Saures“ ab. Was die aber darunter verstanden, war kein Streich, sondern Sachbeschädigung!

Am nächsten Morgen waren sie bestürzt, dass ihre neue mahagonifarbene Kunststofftür weiß besprayt war. Unter dem oberen runden Fenster stand:

‚Geiz ist ungeil’!

    

Um kurz vor neun Uhr klingelte es aber doch noch mal. Sie nahm die Schale vom Tisch und ging an die Tür. Sie hörte Kinder singen: „Ich bin der Clown mit dem schrecklichen Gesicht. Hier wie ein Blitz...“ Sie öffnete die Tür. ...“und verschwinde ohne Spur mit Witz.“ Der Gesang brach abrupt ab. Sie traute ihren Augen nicht. Ein großer Junge mit einer Clown-Maske stand vor ihr. Er hatte einen Stoffbeutel in der Hand und mit der anderen das Gerät darin ausgeschaltet.

„Was soll der Zirkus?!“, herrschte sie ihn an.

„Du solltest mich jetzt ganz schnell `reinlassen, Oma!“, drohte ein mittelgroßer Mann. „Sonst geht es dir schlecht! Ich hab noch mehr Werkzeuge hier!“

Seine Hand steckte noch im Beutel, der sich seitwärts ausbeulte, als wäre es der Lauf einer Waffe.

Ängstlich ließ sie ihn herein und blieb mit ihm auf dem Flur stehen. „Was wollen Sie von mir?“ fragte sie forsch, obwohl ihre Hand mit der Schale zitterte.

Er lachte höhnisch. „Bestimmt nicht deinen Kinderkram! Los, Oma, hol Bargeld und Schmuck! – Du bist doch hoffentlich allein?!“

„Ja, ich bin allein!“, antwortete sie. Diesmal lauter, es war fast ein Schreien.

„Ich bin nicht schwerhörig!“ , grölte er.

„Das sind doch die meisten Clowns!“

„Phantasier hier nicht rum und beweg dich, Alte!“

Den Gefallen tat sie ihm aber nicht und sagte: „Sie können doch noch mit ins Wohnzimmer kommen! Sie sind bestimmt durchgefroren. Ich könnte Ihnen eine Tasse Kaffee oder einen Grog aufgießen.“

„Ha, ha, ha Oma, um dann heimlich zu telefonieren! Ich bleib hier stehen, bis du die Kohle gebracht hast! Und versuch nicht, Hilfe zu holen; sonst knallt es!“

Sie ließ sich aber nicht einschüchtern und erwiderte: „Ja, gleich! Vorher möchte ich aber noch wissen, wer sie haben will! Haben Sie keine Arbeit oder sind sie obdachlos? Wie sind Sie bloß auf diese Wahnsinnsidee gekommen?“

Er lachte. „Wenn dir das leichter fällt, dich vom Geld zu trennen! Ja, ich bin ein arbeitsloser Clown. Der Wanderzirkus ist pleite gegangen, weil fanatische Tierschützer unsere Tiere frei gelassen oder vergiftet haben. – Das kannst du glauben oder nicht; das ist mir egal! Und nun los!“ Er gab ihr einen kleinen Schubs. „Lüfte dein Kopfkissen oder suche unter deiner Bettwäsche! Das sind doch die Safes der alten Leute. Ich warte aber ...“ Im selben Augenblick traf ihn ein wuchtiger Schlag in die Kniekehlen. Sie knickten ein und er ging jammernd zu Boden. Sein Kopf schlug auf dem Parkett auf.

     

Ihr Mann hatte sich barfuß, mit einem ausrangierten Baseballschläger ihres Sohnes bewaffnet, aus dem Schlafzimmer angeschlichen.

Sie ging kurz ins Wohnzimmer, während er sich über den Verletzten beugte.

Es war ein grotesker Anblick: Die weiße Latex-Maske mit der großen roten Kugelnase, dem aufgerissen Mund und den fletschenden Zähnen und der Mann stöhnend und sich wieder aufrichten wollend.

„Sie bleiben liegen!“ kommandierte er und hob drohend den Schläger.

„Lassen Sie mich aufstehen, ich nehme auch meine Maske ab!“, bettelte er.

„Die hätte ich Ihnen schon abreißen können! Aber ich will Sie nicht sehen, will sie gar nicht erkennen!“ Und an seine Frau gewandt, die auf den Flur zurück gekommen war, „Alles erledigt? Hast du dem arbeitslosen Clown unser Vermögen eingepackt und mit einer roten Schleife dekoriert?!“

Sie nickte schwach lächelnd über seinen Galgenhumor und sagte: „Sie wissen doch, was die Zahlen 110 bedeuten?!“

„Bitte, lassen Sie mich gehen! Ich habe Frau und Kind!“

„Umso schlimmer!“, antwortete sie. „Sie sollten sich schämen!“

Von fern hörten sie die Sirene eines Polizeiwagens. „Kommen Sie hoch!“ forderte sie ihn auf.

Er griff nach seinem Beutel, den er fallen gelassen hatte und kam unsicher auf die Füße. Ihr Mann stellte sich hinter ihn, den Schläger noch immer in der Hand.

Sie brachte ihn zur Tür, öffnete sie und sagte: „Wir geben Ihnen eine Chance!

Hauen Sie so schnell wie möglich ab!“

Er antwortete nicht und versuchte zu laufen. Es war aber mehr ein schnelles Humpeln. Sie rief ihm noch hinterher: „Weil heute Reformationstag ist, noch ein Tipp: Werfen Sie die Maske weg!“

Martin Ripp

  

Goals

---

Reflection / background

---

General information on realization

---

Preparation

---

Realization

Sie finden die Predigt unten auf der Seite im Downloadbereich.

 

 

 

Wrap up & follow-up actions

---

Effect / experience

---

Adopted and refined

    Connected content

    geistreich video

    Hide Video