Krippenspiel zu Heiligabend

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a geistreich member
Created at: 2014-11-27
Last major update at: 2015-10-11
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Weihnachtskreis, Gottesdienstbausteine
Institutions
St. Johannis-Harvestehude in Hamburg
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Abstract

Krippenspiel zu Heiligabend mit Kindern. Dabei sind die Gruppen der Engel, Hirten und Wirten an verschiedenen Orten in der Kirche platziert.

Situation / context

Für viele Kinder und Familien ist das Krippenspiel an Weihnachten der Höhepunkt des Kirchenjahres.

Goals

---

Reflection / background

Die meisten Kirchen sind am Heilig Abend bis auf den letzten Platz voll. Die Mengen an Gottesdienstbesuchern birgt gerade in großen Kirchen das Risiko, dass die Kinder, für die das Krippenspiel eigentlich gedacht ist, kaum etwas sehen können. Aus diesem Grund finden die einzelnen Szenen im Kirchraum verteilt statt: Die Engel, die Hirten sowie die Wirte der ausgebuchten Herbergen stehen bei ihren Auftritten jeweils in den Kirchenbänken. Maria, Joseph und die Heiligen Drei Könige ziehen durch den Mittelgang ein. So kann von jedem Platz aus zumindest ein Teil des Geschehens aus der Nähe beobachtet werden. Zudem bringt diese Vorgehensweise eine neue Dynamik in den Verlauf des Gottesdienstes und des Krippenspiels.

General information on realization

Eine Krippe mit Puppe und die Hirtenstäbe kann vielleicht die Gemeinde vorhalten. Im Altarraum können Krippe und die Stühle für Maria und Joseph auf einem Podest stehen, damit sie hinten auch sichtbar sind. Proben mindestens an allen Adventssonntagen sind nötig. Am 23.12. Mittags findet eine Mikrophonprobe in der Kirche statt. Die Kostüme müssen die Eltern beschaffen. Für die tragenden Rollen kann man eine Ersatzperson einplanen.

Preparation

Man kann die Kinder bzw. Eltern der relevanten Jahrgänge anschreiben, einen Aushang im Kindergarten, im Schaukasten und in den nahen Grundschulen machen. Auch im Gemeindebrief kann man auf das Spiel und die Proben hinweisen.

In der Gemeinde findet jeden Sonntag Kindergottesdienst statt. Die Termine im Advent werden für Proben genutzt; auch der 23.12.

Realization

Mütter oder Kindergottesdienst-Teamer können unauffällig assistieren, z.B. bei Kerzen oder Mikrophonen. Der Küster schaltet zu einer bestimmten Stelle im Stück einen Scheinwerfer auf die Engel ein.

Wegen der Kerzen sind Wassereimer bereitzustellen. Die Predigt sollte sehr kurz sein. Engel und Hirten können beliebig durch stumme Rollen erweitert werden. Selbstverständlich gibt es auch das kleine Schaf mit dem Schafsfell, eine stumme Rolle.

 

Materialien:

Krippe, Podest, Puppe, Hirtenstäbe, Kostüme (soweit die Eltern diese nicht beschaffen), Fell für das kleine Schaf, Kerzen, Wassereimer, Mikrophone, Checkliste, Teilnehmerliste, die beim ersten Treffen ausgefüllt wird, Krippenspieltext (s.u.), Flügel für die Engel.

Die Christvesper hatte folgenden Ablauf:

Orgelvorspiel

Pastor/in: Begrüßung und Eingangsgebet

LIED: Macht hoch, die Tür, die Tor macht weit (EG 1)

 

Szene 1: Maria und Josef unterwegs nach Bethlehem

 

Mikro 1 AN

Zu Beginn stehen Mutter und Kind in der Mitte des Altarraums. Weiter hinten stehen zwei Stühle. Maria, Josef und der Herold stehen versteckt im Eingang zur Küstersakristei.

Kind: Mama?

Mutter: erschrickt und lässt den Karton fallen Oh nein! Was ist denn?

Kind: Was ist eigentlich Weihnachten?

Mutter: Ich bitte dich! Das musst du doch inzwischen wissen!

Kind: Ich weiß, dass es Geschenke gibt und Kerzen. Und alle sind im Stress. Aber keiner sagt mir, warum.

Mutter: Du, ich hab jetzt echt keinen Nerv für so was. Kannst du nicht Papa fragen?

Kind: Hab ich ja! Aber der ist mit dem Gänsebraten beschäftigt. Und Oma will „Die Auswanderer“ sehen und Opa schläft.

Mutter: Na gut. Dann schauen wir mal. Sie nimmt eine Bibel vom Altar, und liest sehr schnell:

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah…

Kind: Hä? Ich verstehe kein Wort. Kannst du mir das bitteschön erklären?

Mutter: Würde ich ja gerne, aber ich muss die Kugeln an den Baum hängen.

Kind: Das brauchst du nicht mehr… sie sind mit Sicherheit alle kaputtgegangen, als du sie eben runtergeworfen hast.

Mutter: schaut in den Karton. Oje, du hast Recht. Diese Kugeln können an keinem Baum mehr hängen. Vielleicht ist es gut, wenn ich mal eine Pause mache.

Mikro 1 an Josef geben

Die beiden gehen auf die Kanzel.

Also: Vor langer Zeit, etwa vor 2000 Jahren, lebte in Nazareth in Galiläa ein Zimmermann namens Josef mit seiner Frau Maria. Die sollte bald ein Kind bekommen.

Maria und Josef setzen sich auf zwei Stühle im Altarraum.

Doch eines Tages…

Mikro 2 AN, Herold nimmt es bei Auftritt mit.

Der Herold und der Trommler treten auf. Der Trommler gibt einen lauten Trommelwirbel.

Josef: Was soll denn dieser Lärm?

Herold: Lärm? Unverschämtheit! Das ist die königlich-kaiserliche Fanfare! Ich habe nämlich eine wichtige Botschaft von Kaiser Augustus!

Kind: Kaiser Augustus??

Mutter: Kaiser Augustus herrschte damals in Rom.

Herold: Da hört ihr es! Er ist ein mächtiger Mann! Er lässt Straßen und Paläste bauen und muss Kriege führen. Und dafür braucht er Geld, viel Geld! Auch ihr müsst dafür bezahlen und das wird jetzt organisiert. Jeder soll in die Stadt gehen, in der er geboren wurde. Dort soll er sich in die Steuerlisten eintragen lassen.

Maria: Müssen wir wirklich? Bethlehem, deine Heimatstadt, Josef, ist so weit weg von hier! Und ich bekomme bald ein Kind…

Herold: Tja. Ich bin nicht Augustus. Außerdem muss ich jetzt los. Ich muss heute noch in fünf andere Dörfer und wenn ich das heute noch schaffen will, muss ich mich beeilen.

Maria: Aber…

Herold: Es tut mir wirklich schrecklich Leid. Aber ich muss weiter. Schönen Abend noch.

Herold geht ab. Mikro 2 AUS.

Josef: Befehl ist Befehl. Er hängt Maria einen Mantel um und nimmt einen Wanderstab in die Hand.

Maria: Oh Josef, ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Mikro 1 AUS. Mikro mitnehmen!

Maria und Josef gehen durch den Seitengang hinaus und während des Liedes durch den Mittelgang wieder langsam nach vorne.

 

LIED: Wie soll ich dich empfangen (EG 11)

 

Mutter: Nach mehreren Tagen kamen Maria und Josef in Bethlehem an. [Jetzt müssen die Laternen der Wirte angezündet werden.]

 

Mikro 1 AN.

 

Josef: Schau mal, Maria, ein Gasthaus!

Maria: Endlich! Ich bin so erschöpft!

Josef: klopft an die erste Kirchenbank.

Wirt 1: steht auf seiner Kirchenbank und hält seine Laterne schön hoch Wer da? Was wollt ihr hier so spät in der Nacht?

Josef: Habt ihr vielleicht ein Zimmer für uns?

Wirt 1: Nun, eine drei-Zimmer-Luxus-Suite wäre noch zu haben. Habt ihr genügend Geld?

Josef: Ich fürchte, nein. Wir brauchen auch gar nicht so viel…

Wirt 1: Jaja, ich weiß, ihr braucht kein großes Zimmer. Das haben mir heute schon mindestens 120 Leute gesagt. Inzwischen schlafen sie in den billigen Räumen Bett an Bett. Da hat nicht mal mehr ein Floh Platz. Geht doch zu Konkurrenz! Auf Wiedersehen.

Josef und Maria gehen ein Stück weiter. Josef klopft an die zweite Kirchenbank.

Mikro 1 an Hirte 2.

 

Wirt 2: steht auf seiner Kirchenbank und hält seine Laterne schön hoch. Ja, bitte?

Josef: Guten Abend. Wir hätten gern ein Zimmer für die Nacht, für mich und meine Frau. Sie ist hochschwanger. Wir haben eine lange Reise hinter uns und sind völlig erschöpft!

Wirt 2: Ein Zimmer? Nein, nicht direkt. Obwohl… im Gasthaus kann ich euch zwar nichts anbieten, aber der Stall draußen auf dem Feld ist noch nicht belegt. Er ist zwar klein und schmutzig aber ihr kriegt Rabatt.

Josef: sieht Maria kurz an. Na gut. Besser als gar nichts. Danke schön.

 

Mikro 1 an Hirte 1

 

Während die Mutter weiter spricht, gehen Josef und Maria in den Altarraum. Josef stellt die Krippe auf und Maria läuft unruhig hin und her. Mikro 2 dazustellen.

 

Mutter: Also machten die beiden sich wieder auf den Weg durch die Dunkelheit. Endlich fanden sie den Stall. Er war armselig und verfallen. So gut es ging, machten sich die beiden ein Lager aus Heu und Stroh. Maria aber fand keine Ruhe, Sie spürte: Heute Nacht noch sollte ihr Kind geboren werden! Und dann war es soweit: Maria brachte ihren ersten Sohn zur Welt! Maria zieht die Puppe unter ihrem Kleid hervor und legt sie in die Krippe. Und sie freuten sich über ihren Sohn und nannten ihn Jesus. Das hatte er Engel Maria gesagt. Denn das bedeutet: Er ist uns von Gott gesandt. Und sie hoffte darauf, dass mit diesem kleinen Kind Gottes Liebe und Friede zu den Menschen kommen wird.

 

LIED: Ihr Kinderlein, kommet (EG 43)

 

Szene 2: Die Hirten

 

[hier müssen die Kerzen der Engel schon mal angezündet werden.]

Hirte 1 (kleiner Hirte): Elam, Elam, wach auf! Rut hat gekalbt!

Hirte 2: Wie oft habe ich dir schon gesagt: Rinder kriegen Kälber, Schafe kriegen Lämmer!

Hirte 1: Dann hat sie eben gelammt!

Hirte 2: Das Wort gibt es nicht.

Hirte 3: Ach, lass ihn doch. Er ist doch noch jung und noch nicht so lange Hirte wie du! Mikro 1 an Engel 1

 

Mutter: Plötzlich wurde der Himmel über den Hirten strahlend hell. Im Licht erkannten sie viele Engel.

Alle Engel: singen: Gloria in excelsis deo

Engel 1: Fürchtet euch nicht! Wir bringen euch eine große Freude! Euch ist heute in der Stadt Davids der Heiland geboren, der Helfer und Retter, auf den ihr so lange gewartet habt.

Engel 2: Seht ihr den Stern dort oben? Zeigt nach oben. Die Hirten nicken. Folgt dem Stern! Er wird euch leiten!

Engel 3: Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet ein Kind finden, in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Es bringt euch Hoffnung und den Weg zum Leben.

Alle 3 Engel im Chor: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!

Mikro 1 an Hirte 2

 

LIED: Hört, der Engel helle Lieder, (EG 54, 1-4)

Während des Liedes gehen die Engel nach vorne und setzen sich auf die Altarstufen.

 

Hirte 2: Habt ihr das gehört? War das echt?

Hirte 3: Ich weiß nicht. Ich weiß nur, dass gerade Engel da waren und der Himmel taghell war.

Hirte 1: Was ist denn ein Heiland? Und was ist die Stadt Davids?

Hirte 2: Der Heiland soll Liebe und Friede in die Welt bringen. Seit Jahren warten die Menschen auf ihn!

Hirte 3: Und die Stadt Davids – das ist Bethlehem!

Hirte 1: Ich glaube, da ist etwas ganz besonderes geschehen! Lasst uns gehen! Mikro 1 an 2. Weisen

 

Die Hirten machen sich auf den Weg Richtung Krippe.

 

LIED: Kommet, ihr Hirten (EG 48, 1-3)

 

Mutter: Die Hirten fanden alles so, wie es ihnen der Engel verkündet hatte: Den Stall, Maria, Josef – und das Kind in der Krippe. Während der Erzählung knien sich die Hirten hin und geben ihnen ihre Geschenke. Sprachlos und voller Staunen gingen sie vor dem Kind in die Knie. Viel hatten sie nicht, aber von dem wenigen, das sie besaßen, schenkten sie dem Kind Äpfel, Mandarinen oder ein warmes Fell.

Kind: Ich kenne ein Lied, das wir mit den Hirten singen könnten: Ich steh an deiner Krippen hier!

Mutter: Gute Idee!

 

LIED: Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37)

 

KURZPREDIGT

 

LIED: Tochter Zion (EG 13)

Während der letzten Strophe gehen die drei Weisen bis zur ersten Stufe zum Altarraum vor.

Mikro 2 AN, Mikro 1 AN

Szene 3: Die drei Weisen

 

  1. Weiser: schaut durch ein Fernrohr Seht mal, da, der Stern steht über einem Stall!
  2. Weiser: Über einem Stall?
  3. Weiser: Meinst du wirklich, dass wir hier richtig sind?
  4. Weiser: Ja, nichts wie rein!

Die drei gehen bis zur Krippe vor und stellen sich seitlich neben die Krippe.

Josef: Wer seid ihr denn?

  1. Weiser: Wir sind drei Weise aus dem Morgenland!

Maria: Wer hier so alles vorbeikommt…

  1. Weiser: Wir suchen den neuen König der Juden.
  2. Weiser: Ich glaube, wir haben ihn gefunden.
  3. Weiser: Wir haben auch Geschenke mitgebracht. Hier: Nehmt von mir Gold. Drückt Josef das Gold in die Hand, der ziemlich erstaunt aussieht.
  4. Weiser: Und von mir Weihrauch. Legt den Weihrauch vor die Krippe.
  5. Weiser: Und von mir Myrrhe.

Maria: Was sollen wir denn mit ´ner Möhre?

  1. Weiser: Nein, Myrrhe! Das ist ein Balsam, der gut riecht. Gibt Maria die Myrrhe.

Maria: Dankeschön! So etwas können wir gut gebrauchen.

Mikro 1 an Hirte 1

 

Mutter: Die Hirten und die Weisen blieben noch eine Weile bei Josef, Maria und dem Jesuskind. Schlafen konnte keiner von ihnen in dieser Nacht. Noch lange reden sie über das neugeborene Kind. „Endlich“, sagen sie, „endlich hat Gott seinen Sohn in diese Welt geschickt.“ Gleich morgen wollen sie es den anderen Menschen in Bethlehem erzählen. Diese Freude können sie nicht für sich behalten!

Kind: So ist es also Weihnachten geworden.

 

Hirte 1 geht bis an den Rand des Altarraums nach vorne.

Hirte 1:           Wenn der Starke dem Schwache vergibt

                        Und der Starke die Kraft des Schwachen liebt,

 

                        Wenn der Laute bei der Stummen verweilt

                        Und begreift, was die Stumme ihm sagen will,

                        Wenn das Leise laut wird, und das Laute still,

 

                        Wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos

                        Und das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,

 

                        Wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht

                        Geborgenheit, helles Leben verspricht,

                        Und du zögerst nicht, sondern gehst, wie du bist, darauf zu,

 

                        Dann, ja dann, fängt Weihnachten an.

 

Pastor/in: Vaterunser, Sendung und Segen

 

LIED: Oh, du Fröhliche (EG 44)

 

Wrap up & follow-up actions

In der Gemeinde findet jeden Sonntag Kindergottesdienst statt. Kinder, die durch das Krippenspiel an Heiligabend Interesse bekommen haben, können also den Kindergottesdienst besuchen und treffen dabei auch Aktive aus dem Krippenspiel und dem Gottesdienst wieder. Im Sommer findet ein Kinderbibeltag statt

Effect / experience

Sehr positive Resonanz, viele Kinder möchten im Krippenspiel eine Rolle bekommen.

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