Kunstworkshop für Kinder im Rahmen einer Chagall-Ausstellung

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2015-02-24
Last major update at: 2015-03-03
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bildende Kunst und Ausstellungen, Kinder und Grundschule
Institutions
Ev.-luth. Lutherkichengemeinde Soltau in Soltau
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 1 Tag
Votes
one vote
Comments to the document

Abstract

Kinder werden mit einem kurzen Theaterstück mit Leben und Werk Marc Chagalls vertraut gemacht. Anschließend können sie im Workshop wie Chagall ihr Leben in eigene Bilder zur Bibel hineinmalen.

Situation / context

Im Rahmen der 100-Jahrfeier der Luther-Kirchengemeinde in Soltau gab es im September 2011 eine Chagall-Ausstellung in der Kirche mit dem Titel „Der unbekannte Chagall. Radierungen und Lithographien zur Bibel“.

  • An jedem Tag der Woche waren Vorträge und Veranstaltungen vorgesehen.

Goals

Um auch Kinder einzubeziehen, hatte ich die Idee, einen Kunstworkshop anzubieten.

Reflection / background

Chagall malt seine Lebensgeschichte in seine Bilder hinein. Außerdem ist oft ein Engel in seinen Bildern. Da Engel in biblischen Geschichten oft erklären, was ein bestimmtes Ereignis bedeutet, (z.B. erklärt der Engel am leeren Grab, dass Jesus auferstanden ist), sollte ein Engel auch seine Bilder erklären.

Die Kinder sollten einerseits etwas aus dem Leben von Marc Chagall erfahren, andererseits aber auch selber malen. Wichtig war, dass sie keine Bilder von Chagall abmalen, sondern ihre Lieblingsbibelgeschichte malen, so wie Chagall eben auch Geschichten gemalt hat, die ihm wichtig waren. Da sieht eben ein Boot so aus, wie sie Boote aus ihrer Erfahrungswelt kennen (ebenso die Arche, Engel, Stall, Fisch). Wichtig war mir also, dass sie nicht Chagalls Malstil imitierten, sondern so malten, wie sie sich die Geschichte vorstellten.

   

 

General information on realization

Ich holte Kunstlehrer und Menschen, die Malkurse für Kinder anbieten mit ins Team, um eine qualifizierte Anleitung der Kinder zu gewährleisten. Sie haben mir und den Kindern wertvolle Impulse gegeben. Unter Mitarbeiter sind ihre Namen erwähnt.

Gelernt habe ich, dass es nicht „schönes“ oder „richtiges Malen gibt. Gelernt habe ich aber auch, dass ich mit Technik, dem Mischen von Farben die Stimmung ausdrücken kann, die ich möchte. Diese Anleitung hat, so fand ich, sehr gute und interessante Ergebnisse bei den Kindern zustande gebracht.

Als Material stellten wir Schultemperafarben in den Grundfarben rot, gelb, blau und grün bereit, dazu weiß. Wir wählten diese Grundfarben, um die Kinder zum Mischen anzuregen.

Zum Mischen nutzen wir als Farbpalette Pappteller, sehr praktisch und günstig.

Ein weißer Tonkarton war die Papiergröße für jedes Kind. Diesen klebten wir mit Malerkrepp auf eine große Malunterlage, die wir uns im Baumarkt zuschneiden ließen. Malerkrepp kann man abziehen, so dass ein schöner etwa 2cm breiter weißer Rahmen auf dem Bild bleibt.

Die Kinder sollten so malen, dass man nichts weißes mehr sieht. Dieser Hinweis hat den Bildern sehr viel Tiefe gegeben.

 

Preparation

Kontakt herstellen zu Menschen vor Ort die Malkurse für Kinder anbieten, Erziehern, (Kunst)lehrern der örtlichen Schulen; jugendliche Teamer einbeziehen.

Ein Treffen, um sich als Team kennenzulernen. Zusammentragen von Hintergrundinformationen über Marc Chagall. (Internet und Literaturangaben am Ende)

Ein Treffen aller Teamer, um gemeinsam zu malen.

Flyer für die Werbung erstellen und an alle Kinder verschicken + einige für Kita, Grundschulen, Bücherei, …)etwa 1 1/2 Monate vorher, Artikel in Gemeindebrief / örtliche Presse

Anmeldeschluss 3 Wochen vorher, damit man Zeit hat, das Material zu bestellen.

   

Vorbereitung am Vormittag:

Verschiedene Malstationen in der Kirche aufbauen mit Tischen / Staffeleien. Wir hatten 10 Kinder pro Station, also 5 Tische an 5 Stationen in der Kirche. Tonkarton auf Malunterlagen kleben, Pinsel unterschiedlicher Stärken vorhalten. Pro Kind ein Wasser Gefäß und einen Lappen, einen Fön um ggf. Farbe zu trocknen. Pro Station die Grundfarben und weiß

Realization

1. Phase: Annähern:

15.00 bis 15.30 Uhr

Begrüßung der Kinder und Marc Chagall erzählt aus seinem Leben. Theaterstück (siehe Sammelmappe)

2. Phase: Entdecken:

15.30 bis 16.00 Uhr

Wir überlegen, welche Geschichten aus der Bibel wir kennen, mögen, gerne malen würden. (Keine Bilder als Beispiele hochzeigen, dann malen die Kinder nur nach) Manche Kinder sagten, ich kenne keine Bibelgeschichte. Als jedoch die anderen Kinder Geschichten wie zum Beispiel Noah, Mose, Jesus, Weihnachten, Kreuzigung, Engel nannten, sagten sie: diese Geschichte kenne ich doch. Als alle Kinder eine Geschichte hatten, haben wir sie in Kleingruppen aufgeteilt und die Erwachsenen und Jugendlichen vorgestellt, die die Gruppe begleiten. Die Erwachsenen / jugendlichen Teamer sind dann mit den Kindern an die Stationen in der Kirche gegangen und haben das Material und die Technik des Mischens erklärt.

3. Phase: Vertiefen:

etwa von 16 bis 17 Uhr

Die Kinder malen ihr Bild. (ca. 1 Stunde) Hier haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kinder einander fragen: was malst du, die Geschichte kenne ich nicht. Dann haben sie sich gegenseitig die Geschichte nacherzählt. Z.B. „Das ist Mose im Schilf, das hatten wir in Reli, das fand ich toll…“, dann folgte die perfekte Nacherzählung der Mosegeschichte (Drittklässlerin an Kita-Kind)

4. Phase: Ablösen:

Die Kinder hängen ihr Bild mit Hilfe der jugendlichen Teamer in der Kirche auf. Die Jugendlichen haben mit den Kindern, die fertig waren auch die Ausstellung angesehen. Kinder mögen es sehr, wenn Jugendliche ihnen etwas zu den Bildern erzählen.

Um die Bilder aufzuhängen, haben wir rund um die Empore Paketschnur gespannt und die Bilder mit kleinen Holzwäscheklammern an die Paketschnur gehängt. Das sah von unten / Bankreihen) gut aus und hat die Bilder nicht zerstört (wie es etwa Klebeband ober Nadeln getan hätten.)

Zuletzt hab es einen "Abschlusskreis" im Altarraum mit den Eltern  (ca. 15 Minuten), die Bilder wurden bewundert und gewürdigt, dann ein Abschlusslied und eine Polonaise durch die Kirche (Das ist ein Abschlussritual unserer Kinderaktionen).
    
Eine Liste der Materialien finden Sie unten in der Sammelmappe.

Wrap up & follow-up actions

Die Bilder blieben eine Woche hängen und konnten zu einer festgelegten Uhrzeit an einem Montagnachmittag in der Kirche abgeholt werden. Das hat gut geklappt. Wer nicht konnte, hat jemanden gebeten, sein Bild mitzunehmen.

Die Bilder der Kinder wurden von Besuchern der Ausstellung betrachtet. Wir haben eine offene Kirche. Ein Mädchen ist auch mit seiner Klasse vorbeigekommen.

   

Effect / experience

Kinder genossen es, auf großem Papier in der Kirche zu malen. Die Vernetzung von Lehrern, Erziehern, Menschen, die Malkurse für Kinder anbieten und Jugendlichen und Kindern war sehr inspirierend.

Spannend fand ich, dass die Kinder ihre Lebensgeschichte hineingemalt haben. Ein Beispiel:

  • Das Kaninchen eines Mädchens rückte öfter aus seinem Stall aus und lief über die Hauptstraße. Sie malte ein Kaninchen mit einem Engel, nannte ihr Bild, „Das Wunder“, weil ihr Kaninchen dabei nie überfahren wurde: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“ (Psalm 91,11).

Beeindruckt hat mich, dass es sehr leise und konzentriert war, obwohl die Kinder miteinander gesprochen haben. Die Kirche hat hier eine gute Atmosphäre geschaffen.

Gut fand ich, dass nicht geschmiert wurde. Die Kinder waren sehr vorsichtig, dass keine Farbe an Kirchenbänke, Altar oder Wände kommt. Ich habe am Anfang nur gesagt, dass ich ihnen zutraue, dass sie das gut hinbekommen.

   

Grundlage der Vorbereitung

Für das Theaterstück war die Grundlage:

http://www.kidsnet.at/chagall/marc_chagall.htm

  

Literatur:

  • „Kinder entdecken Chagall“, Christoph Goldmann, erschienen bei Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen1996
  • „Das Leben ist ein Traum. Marc Chagall“. Abenteuer Kunst, Text: Brigitta Höpler, erschien bei Prestel, München, New York, 1998

    

Im Projekt haben mitgearbeitet:

  • Kathrin Burgwal, (Pastorin der Lutherkirche in Soltau)
  • Margret Kruse, (Erzieherin im Ruhestand, bietet Malkurse für Kinder an)
  • Birgit Fidomski (Erzieherin) (schrieb das Theaterstück, spielte Chagall)
  • Christiane Eggers, (Erzieherin, bietet Malkurse für Kinder an)
  • Frauke von Frieling-Wegener, (Grundschullehrerin)
  • Julika Kotzschmar
  • Anna-Marie Friedemann (Jugendliche) spielte das Mädchen
  • Franziska Lehmann(Jugendliche)
  • Jella Ebeling (Jugendliche)
  • Rebecca Warnecke (Jugendliche)

Adopted and refined

    Connected content

    • "Ein Mensch tröstet seinen Engel"
      Ausstellungen bieten Anlass sich auf neue Weise emotional und intellektuell mit einem Thema auseinanderzusetzen - in einem breiten Spektrum der Formate.
      This article is visible for all internet-users.
      from a Geistreich-member
    • Das Buch Ester mit der Geschichte der wunderbaren Errettung des jüdischen Volkes durch die mutige Königin Ester wird vorgelesen und gespielt. Danach wird getanzt. Am Ende stärken sich alle an der Estertafel und lassen das Fest ausklingen mit Musik und Geselligkeit.
      This is visible in the Web.
    • Kinderbibelwoche
      In einem Kindergarten findet eine Bibelwoche zum Thema "Taufe" statt. Am Ende steht ein Familiengottesdienst mit Taufe und Tauferinnerung.
      This is visible in the Web.
    • Vorschulkinder werden mit dem Werk Marc Chagalls vertraut gemacht und dürfen auch selbst künstlerisch aktiv werden.
      This is visible in the Web.
      from a Geistreich-memberKath. Kinderhaus St. Franziskus in Illerkirchberg
    • Das Purpurfarbene Tuch Ein Kinder-Weihnachts-Musical von Fabian Vogt, Miriam Küllmer-Vogt und Anke Drape „Ich wünsch mir, dass du nie vergisst, wie wertvoll du dem Himmel bist!“ CD, Skript, Lieder + Noten + Playback-CD Infos zum Stück Bethlehem, vor mehr als 2000 Jahren. In einem Wirtshaus herrs...
      This is visible in the Web.
      from a Geistreich-memberTheater Zauberwort

    geistreich video

    Hide Video