Malgruppe für Brustkrebspatientinnen

Author
a geistreich member
Created at: 2015-03-26
Last major update at: 2015-03-26
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Seelsorge in Krankenhaus und Hospiz
Institutions
Brustzentrum Ruhrgebiet an den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen in Gelsenkirchen
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: wöchentlich
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Abstract

Eine in die Brustkrebstherapie integrierte Malgruppe ermöglicht  Brustkrebspatientinnen unter künstlerischer Anleitung, den eigenen Emotionen Ausdruck zu verleihen.

Situation / context

Die Diagnose Brustkrebs reißt Frauen jäh und ohne Vorwarnung aus ihrer gewohnten Lebenssituation. Ohnmacht, Zukunftssorgen und unermessliche Ängste scheinen von nun an das Leben zu bestimmen.

Goals

Malen kann helfen neue Hoffnung zu schöpfen, für ein paar Stunden den Alltag und die Sorgen zu vergessen und somit neuen Lebensmut zu erfahren.

Reflection / background

Nicht selten entdecken viele Frauen bei sich dadurch ein ungeahntes kreatives Potential. Krankheit zerstört, Malerei erschafft und zeigt neue Perspektiven. Man ist stolz auf das, was man erschaffen hat.

General information on realization

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Preparation

Im Oktober 2003 rief Dr. A. Abdallah, Chefarzt der Senologie an den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen, eine Malgruppe ins Leben.

Realization

Seit dieser Zeit treffen sich 13 Frauen, die "Lebenskünstlerinnen", jeden Dienstag zum Malen und Gedankenaustausch im Malraum der Klinik. Die Kunstmalerin Marita Linke leitet die Gruppe ehrenamtlich.

Die Malgruppe "Farbenfroh", unter der Leitung von Ursula Robenek, ist auch schon seit sieben Jahren ein fester Bestandteil des Senologie-Konzeptes.


Zusätzlich gibt es eine auf zehn Termine beschränkte Malgruppe ("Kunterbunt"). Sie wird geleitet von Gisela Altenrichter. Die Patientinnen beginnen während ihres Klinikaufenthalts in der Gruppe und kommen auch danach. Die Beschränkung auf zehn Termine ist wegen des großen Bedarfs und der räumlichen Kapazitäten notwendig.
 

Wrap up & follow-up actions

gemeinsame Veranstaltungen und Ausstellungen

In einem eigenen Projekt haben die Frauen Bilder zu dem Roman "Der träumende Delphin" des peruanischen Schriftstellers Sergio Bambaren gemalt. In dem Roman geht es in besonderer Weise um Träume und Freiheit.

Effect / experience

Wer könnte die Frage: „Was haben wir in der Maltherapie erreicht?“, besser beantworten als die Teilnehmerinnen selbst. Sie alle haben aufgeschrieben, was ihnen an der Malgruppe am besten gefällt.

  • Für mich ist das Malen Glück im Unglück.
  • Ich finde Freude und Erfüllung beim Malen.
  • Das herzliche Miteinander und der Austausch mit den anderen Frauen tut gut.
  • Meine Selbsthilfegruppe heißt „Die Lebenskünstlerinnen“.
  • Malen ist Balsam für die Seele.
  • Man kommt zur Ruhe und lernt viele Dinge gelassener zu sehen.
  • Die Freude, wenn man entdeckt, dass man malen kann.
  • Die positive Atmosphäre in der Gruppe.
  • Man wird in jeder Situation aufgefangen.
  • Es herrscht eine optimistische Stimmung, man geht gestärkt nach Hause.
  • Fragen und Ängste werden besprochen, man kann über alles reden.
  • Beschwerden werden relativiert.
  • Man darf Trauer und Ängste rauslassen und ist sicher, dass man aufgefangen wird.
  • Total abschalten, sich auf Motiv, Farben und Technik konzentrieren.
  • Die Gruppe zieht nicht runter – sie baut auf.
  • Man ist stolz auf das Erreichte.
  • Es wird einem bewusst, wie positiv man trotz der Krankheit denken kann, oft im Gegensatz zu den „Gesunden“, die zu oft unzufrieden und nörgelig sind.
  • Man freut sich jede Woche auf die Gruppe und das Malen.
  • Malen ist wunderbar.

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