„Adams Äpfel – Hiobs Botschaft“ – Ist der Glaube an das Gute Irrsinn? - ein Filmseminar

Author
a geistreich member
Created at: 2015-07-23
Last major update at: 2015-07-23
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Film, Bibelprojekte
Institutions
Kirchengemeinde Horstedt in Horstedt
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: 3x2 Stunden
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Abstract

Thema des Erwachsenenbildungsprojektes ist der Film „Adams Äpfel“ mit seinen biblischen Bezügen. Es sollten mit Hilfe dieser beiden Medien Fragen nach Gott und dem Leiden der Menschen bearbeitet werden.

Situation / context

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Goals

Ziel dieses Seminars ist in erster Linie, das Medium „Film“ in der Gemeinde zu etablieren und zu zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Filmen uns auch im Glauben und im Leben weiter bringt weil sie neue Perspektiven eröffnet. Inhaltlich soll eine Auseinandersetzung über die Frage nach Gott und dem Leiden angestoßen werden.

Reflection / background

Das Erwachsenenbildungsprojekt richtet sich an Gemeindemitglieder ab 50 Jahren und aufwärts, überwiegend Frauen. Sie zählen zu den Engagiertesten in der Gemeinde, sind kulturell interessiert und haben Zeit, weil sie familiär nicht mehr so gebunden sind.

Ich sehe selbst gern gute Filme und spreche darüber, daher war die Idee des Filmseminars reizvoll für mich. Außerdem gibt es auf dem Dorf wenige Möglichkeiten, einen Film auf großer Leinwand zu sehen.

Für den Film „Adams Äpfel“ habe ich mich entschieden, weil ich den Film selber gut kenne und weil er genügend Ebenen hat, um darüber ein mehrstündiges Seminar zu machen. Zudem passt die im Film vorkommende Frage nach Gott und dem Leiden gut in die Passionszeit.Obwohl ich befürchtete, dass die Gewaltszenen im Film die Personen der angestrebten Zielgruppe abschrecken könnten, bereitete ich mich auf diese Zielgruppe vor. Denn diese Frauen haben ein Bedürfnis danach, sich reflektiert und kritisch mit der Bibel und den Schwierigkeiten im Glauben auseinander zu setzen.

General information on realization

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Preparation

Besorgen des Material, Öffentlichkeitsarbbeit

Realization

Drei Abende: Je Freitags von 20 bis 22 Uhr.

1. Abend – Kinoabend

Eine kurze Einführung in den Film mit einer Sehhilfe, der Film wird vorgeführt. Es schließt sich eine Diskussion über die ersten Eindrücke an.

2. Abend – Gott hasst dich!

Frage des Abends: Woher kommt das Leid?

1.) Vorstellungsrunde und Frage „was reizt Sie an diesem Seminar?“ wird auf Äpfel geschrieben, die auf einen Apfelbaum geklebt werden

2.) Einführung in die atl. Weisheit vom Tun – Ergehenszusammenhang und das Hiobbuch

3.) Es werden in drei Schritten Filmszenen gezeigt, die das Böse 1. als Versuchungen des Satans deuten, 2. Dieses Weltbild als psychologisches Muster erklären und 3. das Leid von Gott kommend kennzeichnen. Dazu wird jeweils ein passender Ausschnitt aus dem Hiobbuch gelesen und es schließt sich eine Diskussion zu dem Gehörten und Gesehenen an. Die Parallelen und die Unterschiede zwischen Hiob und der Filmfigur Ivan in der Art, wie sie mit ihrem Leiden umgehen und es erklären, werden herausgearbeitet. Die Einheit gipfelt in der Frage: War es Gott oder war es der Teufel?[1]

4.) Die Teilnehmenden bekommen „Adamsäpfel“ mit „Hiobsbotschaften“ auf den Weg, auf denen eine Erklärungen zu dem Verhältnis Gott – Leid steht.

3. Abend – Der Sinn des Leben – Apfelkuchen?

Frage des Abends: „Was bedeutet es, dass Gott selbst durch das Leiden hindurchgegangen ist?“

1.) Die Ergebnisse des letzten Abends werden zusammengefasst.

2.) Einführung zu der Vorstellung des kosmischen Kampfes und dem Markusevangelium vor diesem Hintergrund.

3.) Die zuletzt behandelte Schlüsselszene des Films wird mit verteilten Rollen gelesen und die Diskussion über diese fortgesetzt.

4.) Die unmittelbar anschließende Filmszene, die starke Anspielungen auf die Kreuzigung Jesu macht, wird gezeigt. Die Kreuzigung Jesu im Markusevangelium wird laut vorgelesen - Diskussion über die aufgenommenen Motive und Christusparallelen - Kreative Bibelarbeit an Markus 15 (damit soll das Motiv des Leidens und Sterbens für andere noch vertieft wahrgenommen werden.)

5.) Schreibgespräch zu zwei Themen:

  • Was bedeutet es, dass Gott in Jesus selbst leidet und stirbt?
  • Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind. (1. Korinther 1,25).

6.) Eine Filmszene wird gezeigt, in der die Wirkungen des o.g. Ereignisses deutlich werden. (optional, ergibt sich aber nach einer spontanen Blitzlichtrunde zu der Methode Schreibgespräch.)

7.) kurze formlose Feedbackrunde zu dem gesamten Seminar.

Reflexion der Veranstaltung

[1] Eine Schreibdiskussion zu vorbereiteten Fragen war geplant, entfiel aber aus zeitlichen Gründen.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Die Etablierung der Arbeit mit Filmen in der Gemeinde ist gelungen. Die Teilnehmenden wollen gern weitermachen.

Die Teilnehmenden haben sich inhaltlich mit der Frage nach Gott und dem Leid auseinandergesetzt. Unklar ist jedoch, ob es zu einer persönlichen Auseinandersetzung mit der eigenen Leidensbiographie kam.

Neben dem Kennenlernen eines neuen Filmes und neuer Methoden und dem besseren Kennenlernen der Bibel liegt der Ertrag der Teilnehmenden darin, dass sie sich mit der Frage nach Gut und Böse auseinandergesetzt haben und zu der Erkenntnis gekommen sind, dass dies keine absoluten Kategorien sind.

Methoden und Inhalte waren nur zum Teil stimmig. Am zweiten Abend waren die Methoden im biblischen Teil nicht geeignet, um das Buch Hiob wirklich kennen zu lernen. Die Einführung hat die Teilnehmenden überfordert. Weil die ausgewählten Texte nur gelesen wurden, entspann sich die Diskussion entlang den viel eindrücklicheren Szenen des Filmes. Darauf habe ich am dritten Abend reagiert, durch die kreative Bibelarbeit hat der biblische Teil an Bedeutung gewonnen. Die Referate waren methodisch passend, aber inhaltlich z.T. überfordernd. Das Schreibgespräch stieß auf geteilte Zustimmung, weil die Methode unbekannt war und die Anstöße sehr anspruchsvoll waren. Trotzdem war sie m.E. zu diesem Zeitpunkt stimmig und entsprach auch dem Inhalt.

Veranstaltungsform und Zielgruppe waren stimmig. Die abnehmende Teilnehmerzahl ist auf Parallelveranstaltungen bzw. die Nachwirkungen des Filmes zurückzuführen.

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