Kuba: Würdig leben im Alter

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Created at: 2016-03-01
Last major update at: 2016-03-01
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Deutsch (Original, currently shown)
In section
Senioren
Institutions
Caritas Cuba in La Habana
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Abstract

In Gruppen diskutieren die älteren und alten Menschen, was sie in ihrem Alltag bewegt und wie sie ihre Anliegen in die Öffentlichkeit bringen können. Caritas Cubana unterstützt sie bei der Vermarktung und fördert die Vernetzung der Gruppen untereinander. 

Situation / context

Das Gesicht Kubas hat sich verändert: Die höchste Lebenserwartung in ganz Lateinamerika, niedrige Geburtenraten und die Abwanderung junger Menschen sorgen dafür, dass es immer mehr ältere und alte Menschen gibt. Vor allem die Gruppe der über-80-Jährigen wächst.

Die Regierung reagiert auf die „Alterung der Bevölkerung“ mit der Neuausrichtung ihrer Sozialpolitik. So wird z.B. mehr in Altenbetreuung investiert und die medizinische Behandlung für chronisch Kranke/Demenzkranke ausgebaut. Keine leichte Aufgabe angesichts der äußerst knappen Ressourcen.

Viele Jahre gelang es Kuba dank sowjetischer Unterstützung die wirtschaftlichen Folgen der US-Blockade abzumildern. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre fiel jedoch quasi über Nacht Kubas wichtigster Handelspartner weg. In Kuba begann die als „Sonderperiode“ bekannte Zeit extremsten Mangels.

Die Leidtragenden der bis heute spürbaren wirtschaftlichen und sozialen Krise sind vor allem die alten Menschen, denn bisher selbstverständliche Leistungen des weltweit als vorbildlich anerkannten Gesundheits- und Sozialsystem brechen zunehmend weg. Bereits 1993 startete die kubanische Caritas (Caritas Cubana) ein sozialkaritatives Programm: Mit Suppenküchen und Gemeindesozialarbeit begann sie, die größte Not zu lindern.

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

Wirtschaftliche Not ist jedoch nur die eine Seite des Problems. Bald erkannte Caritas Cubana, wie sehr ältere und alte Menschen unter der fehlenden gesellschaftlichen Wertschätzung leiden. Nicht selten leben sie nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben isoliert, gelten als eine „soziale Last“.
Niemand spricht davon, wie ältere und alte Menschen ihre Familien im anstrengenden kubanischen Alltag unterstützen – sei es bei der Kinderbetreuung, im Haushalt oder beim Einkauf (was angesichts der schlechten Versorgungslage mit erheblichen Mühen verbunden ist). Dieses Negativbild der „unproduktiven Alten“ führte bei Caritas Cubana zu einem Umdenkprozess: heute verfolgt sie eine „menschenrechtsbasierte Altenarbeit“.

Realization

Landesweit in 150 Gruppen organisiert, erwirtschaften sich rund 700 ältere Menschen mit Änderungsschneiderei, Kunsthandwerk und Gemüsezucht ein zusätzliches Einkommen. Schließlich reichen die staatlichen Renten kaum noch zum Überleben.

Caritas Cubana unterstützt sie bei der Vermarktung und fördert die Vernetzung der Gruppen untereinander. Der Familie „nicht auf der Tasche zu liegen“ und Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten zu sein – beides stärkt das Selbstbewusstsein der Mitglieder.
In ihren Gruppen diskutieren die älteren und alten Menschen, was sie in ihrem Alltag bewegt und wie sie ihre Anliegen in die Öffentlichkeit bringen können. So hat die „Generation 55+“ eine Debatte darüber angestoßen, die von Frauen jeden Alters ganz selbstverständlich erwartet, sich neben Vollzeitjob, Haushalt und Kindererziehung um die Pflege alter Angehöriger zu kümmern.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Die engagierte Arbeit von Caritas Cubana trägt Früchte: dies zeigt nicht nur das bessere Selbstwertgefühl der Gruppenmitglieder, auch in der öffentlichen Meinung gibt es mehr Sensibilität bezüglich alter Menschen. Das motiviert alle Beteiligten und sie laden die ganze kubanische Gesellschaft ein zum Dialog: Was können wir gemeinsam für ein würdiges Leben im Alter tun?

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