Interreligiöse Stadtrundfahrt Kiel

Author
a geistreich member
Created at: 2010-10-15
Last major update at: 2010-10-17
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Erwachsene
Institutions
Interreligiöser Arbeitskreis Kiel in Kiel
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 2 - 3 vorbereitende Treffen der beteiligten Gruppen
Execution: 4 bis 5 Stunden
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2 votes
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Bus bei der interreligiösen Stadtrundfahrt

Abstract

Während einer besonderen Stadtrundfahrt werden Sakralräume verschiedener Religionsgemeinschaften besucht.

Situation / context

„... und die Wahrheit wird euch frei machen.“ (Joh. 8,32)

Welche Wahrheit? Die meiner Religion? Etwa die der Anderen? Natürlich ist jeder von der Wahrheit seiner eigenen Religion überzeugt, und wir müssen nüchtern sehen: Die eigenen Wahrheiten schließen die der anderen im Kern aus.

Aber wir sind Menschen, die auch irren können, nur vage verstehen, schlecht verstehen und missverstehen. „Unser Wissen ist Stückwerk“ schreibt Paulus in 1. Kor. 13,9 und wir tun gut daran, uns auch dessen immer wieder zu vergewissern.

Eine solche Vergewisserung erlebbar zu machen und doch weiter zu kommen im besseren Verstehen des Eigenen und des Fremden ist eines der Kernanliegen der Interreligiösen Stadtrundfahrt(en) in Kiel.

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

Als Veranstaltung der Interkulturellen Wochen in Kiel ist die Interreligiöse Stadtrundfahrt in den Informationsbroschüren der Stadt aufgeführt. Über diesen Weg läuft auch die Pressearbeit. Zusätzlich werden Plakate und Handzettel gedruckt.

Realization

Ablauf

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen der Landeshauptstadt Kiel werden an einem Sonntag ab 14:00 Uhr in der Regel fünf Stationen mit einem Bus angefahren, pro Station stehen knapp 30 Minuten zur Verfügung.

In dieser Zeit kann man keine Religion und kein Gebäude „erklären“. Von den Vertretern der Religionen vor Ort werden deshalb keine Vorträge erwartet, sondern vom eigenen Glauben und seiner Praxis im Leben soweit zu erzählen und für ein Gespräch offen zu sein, dass den Teilnehmern der Fahrt ein Stück weit erfahrbar werden kann, worin die Gläubigen die Kraft und die Zuversicht in ihrer Religion erleben. Aus dieser authentischen Situation heraus können die Teilnehmer der Fahrt - im günstigsten Fall - erfahren,  welches Potential an Frieden stiftenden Möglichkeiten Religionen in sich tragen, die die Gläubigen zu Offenheit gegenüber dem Mitmenschen, gerade auch dem "Fremden",  stärken.

Bei einer Station dauert der Aufenthalt knapp eine Stunde. Dort wird zu Gedankenaustausch und einem Imbiss eingeladen, jeweils abwechselnd von den teilnehmenden Religionsgemeinschaften ausgerichtet.


Veranstalter

Interreligiöser Arbeitskreis Kiel, der sich aus Juden, evangelischen und katholischen Christen, Muslimen, Mitgliedern der Baháì-Gemeinde, der Buddhisten und der Raja Yoga Brahma Kumaris zusammensetzt mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Kiel - Referat für Migration.

Der Beginn der Arbeit geht auf das Jahr 1993 zurück, und zwar auf einen Impuls der Landeshauptstadt Kiel, um auf die Gewalt in Bosnien-Herzegowina und auf zunehmende Gewalt gegenüber Ausländern in Deutschland zu reagieren. In der breiten Wahrnehmung der Bevölkerung wird Gewalt ja schnell pauschal mit den großen Religionen Christentum und Islam in Verbindung gebracht. Deshalb die Idee der Stadt Kiel, diese Gruppen zu bewegen, gemeinsam für den Frieden einzutreten. Dazu kam es auf breiter Basis. Kontakt aufnehmen, sich verständigen, kennen lernen, einander begegnen und gemeinsam in Projekten arbeiten waren die notwendigen Schritte.

Das ist im Wesentlichen so geblieben, auch nach nunmehr 17 Jahren. Wir befinden uns in einem dauernd offenen Prozess.

Im Zentrum der Arbeit des Interreligiösen Arbeitskreises stehen dabei das dreimal jährlich stattfindende Interreligiöse Gebet und Arbeitskreistreffen.

 

Thema

Die erste Stadtrundfahrt wurde 2006 aus Anlass des Tages der Religionen in Kiel durchgeführt, alle weiteren Stadtrundfahrten knüpften thematisch an das jeweilige Motto der Interkulturellen Wochen an (z.B. Gesundheit - Heilende Kräfte in den Religionen).

 

Kosten

Das ehrenamtliche Engagement kann naturgemäß nicht beziffert werden. Die Finanzierung unvermeidbarer Kosten (Busmiete, Druckkosten, Lebensmitteleinkauf) erfolgt einerseits über den Erlös von Teilnehmerkarten, zum größeren Teil über "Weisst du wer ich bin", gemeinsam getragen von folgenden Organisationen:

  •    Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
  •    Zentralrat der Juden in Deutschland
  •    Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD)
  •    Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB)

Des Weiteren wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und aus den Mitteln des Europäischen Integrationsfonds (EIF) kofinanziert.

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Betritt man zum ersten Mal in seinem Leben den „heiligen“ Raum einer anderen Religion, ist man im Allgemeinen befangen und fasst nur langsam Mut, sich darin frei zu bewegen und zu fragen, was einem durch den Kopf geht.

Teilnehmer der Stadtrundfahrten sind einmal Menschen der so genannten Mehrheitsgesellschaft, die sich von der Veranstaltung versprechen, z.B. Migranten am Ort ihrer Religionsausübung aufzusuchen und bei der Gelegenheit erstmals eine Moschee oder Synagoge zu betreten. Zum anderen gehören zu den Teilnehmern Menschen mit Migrationshintergrund, die häufig zum ersten Mal Räume ihnen fremder Religionen betreten und dabei etwas über die Menschen und ihre Religion erfahren möchten. Andere interessieren sich besonders für die Vielfalt der in Kiel vertretenen Religionsgemeinschaften.

Die Teilnehmer unserer Fahrten äußern wiederholt, dass die Vielfalt der Religionen und Gläubigen vor Ort ein Reichtum sei, auf den sie durch die Fahrt aufmerksam wurden. Menschen, die in ihrem Glauben "zu Hause sind", sagen oft, dass sie in der Begegnung mit anderen Religionen einen Anstoß erhalten haben, über ihre eigene  vertieft nachzudenken und die anderen mit offenerem Blick wahrzunehmen. Die Möglichkeit, sich auf eine Begegnung einzulassen, wird - so unser Eindruck - weitgehend gerne angenommen.

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