"7 Flammen gegen das Vergessen"

Author
a geistreich member
Created at: 2010-10-25
Last major update at: 2010-10-25
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Erwachsene, Gemeinwesen, Interreligiöse Begegnungen, Frieden, Gerechtigkeit, Schöpfung, Gebet und Stille
Institutions
Evangelischen Jugend im Donaudekanat Regensburg in Regensburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: etwa neun Monate
Execution: ca. zwei Stunden
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2 votes
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7 Flammen gegen das Vergessen

Abstract

An verschiedenen Orten einer Stadt wird mit Musik und meditativen Worten sowie einer eindrücklichen Bilderpräsentation an die Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung am 9. November 1938 erinnert.

Situation / context

  • Zusammenarbeit von Evangelischer Jugend, Katholischer Jugend, der Jüdischen Gemeinde und einer Arbeitsgruppe der Universität Regensburg
  • Einbeziehung historischer Orte
  • Ansprechen von Zufallspublikum in der Regensburger Altstadt

Goals

---

Reflection / background

Angesichts von rechtsextremistischen Bestrebungen in Regensburg wollte die Evangelische Jugend im Dekanatsbezirk Regensburg ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und junge Menschen zur Zivilcourage ermutigen.
Die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht fand 2008 bereits zum vierten Mal statt. Wichtig ist die Kooperation mit der Katholischen Jugendarbeit, der jüdischen Gemeinde sowie einer Arbeitsgruppe der Regensburger Universität.

General information on realization

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Preparation

Die Vorbereitungen speziell zum 70. Jahrestag der Pogrome waren sehr aufwändig und dauerten etwa neun Monate. Vorbereitet und durchgeführt wurde die Gedenkveranstaltung mit Jugendlichen, Schülerinnen und Schülern und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der evangelischen und der katholischen Jugend in Regensburg. Auch die jüdische Gemeinde war im Vorfeld durch erwachsene Ehrenamtliche und an dem Abend durch den Auftritt ihrer Kindergruppe vertreten.
Außerdem erstellte eine Projektgruppe der Universität  Regensburg gemeinsam mit etwa 20 jungen Menschen eine Multimediainstallation und setzte sich medienpädagogisch mit der Thematik auseinander.

Realization

 Die Erinnerung an die Geschehnisse in der Geschichte Regensburgs, das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht, aber auch die kritische Auseinandersetzung mit den Tätern und die Mahnung zur Wachsamkeit heute waren Ziele der Veranstaltung. Schon beim Erstellen der Multimediainstallation recherchierte das Team in historischem Material über die Synagoge und die Stadt. Beim Drehen und Schauspielen wurden Parallelen zur heutigen Lebenswelt herausgearbeitet. Zusammengestellt wurde dann eine 20-minütige Multimediainstallation, die an der zweiten Station der Veranstaltung gezeigt wurde.
Die Gedenkveranstaltung war in drei Stationen gegliedert, die alle gemeinsam hintereinander besuchten:

  • An der ersten Station in der Neupfarrkirche sprachen Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiß als Vertreter der evangelischen Kirche, Bürgermeister Gerhard Weber als Repräsentant der Stadt, Martin Kurz als Vorstand der jüdischen Gemeinde und Diözesanjugendpfarrer Thomas Pinzer als Vertreter der katholischen Kirche jeweils ein Grußwort, in dem sie verschiedene Aspekte des Gedenkens hervorhoben. Dazwischen wurden jüdische Melodien auf der Klarinette gespielt.
  • Um das Caravan Denkmal (zweite Station) herum wurde dann mit eindrucksvollen Bildern und Filmen auf drei Leinwänden die Geschichte wieder lebendig. Auch die Musik und das Bodenbild im Caravan Denkmal trugen dazu bei, dass die Teilnehmenden berührt und zum Nachdenken angeregt wurden.
  • An der dritten Station in der Synagoge wurde der bereits verfilmte Kafka-Loop zum Thema Aufwecken und Einschlafen von einer Pantomime mit der jüdischen Kindergruppe aufgegriffen. Nach einigen persönlichen Worten zur Auflösung sprach die jüdische Gemeinde das Abend- und Totengebet. Abschließend sangen alle zusammen ein Friedenslied und die Kinder verteilten Bilder als Zeichen der Hoffnung. 


Materialien

  •  Der Zugang zu städtischem Archivmaterial war wichtig, um Informationen über die Geschichte der Regensburger Juden zu bekommen.
  • Geworben wurde mittels Flyern und Plakaten sowie über die kirchliche und öffentliche Presse.

 

Kosten

  • Je nach Größe der Veranstaltung unterschiedlich: zwischen 1.000 und 6.000 Euro.

Wrap up & follow-up actions

Die Gedenkveranstaltung hat bei der Evangelischen Jugend im Dekanatsbezirk Regensburg bereits einen festen Platz im Jahresplan. Sie wird sowohl von Seiten der Kirchen als auch der Stadt Regensburg sehr positiv wahrgenommen.

Effect / experience

Die Veranstaltung wurde im Jahr 2008 von ca. 300 und im Jahr 2009 von ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht. Unter ihnen waren Mitglieder der beteiligten Glaubensgemeinschaften sowie Regensburger Bürger aus verschiedenen Altersgruppen, aber auch Passanten, die zufällig auf die Veranstaltung aufmerksam wurden.
Die Rückmeldungen waren durchwegs sehr positiv. Die Multimediainstallation hat viele Menschen sehr berührt. Der Abschluss in der Synagoge war als hoffnungsvolles Zeichen beeindruckend. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen war aufwändig, aber sehr fruchtbar und soll weiterentwickelt werden.

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