Berufsende - ein neuer Anfang

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a geistreich member
Created at: 2010-10-28
Last major update at: 2010-10-28
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Erwachsene
Institutions
Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost in Hamburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: 1 Jahr
Execution: Durchführung drei Vorträge und ein Gottesdienst innerhalb von 6 Wochen. Gottesdienst und Freiwilligenbörse dauerten drei Stunden.
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Berufsende - ein neuer Anfang

Abstract

Mit einer besonderen Reihe werden Menschen angesprochen, die kurz vor dem Wechsel in den Ruhestand stehen. Neben Vorträgen bildet ein besonderer Gottesdienst mit anschließender Freiwilligenbörse dabei den Mittelpunkt.

Situation / context

Der biographische Übergang von der Berufstätigkeit in den Ruhestand, der u.a. mit einem Statuswechsel und der Notwendigkeit der Neubestimmung des eigenen Standortes verbunden ist, wird kirchlicherseits begleitet. Ein Kirchenkreis und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche kooperieren miteinander.

Goals

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Reflection / background

Der Kirchenkreis ist mit einer Projektpfarrstelle für die Generation "55+" ausgestattet. Zum Zeitpunkt des Projekts waren in der Region 2.300 von insgesamt 22.000 Gemeindegliedern zwischen 58 und 65 Jahre alt.

General information on realization

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Preparation

Relativ schnell wurde in der Vorbereitung der Reihe der Gottesdienst als wichtigster Teil gesehen. Dabei war die Vorbereitungsgruppe der Auffassung, dass ein übergemeindlicher Themengottesdienst am Sonntagvormittag dem besonderen Bedürfnis der Zielgruppe nicht gerecht werden würde. Daher sollte ein eigener Kasualgottesdienst gefeiert werden.
Wichtig erschien es dabei, neben der Sprache auch eine rituelle Form zu finden, in der der Einzelne, der sich in der Übergangssituation befindet, diesen Übergang noch einmal nachvollziehen kann. Dies sollte in einer Weise geschehen, in der jeder Nähe und Distanz zum Geschehen selbst bestimmen kann und zugleich "in Bewegung" gebracht wird.
Ein Jahr im Voraus wurden die Termine für die Vorträge und den Gottesdienst mit den beteiligten Kirchengemeinden abgesprochen, ein halbes Jahr im Voraus die Räume gebucht. Die Vertreter der Initiativen bei der Freiwilligenbörse wurden zu diesem Zeitpunkt zu einem Vorbereitungstreffen eingeladen. Hier wurde eine einheitliche Gestaltung von Stellwänden verabredet. Zwei Monate vor der Börse wurden die Vertreter mit Aufzählung des benötigten Materials angemailt.
Die 2.300 "betroffenen" Gemeindeglieder wurden jetzt per Brief eingeladen. Werbung wurde auch in den Gemeindeblättern, den Stadtteilzeitungen und mit Plakaten gemacht.
Jede Initiative hat in ihrem Umfeld eigenständig die Freiwilligenbörse angekündigt.

Realization

Am Anfang der Veranstaltungsreihe standen drei Vorträge. Sie thematisierten, was es heißt, sich auf das Berufsende vorzubereiten, aus der Sicht von Arbeitnehmer/innen sowie von Selbstständigen. Als Referenten für die Vorträge konnten der stellvertretende Präsident der Handwerkskammer, eine Pröpstin im Ruhestand sowie der Vorsitzende des DGB Nord gewonnen werden.
Der Gottesdienst war dem gegebenen Thema in besonderer Weise gewidmet. Eine Sprechmotette zum Thema und das Statement eines Betroffenen  standen am Anfang. Die Lesungen (Psalm 121; 1. Mose 12,1-4; Predigt über 5. Mose 31,6) standen unter dem Leitwort "Neubeginn".

Wichtiges Element des Gottesdienstes war nach dem Predigtlied eine Einladung zum Gang durch die Kirche: Ein grobes Seil lag im Mittelgang der Kirche und reichte bis nach vorn vor das Taufbecken. Dort markierte es eine Grenze, die die Besucher/innen überschreiten sollten, um dann am Taufstein zu stehen. Im Taufstein lagen Halbedelsteine, die jede/r mit Worten der Anerkennung und des Segens überreicht bekam. Dann ging jede/r zurück zu seiner Bankreihe.

Der Segen war ein besonderer "Ruhestandssegen". (Den ausführlichen Ablauf des Gottesdienstes wie auch die Vorträge finden Sie in der Dokumentation zum Projekt.) Im Anschluss an den Gottesdienst fand im Gemeindehaus eine Freiwilligenbörse statt, die konkrete Möglichkeiten zum Engagement anbot.
 
Dauer: Vorbereitungszeit 1 Jahr, Durchführung drei Vorträge und ein Gottesdienst innerhalb von 6 Wochen. Gottesdienst und Freiwilligenbörse dauerten drei Stunden.

Arbeitsaufwand:  sechs Vorbereitungstreffen mit dem Team. Das Eintüten der brieflichen Einladung dauerte vier Stunden.

 

Mitarbeitende: 

  • Referenten für die Vorträge (Vorsitzender des DGB Nord, Vizepräsident der Handwerkskammer, Pröpstin i.R.)
  • Projektgruppe aus Haupt- und Ehrenamtlichen darunter drei Menschen im Ruhestand, einer war kurz davor
  • vier Personen (die im Gemeindehaus auch sonst arbeiten) für die Vor- und Nachbereitung des Raumes
  • Jazztrio für die Musik im Gottesdienst
  • 17 Initiativen (fast alle aus dem Bereich der Kirche und aus der Region) bei der Freiwilligenbörse mit jeweils 1-2 Personen


Materialien: Einladungsbrief, Gottesdienstblatt, Seil, Getränke und Fingerfood, Stellwände

Kosten:

500 Euro für das Porto, 400 Euro für die Jazzband, 150 Euro für die Bewirtung und Material.

Wrap up & follow-up actions

Würdigung der beteiligten Mitarbeiter/innen und Einholen eines Feedbacks.

Effect / experience

Es hat sich als lohnend erwiesen, das Thema Berufsende kirchlicherseits gezielt aufzugreifen.
Insgesamt hat die Veranstaltungsreihe Menschen angesprochen, die nicht zur Kerngemeinde gehören. An jedem Abend waren ca. 40-50 Menschen versammelt. Zweidrittel der Besucher sind nur zu einem Vortrag gekommen.
Am Gottesdienst haben ca. 150 Menschen teilgenommen, die überwiegend zur anschließenden Freiwilligenbörse geblieben sind.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden: positive Rückmeldung von den Teilnehmenden, 10 Prozent sind ein freiwilliges Engagement eingegangen. Bei den Kolleg/innen der Region gab es die Nachfrage nach einer Wiederholung dieses Veranstaltungspaketes sowie bei den Mitarbeitenden der Freiwilligenbörse.

 

Tipps für Nachahmer/innen: Es ist wichtig, auf die unterschiedliche Situation von Selbstständigen und Arbeitnehmer/innen am Berufsende einzugehen. 

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