unvergessen - Konfirmanden-Gottesdienst zum Buß- und Bettag

Author
a geistreich member
Created at: 2010-11-03
Last major update at: 2010-11-03
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Buß- und Bettag
Institutions
Evangelische Kirchengemeinde Stuttgart-Nord
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Zwei Teamtreffen
Execution: Zwei Stunden
Votes
2 votes
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Gottesdienst "unvergessen"

Abstract

Ein besonderer Gottesdienst für Konfirmanden zum Ende des Kirchenjahres, der sich mit den Themen "Unvergessen - Tod, Erinnerung, Abschiednehmen" auseinandersetzt.

Situation / context

Stille kommt in Jugendgottesdiensten selten vor.

Goals

Ein existentielles Thema für Jugendliche in Sprache, Stille und Gesten fassen. Der Gottesdienst bietet besonderen Raum für Gebet und innere Beteiligung.

Reflection / background

Die Konzeption dieses Jugendgottesdienstes entstand aus der Beobachtung, dass liturgisch gestaltete Elemente der Stille in Jugendgottesdiensten in der Regel selten vorkommen. In den Fällen, in denen solche ruhigen meditativen Teile im Gottesdienstablauf überhaupt vorgesehen sind, ist eine gewisse Unsicherheit (sowohl der Liturgen als auch der jugendlichen Gottesdienstbesucher) zu beobachten. Dabei entsteht der Eindruck, als werde die Abwesenheit von Aktion (von Seiten des Liturgs oder der Gemeinde) als Leere empfunden, die als bedrängend empfunden wird und darum häufig mit Handlungen "gefüllt" wird.
Das Gottesdienst-Team ging von der Überlegung aus, dass auch für Jugendliche gottesdienstliche Elemente von Stille, Ruhe, Innehalten zum Repertoire einer sich entwickelnden mehrdimensionalen Spiritualität gehören. Daraus ergab sich die Aufgabe exemplarisch an einem Buß- und Bettagsgottesdienst in der Jugendkirche Stuttgart für Konfirmandinnen und Konfirmanden eine Konzeption dieser stillen liturgischen Elemente zu erarbeiten und auszuprobieren.

General information on realization

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Preparation

In 2 Teamtreffen wurde der Gottesdienst vorbereitet.
Mit Absperrband und Pfosten wird eine Warteschleife auf dem Vorplatz zum Eingang der Kirche hin markiert. Ein Grabstein (ohne Aufschrift) und die Texte werden so platziert, dass die Wartenden in der Schlange vor dem Eintritt in die Kirche daran vorbei geführt werden. Im Eingangsbereich (Windfang) der Kirche steht ein Tisch, auf dem Folien und Folienstifte ausliegen. Zwei Teamer sind für diese Station verantwortlich.

Realization

Mit der konzeptionellen Zuspitzung "Stille im Jugendgottesdienst" wird unter anderem besonders auf die "Einführung" in den Gottesdienst geachtet und vor der Kirche eine Warteschlange inszeniert, in der die Ankommenden langsam aus dem Alltagsraum in den Gottesdienst als Sakralraum und Unterbrechung eingeführt wurden. Als Entlehnung aus der Kirchraumpädagogik werden die Konfirmanden/innen im Eingangsbereich einzeln angesprochen, schreiben ihre eigenen Namen auf und werden dann in den Gottesdienstraum eingelassen. So entsteht von vornherein eine Atmosphäre der Stille, der Besonderheit und des Für-Sich-Seins neben dem In-der-Gruppe-Sein.
Im Kirchraum ist gedämpftes Licht und leise Musik. Die Theatergruppe ist in der Mitte des Raumes (Bestuhlung: zum Altar geöffneter Stuhlkreis in mehreren Reihen) in stiller/leiser Aktion (Schauspieler vom Theatro Piccolo spielen kleine Szenen zum Thema "unvergessen") Die Konfirmanden/innen setzen sich.
Nach der Begrüßung und gemeinsamem Psalmgebet werden Statements verlesen zu Ritualen des Erinnerns, die bei einer Beerdigung eine gewisse Rolle des An-Denkens und Nicht-Vergessens spielen). Es lesen verschiedene Personen, positioniert an verschiedenen Orten im Kirchenraum.
Anschließend werden Kärtchen und Stifte an die Teilnehmer/innen ausgegeben. Sie sollen Namen von Personen, an die sie sich erinnern wollen, aufschreiben. Die Karten werden - nach einer kurzen Gesprächsphase ("Warum hast Du gerade diese Person aufgeschrieben?") in Gruppen nach vorn gebracht und neben Teelichter, die in Form eines Kreuzes aufgestellt sind, nach vorn gebracht.
In einem Interview mit einem/r Vertreter/in der Hospizbewegung wird nun die Frage thematisiert: "Was macht Hoffnung? Was bleibt?" Das Thema wird dann aufgenommen in einer Sprechmotette mit biblischen Hoffnungsbildern, vorgetragen von verschiedenen Sprecher/innen.
Es folgen Vaterunser und Segen.
Den genauen Ablauf finden Sie im Downloadbereich unten.

 

Materialien:

Absperrband, Pfosten, Grabstein, Scheinwerfer, großkopierte Todesanzeigen (eine Vielfalt aus Skurrilem, Nachdenklichem, Lustigem, Traurigem, Banalem), Plakate mit Impulssätzen und Fragen zum Thema, TLP-Folien, Folienstifte.

Kosten:

 keine besonderen Kosten

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

120 Konfirmanden und begleitende Pfarrer/innen nahmen teil.

 
Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden:

Sehr gute Rückmeldungen kamen von den Jugendlichen. Eine unerwartete Erfahrung für das Team waren gespannte Aufmerksamkeit, Beteiligung und Stille.

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