Kirchenwindmühlen - auch für Ihre Landeskirche?

Author
a geistreich member
Created at: 2010-11-09
Last major update at: 2010-11-09
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Gemeindeaufbau
Institutions
Ev.-Luth. Kirche in Bayern in München
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Das Projekt ist jeweils auf Dauer angelegt.
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Windkraftanlage

Abstract

Kirche investiert als Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung in den Bau von Windkraftanlagen. Gleichzeitig werden mit dem erwirtschafteten Gewinn weitere soziale und ökologische Projekt unterstützt.

Situation / context

Es wird ein praktischer Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung geleistet, der mit sozialem Engagement verbunden ist. Ein Anlagemodell, das Rendite bringt und gleichzeitig Gutes tut!

Goals

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Reflection / background

Nach der Einweihung der Windkraftanlage der bayerischen Landeskirche in Neukirchen bei Eisenach am 19. Mai 2001 – einem reinen Spendenmodell – kam die Idee auf, es doch einmal mit einer Art Mittelweg zwischen üblichen Windkraftanlagen und dem (nicht einfach wiederholbaren) Risiko eines reinen Spendenprojekts zu versuchen.

General information on realization

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Preparation

Im November 2002 In Betrieb genommen wurden die erste „Kirchenwindmühle“ bei Gangloffsömmern, die zweite im Dezember 2003 bei Kirchheilingen, die dritte abermals bei Gangloffsömmern im Dezember 2006.

Realization

Es geht in der Regel um Anlagen mit einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro (Eigenmittel 750.000 €), einer Gesamtleistung von zwei Megawatt, rund 100 m Nabenhöhe und einem jährlichen Energieertrag von drei bis vier Millionen Kilowattstunden. Mit Strom einer solchen Anlage lassen sich rund um die Uhr etwa 800 Haushalte versorgen und der Umwelt pro Jahr mehr als 2.000 Tonnen Kohlendioxid ersparen.

Das Besondere: Ökologie und soziales Engagement ziehen hier an einem Strang. Die beachtliche Rendite von jährlich ca. 6% auf das angelegte Kapital wird verbunden mit einem sog. „Öko-Bonus“ von rund 4% der jährlichen Einnahmen. Dieser kommt regelmäßig gemeinnützigen ökologischen und sozialen Projekten im kirchlichen Bereich zugute. Das heißt: Indem wir durch den „Öko-Bonus“ vom Gesamtgewinn rund ein Viertel abzweigen, steigern wir die guten, ökologischen Wirkungen, die Windkraftanlagen ohnehin haben, in eine neue Dimension. Faktisch stehen dank dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre lang pro Anlage jeweils 10-15.000 € zur Verfügung, mit denen gezielt folgende Projekte gefördert werden:

  • Ein Schulprojekt in Tansania

In einem der ärmsten Länder Afrikas wurde und wird die Schule des Vereins „Connecting Continents“ nach sozialen und ökologischen Gesichtspunkten (z.B. energie-autark) ausgerichtet. Manche Kirchenkreise unterhalten partnerschaftliche Beziehungen zur tansanianischen Lutherischen Kirche.

  • Die Umweltarbeit der jeweiligen Landeskirchen

Ein Drittel des Öko-Bonus fließt in die Umwelt-Beratung und in die Förderung von ökologisch vorbildlichen Einzelinitiativen im Bereich der jeweiligen Landeskirche. Bisher waren das u.a. der Schutz bedrohter Arten, Biotoppflege auf Kirchengrund, ökologische Gestaltung von Kirchengärten, Waldpatenschaften von Jugendgruppen, Umweltbildungsmaßnahmen. 

  • Ökologische und soziale Vorhaben im Kirchenkreis bzw. in der Kirchengemeinde

Die Standortgemeinde oder der zugehörige Kirchenkreis können ein Drittel der Bonus-Mittel vor allem im Bereich der Jugendarbeit und  der ökologischen Sanierung von kirchlichen Gebäuden verwenden.

Den Anlegern wird jährlich die Vergabe der Mittel dargelegt. Über die Mittelvergabe befindet ein Beirat, in dem u.a. ein Vertreter der landeskirchlichen Umweltarbeit und jeweils der Pfarrer der Standortgemeinde vertreten sind.

 

Die Eigenmittel:

Die Eigenmittel kommen, wie bei Windkraftanlagen üblich, von völlig beliebigen Anlegern, das könnten natürlich auch Landeskirchen oder Diakonie-Werke sein. Sehr konkreter Fall: Der Deutsche Ev. Kirchentag hat in zwei der Kirchenwindmühlen so viel investiert, dass er mit Fug und Recht behaupten kann, seinen gesamten Energieverbrauch (im Fuldaer Büro und bei den zweijährigen Großveranstaltungen) rein aus erneuerbaren Energien zu decken.
Wichtig und Unterscheidungs-Merkmal zu "normalen" Windkraftanlagen: Die Rendite der Anleger ist - wegen des Ökobonus für gemeinnützige Zwecke (siehe oben) - rund ein Viertel niedriger als üblich!

 

Die Firma:

Der Geschäftsführer Josef Gold ist Inhaber der Firma "GoldSolarWind" mit Sitz in Aiterhofen bei Straubing, von der Ausbildung her Steuerberater, faktisch seit langem professioneller Betreiber mehrerer Dutzend Windkraft- und Solar-Anlagen, in der Regel "konventionell". Das "Kirchenwindmühlen-Modell" ist sozusagen ein neuer Zweig an diesem Baum. Warum gerade an diesem? Das hat sozusagen "genetische Gründe":  Herr Gold war maßgeblich (und völlig ehrenamtlich) beteiligt am Zustandekommen unserer bayerischen "Rückenwind-Anlage", eines reinen Spendenprojektes, Standort Neukirchen bei Eisenach, Größenordnung 1,3 Megawatt. Er hat nach einigen Jahren Selbstverwaltung schließlich auch die Geschäftsführung unserer Kirchenanlage übernommen (zu üblichen Konditionen).
Wie im Artikel beschrieben, entstand die Idee für den "dritten Weg" aus der Suche nach einer Verbindung von konventionellen Geldanlagen mit zugleich caritativen Motiven.

 

Kosten:

Die Anlagen haben ein Investitionsvolumen von ca. drei Millionen Euro.

 

Kontakt:

Dr. Rainer Hennig, ehem. Umweltbeauftragter

Orlamünder Str. 35

96337  Lauenstein

Tel.  09263 / 99 27 27 

Wrap up & follow-up actions

Eine vierte Kirchenwindmühle ist in Planung.

Effect / experience

Die Erwartungen am Anfang (2001) waren eher bescheiden. Umso erfreulicher ist es, dass sich dann erstaunlich motiviert und zügig Anleger für die ersten, inzwischen drei „Kirchenwindmühlen“ fanden! Offensichtlich gab und gibt es Anleger, die buchstäblich mehr wollen als nur Rendite.

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