Kirche am Markt

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Created at: 2010-11-19
Last major update at: 2010-11-19
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
(Wieder)eintritt
Institutions
Evangelischer Kirchenbezirk Tübingen - Kirche am Markt in Tübingen
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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Kirche am Markt

Abstract

In der niederschwelligen Einrichtung gibt es Informationen über kirchliches Leben, die Mitarbeitenden bieten Rat und Hilfe und vermitteln bei Bedarf an andere Stellen weiter. Die Besucher finden zugewandte Gesprächspartner, und es gibt die Möglichkeit zum Wiedereintritt in die evangelische Kirche.

Situation / context

Kirche tritt  in die Öffentlichkeit, und zwar dort, wo Menschen im Alltag unterwegs sind - mitten in der Stadt. Sie lädt Kirchennahe und Kirchenferne ein, die hier ein offenes Forum finden und gesprächsbereite Christen erleben.

Goals

Eine niederschwelligen Zugang zur Kirche bieten.

Reflection / background

KIRCHE AM MARKT wurde im Juli 2003 eröffnet. Pfarrer Friedemann Bauschert gab die Initialzündung und überzeugte die Gesamtkirchengemeinde von diesem, damals einmaligen, Projekt in der Landeskirche Württemberg. Es sollte ein offenes und niederschwelliges kirchliches Informations- und Beratungszentrum entstehen. Geldmittel standen zunächst für zwei Jahre bereit. Ein direkt am Marktplatz Tübingens gelegenes Gemeindehaus verfügte über einen ungenutzten 30 Quadratmeter großen Raum mit direktem Zugang und großen Schaufenstern zum Markt. Der Plan sah vor, dass Gestaltung und inhaltliche Umsetzung Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam verantworten, das Medienpfarramt sollte die Fachaufsicht über die Einrichtung bekommen.

General information on realization

Auf zwei Jahre war das Projekt zunächst angelegt, danach sollte entschieden werden, ob KIRCHE AM MARKT dauerhaft eingerichtet wird.

Preparation

Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen wurden eingestellt, Ehrenamtliche ergänzen das Team, sie sind für die operationale Umsetzung verantwortlich. Medienpfarrer und ein zwölfköpfiger Beirat, der sich aus Mitgliedern der Kirchengemeinden und der Verwaltung zusammensetzte, begleiteten die Arbeit hinsichtlich taktischer und strategischer Zielsetzungen. Frühestes Ziel der Verantwortlichen war es, Leitlinien zu erarbeiten, an denen die Mitarbeitenden sich orientieren können und die für Besucher verlässliche Zusagen sein können:

  • Die Evangelische Kirche Tübingen ist mit KIRCHE AM MARKT im Zentrum Tübingens für kirchennahe und kirchenferne Menschen da. Sie erleben hier ein offenes Forum und offene Christen.
  • Menschen bekommen die Möglichkeit, auf persönliche und unbürokratische Weise in unterschiedlichen Lebenssituationen und zu verschiedenen Anlässen mit Kirche in Kontakt zu kommen.
  • Menschen erhalten Informationen über das kirchliche Leben und Angebot in Gemeinden und Einrichtungen des Tübinger Kirchenbezirks.
  • Menschen, die Rat und Hilfe suchen, werden auf Wunsch an entsprechende Einrichtungen vermittelt (Diakonie, Psychologische Beratungsstelle, Familienbildungsstätte u.a.).
  • Menschen mit Fragen und Zweifel finden kompetente Gesprächspartner und werden bei Bedarf an die richtige Person bzw. Stelle weiter vermittelt (Pfarramt, eine Einrichtung, u.a.).
  • Menschen, die der Kirche distanziert oder ablehnend gegenüberstehen, begegnen hier gesprächsbereiten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Die Gesamtkirchengemeinde entschloss sich nach der Projektphase, die Einrichtung weiter zu erhalten. Der zentrale Raum bietet die Chance als Kommunikationsdrehpunkt zu fungieren und die Anliegen der Kirche in die Öffentlichkeit zu tragen. Als Beispiel für künftige Aktionen bieten sich Märkte und andere Events an, um auf den Markt zu gehen.

Realization

Der Raum ist freundlich und hell, an schönen Tagen steht die Tür offen. Es liegen Bücher oder Broschüren bereit, im Fenster hängen Sinn- und Bibelsprüche. Es ist kein Verkaufsraum, auch wenn gelegentlich Bücher oder CDs verkauft werden.  Besuch aus Kirchengemeinden, Plakat- und Gemeindebrieflieferanten, neugierige oder verärgerte Kirchenmitglieder, Initiatoren besonderer Veranstaltungen, Touristen und andere Stadtgänger finden den Weg in das ebenerdig gelegene Büro. Neuzugezogene, die "ihre" Kirchengemeinde suchen bekommen ebenso Hilfe wie gestrandete Obdachlose, die eine Vermittlung benötigen. Vielfältiges Informationsmaterial befindet sich im Prospektständer außerhalb oder im Regal. Trost spenden, Zeit haben für Gespräche - gut, dass sich Kirche solch einen Ort leistet. Jeder Tag und jede Begegnung ist anders und überraschend.

 

Dauer: Seit Juli 2003 gibt es die Einrichtung. Sie ist inzwischen auf Dauer angelegt.

Arbeitsaufwand: Mo - Sa geöffnet, täglich drei bis sechs Stunden, insgesamt 27 Stunden pro Woche.

Mitarbeitende: zwei Hauptamtliche, fünf Ehrenamtliche, sieben Pfarrerinnen und Pfarrer für den PfarrerDienstag

Materialien: Raum (30 Quadratmeter) im Erdgeschoss eines Gemeindehauses,  geschützte Sitzecke, Bistrotische, PC-Ausstattung,

Kosten: ca. 35.000 € pro Jahr

 Links / Homepage: www.kircheammarkt.de

Wrap up & follow-up actions

KIRCHE AM MARKT hat sich im Lauf der Zeit verändert, Aufgaben abgegeben, andere übernommen. Mit der Einführung des "PfarrerDienstages" ist auch eine unbürokratische Wiedereintrittstelle entstanden. Als Beispiel für künftige Aktivitäten bietet sich der Regionalmarkt an, der in Tübingen stattfindet. Durch die Zusammenarbeit mit dem Handels- und Gewerbeverein bekommen wir künftig einen Standplatz vor dem Büro. Diese Plattform wird in Zukunft gemeinsam mit anderen Institutionen der Kirche für Öffentlichkeitsarbeit genutzt.

Effect / experience

Seit der Eröffnung  haben 10.000 Gäste aller Altersgruppen das Zentrum besucht: Touristen, Gemeindeglieder, Hilfsbedürftige, Schulklassen, Konfirmandengruppen, Studierende, Neubürger; oft Kirchenferne, die mit Fragen um ein Gespräch bitten.

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden: Erstaunen über das offene Gesprächsklima, Freude über die vielfältigen Informationen, Dank für umfangreiche Hilfe in unterschiedlichen Lebenslagen. "Vielen Dank für Ihre schnelle Hilfe" - diesen Satz hören die Mitarbeitenden oft.

Tipps für Nachahmer/innen: Einfach anfangen, mutig planen, es braucht nicht unbedingt einen Pfarrer oder eine Pfarrerin für die Einrichtung eines Kirchenlades. Ein zentrumsnaher Raum, der ebenerdig erreichbar ist, möglichst breite Öffnungszeiten, gut informierte Mitarbeitende, die die Strukturen der Stadt und der kirchlichen Institutionen kennen, regelmäßige Schulungen und Supervision sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit.

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