Spenden finanzieren eine Pfarrstelle

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Created at: 2011-01-18
Last major update at: 2011-02-13
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Deutsch (Original, currently shown)
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Fundraising & Förderung, Gemeindeleitung
Institutions
Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin
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Execution: auf Dauer
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Auf Kreta

Abstract

Spenden finanzieren eine Pfarrstelle einer Gemeinde.

Situation / context

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (KWG) in Berlin stellte der Landeskirche, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz (EKBO) Ende 2006 Spendenzusagen und Mittel  bereit, damit die EKBO auf Spendenbasis im Januar 2007 in der KWG eine Pfarrerin, Dr. Frau Dr. Cornelia Kulawik, anstellen konnte. Alle Gemeindemitglieder hatten sich gefreut, wie Dr. Kulawik zuvor ihr Vikariat in der KWG in Zusammenarbeit mit dem Inhaber der ersten Pfarrstelle abgeschlossen hatte. Die Kirche am Bahnhof Zoo darf als berühmteste Kirche West-Berlins gelten. Die Turmruine des Vorgängerbaus von 1895 gehört zu den Wahrzeichen der Stadt.

Als der Sollstellenplan der Landeskirche keine zweite Pfarrstelle mehr vorsehen konnte, wurde der Gemeindekirchenrat aktiv. Woher also Geld nehmen, um die gestrichene Pfarrstelle für mindestens zehn Jahre zu sichern?

Unter Vorsitz des Rechtsanwaltes Dr. Wolfgang Kuhla wurde mit der Eigenvorsorge begonnen. Der Gemeindekirchenrat, der sechs- bis siebenstellige Eurosummen verwaltet, gleiche, so Kuhla, der Führung eines mittelständischen Unternehmens.

Die Gemeindemitglieder bekamen Post: Wenn sie rund 40‘000 Euro jährlich für eine Pfarrstelle aufbringen (die Landeskirche zahlt die Rentenabgaben), wird die Stelle ausgeschrieben. Die Rückmeldungen überzeugten die Landeskirche. Sie schrieb die Stelle aus. Auch der zuständige Oberkonsistorialrat Joachim Muhs begrüßt die Selbstverpflichtung der Gemeinde als vorbildlich. Und das ist sie.

Goals

Bei knapper werdenden Kassen können manche Gemeinden über Spenden eine weitere Pfarrstelle besetzen.

Reflection / background

Eine Besetzung einer Pfarrstelle durch gemeindeeigene Gelder wirft zahlreiche Fragen auf. Da das Anstellungsverhältnis in der KWG nach wie vor über die Landeskirche läuft, re-finanziert die Gemeinde die Stelle faktisch bei ihrem Kirchenkreis. Voraussetzung ist ein starkes Engagement der Gemeinde, die ihre an zentraler Stelle in Charlottenburg verfügbaren Mittel für ein Pfarramt nutzt und auch für die vielen Zufallsbesucher einsetzt.

General information on realization

Im aktuellen Pfarralmanach der Evangelischen Kirche in Berlin und Brandenburg und schlesische Oberlausitz (EKBO) steht, dass in der KWG, die gegenwärtig rund 3.200 Mitglieder zählt, Martin Germer und Dr. Cornelia Kulawik als Pfarrer amtieren. Nicht erwähnt ist, dass die zweite Pfarrstelle der Gemeinde eigenständig finanziert ist.

Sind die in den Landeskirchen der EKD eigenständig finanzierten Pfarrer „Spendenpfarrer“ oder „Stiftungspfarrer“? Beide Begriffe sind unglücklich, weil sie nur Teile des Rechtsverhältnisses zu dem Geistlichen beschreiben: Die Stelle Dr. Kulawiks an der KWG ist sowohl aus Spenden wie aus Einnahmen finanziert, welche die zentral gelegene Gemeinde durch Marktgewinne und andere Einnahmequellen erwirtschaftet. Der Begriff „Stiftungspfarrer“ setzt eine zweckgebundene Stiftung voraus. In diesem Beitrag bezeichnet der Begriff „Spendenpfarrer“ die Inhaber der aus Mitteln und Engagement von Gemeinden unabhängig von der Landeskirche finanzierten Pfarrstellen. Keines der hier aufgeführten Spendenpfarrämter in der EKD kann unbesehen als Modell auf andere Gemeinden übertragen werden.

Preparation

Die Gemeinde bringt durch eine Spendenaktion oder einen Förderkreis Mittel auf, um die die Finanzierung der gestrichenen zweiten Pfarrstelle zu gewährleisten. Mit dem Kirchenkreis wurde dann die Besetzung der Stelle beschlossen.

Realization

Lebens- und Studienweg Cornelia Kulawiks

Lebens- und Studienweg Cornelia Kulawiks bereiteten diese in Leipzig geborene Theologin auf das vor, was die KWG sucht: Seelsorgerlich in der bekannten Kirche im Herzen West- Berlins Gemeindemitglieder, die sich teilweise in die KWG umgemeinden ließen, und viele Kirchenfremde zu versorgen. Kulawik wuchs in ihrer Geburtsstadt auf und erlebte ihre Petrikirchengemeinde in der DDR als den einzigen Ort, „wo politisches und religiöses Denken und Fragen nicht eingeschränkt war.“ Weil ihr der Staat den Besuch der Erweiterten Oberschule (EOS) trotz guter Noten untersagte, wich sie in ein kirchliches Gymnasium aus. 1995 schloss sie in Rostock ihr in Leipzig begonnenes Theologiestudium mit kirchlichem Examen der Evangelisch- lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) ab. Da ihr Mann, ein Musiker, als Totalverweigerer in der DDR rechtlos weder hatte studieren noch einen Beruf ergreifen können, war die Chance zu nutzen, welche die Humboldt-Universität Berlin den in der DDR aus politischen Gründen vom Abitur Ausgeschlossenen bot, nämlich Musik zu studieren. Das Ehepaar siedelte mit zwei Kindern nach Berlin über, wo Frau Kulawik als Gastvikarin arbeitete. Aber die ELLM verweigerte ihr nach Abschluss des Vikariats die Rückkehr in ein Pfarramt der ELLM. So verfuhren viele Landeskirchen, die auswärts Qualifizierte unabhängig von ihren Leistungen abwiesen.

Frau Kulawik, die sich als Arbeitslose bei der Bundesagentur anmeldete, bot das evangelische Studienwerk Villigst ein Ausweichquartier. Sie konnte am Lehrstuhl für Neues Testament an der Humboldt-Universität in einer Doktorarbeit ihre akademische Qualifikation unter Beweis stellen: Die frühchristliche koptische Schrift, „Die Erzählung über die Seele“, Nag-Hammadi-Codex II,6, wurde von ihr in einer anerkannten Editionsreihe kommentiert.

2004 übernahm die EKBO die Theologin in den zweijährigen Vorbereitungsdienst in der KWG. Ihre hervorragenden Leistungen begeisterten die Gemeinde, die durch eine Spendenaktion Mittel aufbrachte, um die von der Landeskirche im Sollstellenplan gestrichene zweite Pfarrstelle der KWG aufzubringen. Die Finanzierung der Pfarrstelle ist wenigen Gemeindemitgliedern und Gottesdienstbesuchern bekannt, Dr. Kulawik arbeitet mit ihrem Amtsbruder in der Gemeinde und allen Kollegen als gleichwertige Pfarrerin gut zusammen. Da Erfahrungen in der DDR, im ländlichen Mecklenburg und in Berlin sie prägen, ist ihr die Möglichkeit wichtig, auch mit kirchendistanzierten Gästen der KWG als Suchenden ins seelsorgerliche Gespräch zu kommen.

Die Homepage der KWG bietet das Veranstaltungsprogramm und im "Predigtarchiv"  alle dort gehaltenen Predigten: www.Gedaechtniskirche-berlin.de. In der Predigt zum Epiphaniasfest stellte Dr. Kulawik die Weisen aus dem heidnischen Morgenland, die einem Stern in das fremde Heilige Land folgten, als Suchende dar. Diese Gesellschaft ermutigt oft unsichere heutige Kirchenbesucher.

Das „reichhaltige Veranstaltungsprogramm unserer Kirche könnte ein Pfarrer allein nie und nie anbieten“, meint Herr Dr. Wolfgang Kuhla, der Leiter des Kirchgemeinderats, dankbar. Dr. Cornelia Kulawik, die energische, einfühlsame, engagierte und gebildete Frau begegnet allen fröhlich; sie fühlt sich im Pfarramt nie unter Druck eines der Spender, deren Namen sie nicht kennt und kennen will.

 

Der Projektmonat

Der gegenwärtig eingerüstete Turm der KWG zeigt, dass die Gemeinde sechsstellige Geldsummen allein für den Erhalt des Bauwerks einsetzt. Aus Lokalstolz und nicht unbedingt kirchlichen Gründen gehen reichlich Spenden für diese Arbeit ein. Dem Gemeindekirchenrat, der 2006 Gelder für die Pfarrstelle über seinen Verein der Freunde der KWG mobilisierte, kann es nicht reichen, für den Bauerhalt zu sorgen. Er bestimmte den Oktober 2010 zum Projektmonatzur Sicherung der zweiten Pfarrstelle, weil es in der Finanzkrise „fraglich ist, ob der Verein der Freunde der KWG die zweite Pfarrstelle auf Dauer finanzieren kann, weil er über keine sicheren Einnahmequellen verfügt.“ Mindestens 200 Gemeindemitglieder wollte er gewinnen, die monatlich mindestens 20 € für die Finanzierung der zweiten Pfarrstelle zahlen. Wie Dr. Kuhla uns mitteilt, erhielt die Gemeinde „vor dem Spendenmonat für die zweite Pfarrstelle Spenden von jährlich rund 6.500 €. Unsere Kampagne hat den Betrag um jährlich rund 9.000 € erhöht.“ Für die Pfarrstelle stehen somit jährlich rund 15.000 € als Spendenmittel zur Verfügung. Das ist über Berlin hinaus vorbildlich, weil die Vermutung Dr. Kuhlas gute Gründe hat, dass der absehbare Rückgang der landeskirchlichen Umlage der Kirchensteuer von allen Gemeinden nur aufgefangen werden kann, wenn sich Spendenbereitschaft einbürgert.

 

Angestrebt ist also ein Mentalitätswandel, um das Herzstück kirchlicher Arbeit, Predigt und Seelsorge, durch ausgebildete Theologen auf Dauer zu sichern. Geistreich-Leser kennen Dr. Cornelia Kulawik aus dem Bericht über die von ihr geleitete erste von der EU subventionierte Begegnung von Konfirmanden mit orthodoxen Jugendlichen in Kreta: http://www.geistreich.de/experience_reports/192.

Oberkonsistorialrätin Schwarz der EKBO machte alle Gemeinden auf diesen Bericht lobend aufmerksam, denen sie Beratung durch Dr. Kulawik oder den Programmanager der Jugendbegegnung anbot, wie Mittel der EU beantragt werden können. Es ist sicher kein Zufall, dass Frau Dr. Kulawik und Ehrenamtliche ihrer Spendenpfarrstellengemeinde als erste den Versuch wagten, diese binationale Jugendbegegnung als Pilotprojekt der Konfirmandenarbeit mit Mitteln der EU als Beispiel für andere Gemeinden unterstützen zu lassen. Ihr Engagement endet nicht mit der Jugendbegegnung Pfingsten 2010; sie bereiten sich auf den Gegenbesuch der Kreter wohl 2012 vor und haben die gastgebende Orthodoxe Akademie in Kreta für eine Gemeindefahrt 2012 gebucht.

Da kirchliche Mitgliederstatistiken, nach denen der Bedarf an Pfarrstellen berechnet wird, wie in der KWG zahlreiche „zufällige“ Besucher nicht berücksichtigen, bleiben Gemeinden landeskirchlich unterversorgt. Die KWG ist ein Beispiel dafür, wie Eigeninitiative weiterhilft.

 

Externe Links:

www.gedaechtniskirche-berlin.de

www.kwg-freunde.de

 

Wrap up & follow-up actions

Eine Umfrage unter den Landeskirchen

Eine Umfrage unter den Landeskirchen ergab, dass es einige Pfarrstellen gibt, die eigenständig von der jeweiligen Gemeinde finanziert werden. Von Funktionspfarrstellen wie Krankenhauspfarrern, die oft von mehreren Trägern finanziert sind, ist hier abgesehen. Landeskirchen wurden gefragt, ob in ihnen Pfarrstellen eigenständig wie in der KWG seit 2007 finanziert werden. Es ist folglich dasselbe gemeint, wenn die Antworten „Stiftungspfarrer“ oder „Spendenpfarrer“ aufzählen.

Die Evangelische Kirche in Baden (EKIBA) zählt 18 Pfarrstellen, die in je unterschiedlichem Umfang spendenfinanziert sind. Diese Spenden, etwa von einem Großspender (in einem mittelbadischen Dorf), sehr oft von einem Förderverein (auch in den beiden nordbadischen Großstädten)  oder von einer nicht genannten "Institution" (in einer nord- und südbadischen Stadt) decken die Hälfte oder ein Viertel der jeweils von der EKIBA erbrachten Personalkosten.

 

Im Pfarrsprengel Ruhlsdorf der EKBO ist eine Pfarrstelle hälftig von einer Stiftung und der Kreiskirche finanziert. Da an der Finanzierung einer Pfarrstelle im Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf eine kirchliche Stiftung beteiligt sein wird, handelt es sich nicht um ein „Spendenpfarramt“ nach unserer Definition.

 

In der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) werden „in wenigen Fällen Stellenanteile von Gemeindepfarrstellen z.B. über Spenden finanziert – etwa dann wenn die Gemeinde die vorgesehene Kürzung der bisherigen Stelle nicht akzeptieren will und deshalb die Kosten für einen Anteil von 1/10 oder vielleicht auch 1/4 Stelle aufbringt.“ Stiftungspfarreien gebe es in der ELKB nicht, teilte uns deren Pressereferent Michael Mädler mit.

 

„Was die Landeskirche Braunschweig (ELB) angeht, gibt es keine durch Spenden finanzierten Pfarrstellen.“ Die Einrichtung solcher Stellen sei erwogen worden, aber die Umsetzung sei „vor allem an den beträchtlichen Kosten einer Pfarrstelle und der Notwendigkeit einer dauerhaften Finanzierung gescheitert“, schrieb Pressesprecher Michael Strauß.

 

Auf die Frage nach Spenden- oder Stiftungspfarreien meldete Bremens Evangelische Kirche (BEK), vertreten durch Herrn Günter Baars in der Kirchenkanzlei „Fehlanzeige“.

 

Die Evangelische Lutherische Landeskirche Hannovers (ELLH) nimmt nach Auskunft des Fundraising-Beauftragten an, dass „25 – 50 Pastoren/ Diakoniestellen ganz oder teilweise auf diese Weise – also aus Stiftungen und/ oder Spenden - finanziert sind.“

 

In der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM) „gibt es keine Stiftungspfarrstellen“, schrieb uns Susanne Sobko als Pressesprecherin, für welche das Vorgehen an der KWG in Berlin „spannend klingt.“

 

Aus Schwerin war vom Pressesprecher Christian Meyer zu erfahren, „dass es weder in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) noch in der Pommerschen Evangelischen Kirche (PEK) derzeit Stiftungspfarreien gibt".

 

Pfarrer Liebs von der Evangelischen Kirche in Württemberg (EKW) antworte auf die Frage nach solchen Pfarrstellen „mit einem, eindeutigen NEIN.“

 

Oberkirchenrat Gottfried Müller in Speyer und der Präsident des Landeskirchenamtes in Bückeburg teilten mit, daß es weder in der Evangelischen Kirche der Pfalz (EKP) noch in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg- Lippe (ELS-L) Stiftungspfarreien gibt. Andrea Rose schloss sich dem in Bielefeld für die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) an.

 

Das Beispiel der Kirche in Hessen-Nassau (EKHN)

In der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau (EKHN) wird in der Gemeinde Falkenstein der Geistliche der Gemeinde je zur Hälfte von einem Förderverein der Kirchengemeinde und der Landeskirche finanziert.

In Eichborn-Niederhöchstadt taten sich engagierte Christen 1994 zusammen, um durch einen „Verein für geistlichen Gemeindeaufbau e.V. “ (GAV) die landeskirchliche Andreasgemeinde im Dekanat Kronberg personell und finanziell zu unterstützen. Die Landeskirche finanziert der Gemeinde einen Pfarrer, ½ Sekretärin und eine ½ Hausmeisterin sowie einen nebenamtlichen Chorleiter. Der durch Spenden und Zuschüsse Dritter finanzierte GAV finanziert ergänzend zu dem EKHN-Personal zwei Pfarrer und je einen Mitarbeiter für die Senioren-, Kinder-, Jugend- sowie Theaterarbeit.“ Der GAV als Anstellungsträger ist vollkommen frei und kann jeden evangelischen Theologen als Pastor einstellen“, erklärt uns für den GAV Michael Gelbert: „Wir machen mit unseren spendenfinanzierten Pastoren meist sehr gute Erfahrungen. Die beiden aktuellen Pastoren, Anke Wiedekind und Kai S. Scheunemann tragen die Gemeinde seit deutlich über zehn Jahren.“

„Die laufenden Einnahmen werden für die laufenden Ausgaben benötigt. Es gibt nur geringe Rücklagen. Für drei Monate sind die Gehälter gesichert“, erläutert Gelbert zuversichtlich den Mut für das kühne GAV Projekt, das auch der politischen Gemeinde und der Region dienen möchte. Klaus Douglas, der erste GAV-finanzierte Pfarrer schuf 1995 das bis heute fortentwickelte Gottesdienstmodell „GoSpecial“:

www.gospecial.de. Nicht nur der Ort, etwa ein Kinosaal, sondern auch der Verzicht auf traditionelle liturgische Formen soll Kirchendistanzierten den Zugang erleichtern. Ein Drittel der Teilnehmer nimmt weite Anfahrtswege in Kauf, um GoSpecials mitzuerleben Empörung bleibt z.B.im April 2010 nicht aus, als Scheunemann über Sex predigte und sich hinterher dem Kreuzverhör Kai S. Scheunemann. Quelle: Kai S. Scheunemannder Anwesenden stellte. Manches Wort hätte er wohl lieber nicht so ungeschützt gesagt. Aber, wie ein wichtiger evangelischer Theologe sagte, der nach dem Sturz des Kaiserreichs 1919 Politik nicht kirchlich erhaben kritisierte, sondern in Preußen politische Ämter übernahm: „Ohne Wagnis, ohne Fehlgriff, ohne Martyrium gibt es kein Ergreifen von Wahrheiten“ (Ernst Troeltsch, 1865–1923). Zur Vorbereitung hatte Scheunemann als „ein wenig prüde aufgewachsener Missionarssohn“ in einem Brief die Beate Uhse AG gefragt: „Was denken Sie als Profi: Wie hat sich Gott das mit dem Sex eigentlich wirklich vorgestellt?“ Verklemmt antwortete das Sex-Unternehmen nicht.

Um anfallende Sachkosten zu decken und „dem prognostizierten Einbruch der Kirchensteuermittel um 50% bis zum Jahre 2030 entgegenzusteuern“ gründete die Gemeinde 2009 eine Andreasstiftung mit einem Startkapital von 200.000 Euro. Sie erwartet bis 2030 eine Million Euro Zustiftungen, um die erwarteten Rückgänge auszugleichen:

www.andreasgemeinde.de/unser-traum/andreasstiftung

 

Dr. Andreas Meier

Effect / experience

Positive Erfahrungen und Dankbarkeit für diese Möglichkeit.

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