Ein Gemeindehaus zum GEWÄCHSHAUS GOTTES werden lassen

Author
a geistreich member
Created at: 2011-06-10
Last major update at: 2011-06-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Citykirchen und Profilgemeinden, Gemeindeleitung, Organisationsentwicklung
Institutions
Vereinigte Ev. Gemeinde Bremen-Neustadt - Gemeindezentrum Zion in Bremen
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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Zion

Abstract

Eine ev. Gemeinde wechselt ihr Prozessmuster: Statt im Hafen zu bleiben, oder nur zu bekannten, abgesteckten Projektzielen zu segeln, lässt sie sich ungesichert aufs offene Meer hinausschicken, wie weiland Petrus. SIE PROBIERT DIE TRAGFÄHIGKEIT SEINES WORTES - UND WIRD ÜBERRASCHT: SIE WÄCHST!

Situation / context

In der Vereinigten Evangelischen Gemeinde Bremen-Neustadt Standort Zion, im Herzen der Bremer Neustadt, sind wir fast rund um die Uhr für Sie da. Wir sind sehr aktiv und bieten Ihnen viele Projekte an.  Bei uns stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt, und das Miteinander von Alt und Jung ist uns wichtig. Wir sind ein Treffpunkt für Menschen unterschiedlicher Kulturen und Interessen.

Goals

 Menschen unterschiedlicher Kulturen und Interessen einen Treffpunkt bieten.

Reflection / background

Wer sich auf den Weg der Veränderung des Prozessmusters macht, soll sich auf einen langen, steinigen Weg einrichten. Die Zionsgemeinde hatte schon eine lange Tradition eines unkonventionellen, offenen, an Bibel- und Zeitungsstudium gewöhnten Seins, dennoch ist sie immer wieder in Situationen des Scheiterns.

General information on realization

---

Preparation

Die Gemeinde, ihre Mitarbeitenden und ihre Organe unterziehen sich einem harten Prozess der Infragestellung, sie begibt sich in 'Zukunftswerkstätten', 'Open spaces' etc.

So fragt sie sich (expressis verbis erst in einem weit fortgeschrittenen Zeitpunkt des Veränderungsprozesses) u.a.:

  • Welchen Eindruck vermitteln Gebäude / Räume / Gegenstände?
  • Welche Botschaften haben einzelne Bereiche des Hauses?
  • Welche Stimmungen sind vorherrschend?
  • Welche 'Sorte Menschen' prägen das Gemeindeleben? Welche nicht? Und wenn, warum / nicht?
  • Welche Konflikte lassen sich erahnen?
  • Welche Machtverhältnisse und Meinungen bestimmen die Arbeit?
  • Welche Personen müsste man befragen, um den Mainstream zu erfassen, oder um die heimliche Kritik zu hören?
  • Was für ein Verständnis des Dienstes / der Person haben die Mitarbeiter/innen, besonders der Pastor/in, Kirchenmusiker/in, Diakon/in?
  • Wovon ist das Verhältnis Ehrenamt/ Hauptamt geprägt?
  • Gibt es eine 'hidden agenda' (heimliche Handlungsanweisung): Die Frage nach Tabus.
  • Wie könnte das Leitbild der Gemeinde lauten?
  • Was ist ihr 'Aushängeschild'?
  • Hat sie Ziele, woher kommen sie?
  • Woher kommt Einsicht und Ermutigung?

Realization

 Parallel vor 8 Jahren: Die Gemeinde gibt Straffällig Gewordenen die Möglichkeit zu sozialer Arbeit. Täglich kommen 3 - 5 Menschen, angeleitet von der weitergebildeten Reinigungskraft.

Parallel vor vor 2 Jahren: Die Gemeinde richtet ein täglich geöffnetes Cafe' ein, geöffnet von 14 - 19 Uhr. Kuchen und Getränke zu Sozialpreisen, die Honorarkräfte werden finanziert aus dem Verkauf des täglich gespendeten Kuchens.

 

 Heutige Aufgabe der leitenden Gremien:

  • Permanente Kommunikation der gemeinsamen Vision vom Gewächshaus
  • Ermutigung zur Selbständigkeit
  • Begleitung bei Planung und Durchführung von Projekten
  • Ringen um Glaubwürdigkeit,
  • Verhindern von Tabus
  • Wahrhaftigkeit
  • Tolerieren der Instabilität

Systemzustand: Instabil, weil offen für Neues und Neue

 

Ca. 350 Menschen werden pro Woche beköstigt, insgesamt gehen pro Wche mehr als 1000 Menschen unter dem Lichtschreiber ins Haus.

Insgesamt erhöht sich die Zahl der Gruppen im Haus auf mehr als 40.

Vormalige Aufgabe der gemeindeleitenden Gremien:

  • Exakte Zielsetzung
  • Steuerung und Regelung
  • am Ende der Soll / Ist - Abgleich.

Systemzustand: Stabil bis zur Erstarrung.  

 

Der Prozess der Verwandlung:

Seit ihren ersten Tagen hat die Gemeinde immer eine außerordentliche Jugendarbeit ausgezeichnet: D.h.: Eine gehörige Portion Sprengkraft war und ist permanent im Haus.

Vor 20 Jahren: Die Gemeinde beginnt ihre erste fundamentale Öffnung mit einer selbstverpflichtenden Beherbergung afrikanischer Christen: 'Wir wollen ihnen Geschwister sein, sie werden von uns, wir werden von ihnen lernen.' Man wußte nicht, auf welches Ausmaß von Konflikten man sich einließ, man ahnte aber auch nicht, dass in der Folge eine tiefgreifende geistliche und mentale Veränderung der Gemeinde einsetzte:

Vor 14 Jahren: Aus den 'Fremden' sind längst 'Hausgenossen' geworden: Ein Schwarzer übernimmt hauptamtlich die Leitung des Gospelchores: Er wird weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt, er arbeitet bis heute auf höchstem Niveau und 'produziert' viele 'Ableger'.

Es wohnen immer wieder Glieder der afrikanischen Gemeinde und andere HilfeSuchende in notdürftig umfunktionierten Räumen der Gemeinde, z.T. über mehrere Monate.

Vor 7 Jahren: Ein nigerianischer Pfingst-Prediger und Fitnesstrainer übernimmt im Rahmen der Jugendarbeit für einen längeren Zeitraum die gemeindliche 'Muckibude unterm Kreuz' (Zitat Lokalpresse)

Parallel vor ca 10 Jahren: Die Gemeinde nimmt eine 'Tauschbörsen-Initiative' auf: D.h.: Nur ein Teil des Entgelts wird in Währung gezahlt, der andere Teil ist bargeldlos, z.B. durch Erbringung bestimmter Leistung: Stühle reparieren, Kuchen backen etc.:

Zur Initiative gehören aktiv mehr als 100 Menschen.

Parallel vor 6 Jahren: Die Gemeinde richtet einmal wöchentlich einen Mittagstisch ein, gekocht von Schülerinnen und Schülern einer nahen Schule. Zu Gast: 20 - 30 Personen.

Vor 4 Jahren: Die Gemeinde richtet mit Hilfe von Praktikanten und Ehrenamtlichen 5 x wöchentlich ein offenes Früstück ein. Wöchentlich kommen ca. 70 - 80 Personen. 

Wrap up & follow-up actions

Dauer

seit mehr als 20 Jahren, Ende nicht abzusehen


Arbeitsaufwand
hoch - und doch sehr, sehr befriedigend, motivierend


Mitarbeitende
Viele, manchmal ahnt man da etwas vom 'Priestertum aller Gläubigen'


 Kosten

Allein für die Beratungs-, Supervisions- und Coaching-Kosten: Ca. 10.000 €

Plus: Hohe Kosten für 'diakonische Interventionen'. Die Gemeinde lernt, dass sie getragen wird: Zur rechten Zeit kommen große Spenden.

 

Nachbereitung ist hier eher Vergewisserung:

  • Wie kann die Kommunikation unter den Mitarbeitenden verbessert werden?
  • Wo stehen wir?
  • Wen haben wir verloren?
  • Was haben wir verloren?
  • Halten wir's noch aus?
  • Wie ersetzt man Menschen, die gehen?
  • Welche Formen der Vergemeinschaftung sollte ausprobiert werden?
  • Und immer wieder: Aus welchem Stoff ist das Manna?

Aber: Das Manna wird gereicht!

Effect / experience

Die Gemeinde ist erfasst vom 'Geist des Gewächshauses' - und sie wächst in absoluten Zahlen, z.B. hat sich die Zahl der Konfirmanden in den letzten Jahren verdoppelt. 

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