Weser-Marsch

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a geistreich member
Created at: 2010-04-06
Last major update at: 2010-04-07
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mitgliederbindung
Institutions
Kirchenkreis Wesermarsch in Stadland
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: einen Sommer, je Pilgersonntag 3-4 Stunden
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2 votes
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Weser-Marsch

Abstract

Die Gemeindeglieder eines Kirchenkreises pilgern jeweils sonntags von einer Kirche des Kirchenkreises  zu einer anderen. Sie erkunden pilgernd den Kirchenkreis, lernen Kirchen, Gemeindehäuser und das Leben darin kennen und kommen mit Mitgliedern der Nachbargemeinden ins Gespräch.  Sie erfahren so eine Stärkung ihrer eigenen Spiritualität und setzen missionarische Impulse in der regionalen Öffentlichkeit.

Situation / context

Die zusammengelegten Kirchenkreise waren vorher recht eigenständig. Man wusste wenig voneinander, ja kannte kaum die Kirchen in der Nachbarregion. Der Kirchenkreis aber sollte, so die Idee, nicht nur eine strukturelle, sondern auch eine erfahrbare Größe werden und ins Bewusstsein der Menschen dringen. Nachbarschaften sollten neu entdeckt, die Vielfalt an Kirchen und Traditionen sichtbar und erfahrbar werden.

Goals

Der Kirchenkreis wird erfahrbar, die Vielfalt an Kirchen und Traditionen wird sichtbar und erfahrbar.

Reflection / background

Pilgern wird allgemein als Teil der abendländischen Spiritualität wieder entdeckt.

General information on realization

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Preparation

 Die Idee eines Pilgerweges durch alle Kirchengemeinden des Kirchenkreises entstand im Rahmen des Pfarrkonvents.
Es wurde eine Vorbereitungsgruppe gebildet, die insbesondere folgende Aufgaben hatte:

  • Planung der Streckenführung im Großen (für die einzelnen Etappen waren die jeweils beteiligten Kirchengemeinden zuständig)
  • Bereitstellung eines Treckeranhängers für Teilnehmer/innen, die nicht so gut zu Fuß sind.
  • Kontakte zu Polizei und Rettungskräften
  • Namensgebung für das Projekt im Ganzen (hier lag der Titel "Der Weser-Marsch" natürlich auf der Hand)
  • Kontakt zu möglichen Schirmherren, Sponsoren Personen des öffentlichen Lebens, die durch ihre Präsenz und Unterstützung das Projekt publik machen könnten.
  • Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Daneben bildete sich in sämtlichen Gemeinden, die auf dem Pilgerweg angelaufen werden würden, jeweils ein Vorbereitungskreis, der zuständig war für:

  • Kontakt zur lokalen Presse
  • Gottesdienst in der Startgemeinde
  • Bereitstellung eines Treckers samt Fahrer seitens der Startgemeinde
  • Streckenführung
  • Kurzandacht, Imbiss, Bereitstellung von sanitären Anlagen seitens der auf dem Weg liegenden Gemeinden
  • Abschlussveranstaltung (Kurzandacht, Konzert, Lesung o. ä.), Verpflegung seitens der Zielgemeinden des jeweiligen Sonntags.
  • Die Zielgemeinde war zudem zuständig für den Rücktransport der Pilger/innen zum Ausgangspunkt

Das Hauptaugenmerk bei der gesamten Vorbereitungsarbeit lag dabei (entsprechend den Ausführungen zum Hintergrund der Aktion) auf der Öffentlichkeitsarbeit. In Abkündigungen und auf Plakaten, in Zeitungsartikeln und auf Flyern wurde auf die Aktion aufmerksam gemacht, und es sollte in jeder Woche  der Pilgermarsch in der Presse präsent gehalten werde, um die o. g. Ziele zu erreichen.

Realization

Jeder Pilgersonntag begann mit einem - in der Regel etwas verkürzten - Gottesdienst in der Startgemeinde. Im Anschluss an den Gottesdienst machten sich die Pilger/innen, begleitet von einem Trecker mit Anhänger, auf den Weg. In Etappen von zwischen 10 und 20 km ging es in Richtung Zielgemeinde. Auf dem Weg aber gab es nicht nur einen kleinen Imbiss, sondern auch - jedenfalls, wenn weitere Kirchen auf dem Weg lagen - eine kleine Andacht, eine Kirchenführung, eine Lesung o. ä. Außerdem musste für die Möglichkeit der Nutzung sanitärer Anlagen gesorgt werden. Konnte oder wollte jemand nicht mehr laufen, so nahm er/sie einfach auf dem Anhänger Platz und ließ sich einen Teil des Weges fahren. Auf dem Anhänger wurden auch Mal- und Spielutensilien für die teilnehmenden Kinder bereitgehalten.

In der Zielgemeinde angekommen, fand dort ein gebührender Empfang der Pilgerschar statt: die Glocken läuteten, es gab eine kleine Andacht, ein Konzert, eine Lesung o. ä., bevor dann in der Regel gegrillt wurde (das durchgehend gute Wetter machte es möglich). Im Anschluss an das gemütliche Beisammensein wurden die Teilnehmer/innen von ehrenamtlichen Helfer/innen in die Startgemeinde zu ihren Autos zurückgebracht. An jedem Zielort gab es darüber hinaus für die Teilnehmer/innen eine "Pilgerplakette" (eine kleine Holzscheibe, auf die das Siegel der Gemeinde aufgedruckt war; das ganze versehen mit einem Band zum Umhängen). Außerdem fertigte jede Gemeinde eine größere Baumscheibe mit ihrem Siegel, die dann auf dem Treckeranhänger ihren Platz fand - alle Gemeinden blieben so bis zum Ende des Pilgerweges präsent.
Am Abschlusssonntag fand am Zielort ein großes Pilgerfest statt. Hier nahmen nicht nur die Pilger/innen des entsprechenden Sonntags teil, sondern auch viele, die nur einen Teil des Pilgerweges mitgehen konnten, trafen sich hier noch einmal wieder.

 

Materialien
Plakate, Flyer, gängiges Gottesdienstmaterial, Baumscheiben für jede Gemeinde, kleine Holzplaketten für die Pilger/innen, Grillgut

 

Kosten
Sind schwer zu beziffern. Die Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit, die der Kirchenkreis getragen hat, belaufen sich auf ca. 500 €. Alle weiteren Kosten, die ja hauptsächlich Verpflegungskosten waren, wurden durch Spenden durch die Teilnehmer/innen gedeckt. Benzingeld für den Trecker wurde in der Regel gespendet.

Wrap up & follow-up actions

Es fand ein Pilgernachtreffen statt, zu dem sich zahlreiche Teilnehmer/innen der letztjährigen Aktion noch einmal zu Gottesdienst mit anschließendem Beisammensein trafen. Neben dem Abendessen und dem Schwelgen in Erinnerungen stand hier natürlich vor allem das gemeinsame Anschauen der vielen gemachten Bilder und Videos statt.
Neben dem Nachtreffen muss aber betont werden, dass sämtliche Teilnehmer/innen im Rahmen des Pilgerweges nicht nur viele Menschen kennenlernten, sondern auch und vor allem viele Kirchen und Gemeinden. Es wurden ganze Kisten von Gemeindebriefen gesammelt, es wurden Verabredungen zu gemeinsamen Veranstaltungen, Vorbereitungsgruppen oder auch Fahrgemeinschaften getroffen und damals entstandene Kontakte zu Menschen und/oder Kirchen bestehen noch heute.

Effect / experience

Sonntag für Sonntag nahmen rund 50 - 80 Personen unterschiedlichen Alters an dem Pilgerweg teil. Natürlich waren das nicht immer dieselben Personen. Wer ganz im Süden des Kirchenkreises wohnte, machte sich nicht unbedingt auf den Weg in den Norden. Es gab aber auch Personen, die keine bzw. nur eine Etappe verpasst haben. Hat der Pilgerweg sein Ziel erfüllt, den Menschen den Kirchenkreis und der Öffentlichkeit das kirchliche Leben nahezubringen? Diese Frage ist angesichts zahlreicher positiver Rückmeldungen auf jedem Fall zu bejahen. Teilnehmer/innen waren nicht nur "Kerngemeindeglieder", sondern auch durchaus "kirchenferne" Menschen. Die Neugier auf die Aktion wuchs von Sonntag zu Sonntag. Auch die nicht-pilgernde Öffentlichkeit verfolgte die Zeitungsmeldungen und so den Weg der Pilgerschar.

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