Die Blaue Stunde

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a geistreich member
Created at: 2010-04-10
Last major update at: 2010-04-11
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Alternative Gottesdienste
Institutions
Evang. Christuskirchengemeinde in Dortmund
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: no information
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5 votes
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Die Blaue Stunde

Abstract

Ein meditativer Gottesdienst am Abend.

Situation / context

Der Name ist Programm. Die "Blaue Stunde" ist ein Ausflug in die Stille: ruhige Musik (wechselnde Musiker), Schweigen und Gespräche prägen diesen Abendgottesdienst, der besonders für Menschen der Mittleren Generation gefeiert wird. Nach einem meditativen Beginn können die Besucherinnen und Besucher anhand einer biblischen Erzählung gedanklich in die Rollen von einzelnen Personen schlüpfen und ihre Assoziationen mitteilen - oder einfach nur den Gedanken anderer zuhören. Die Fürbitten am Ende des Gottesdienstes liegen vor Gottesdienstbeginn aus. Wer mag, kann sich vorab eine auswählen und an entsprechender Stelle vom Platz aus beten. Nach dem Gottesdienst wird zu Wein, Gesprächen und einem kleinen Imbiss eingeladen. Die Blaue Stunde findet immer am 1. Samstag im Monat um 18 Uhr statt.

Goals

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Reflection / background

Schaffung eines Gottesdienst-Zusatzangebotes zu den traditionellen Angeboten, besonders für Menschen der Mittleren Generation, die wegen unterschiedlichster Lebenssituationen die traditionellen Glaubensangebote nicht besuchen können (im Rahmen der Arbeit innerhalb einer Schwerpunktpfarrstelle).

General information on realization

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Preparation

Jeweils ein Treffen im Team (2-4 Ehrenamtliche und Pfarrerin) pro Gottesdienst zur Vorbereitung 2-3 Wochen vorher. Eine Geschichte aus der Bibel, die Thema des Gottesdienstes sein soll, wird vom Team "bibliologmäßig" vorbereitet. Der Gottesdienst wird unter ein bestimmtes Motto gestellt (Zum Beispiel: "Wo bitte geht's zum Paradies?" oder "Glück kommt selten allein" etc.).

Eine Dekoration zur "gestalteten Mitte" wird überlegt. Hier gilt das Prinzip: Weniger ist mehr. Der Blick der Besucherinnen und Besucher fällt beim Eintritt in den Kirchraum auf diese Mitte. Sie soll neugierig machen auf das, was kommt, und die Gedanken der Besucherinnen und Besucher anregen.

Ein Cateringteam für den Imbiss wird verabredet. Die Einladung der Musikerinnen/ Musiker sowie die Auswahl der Gemeindelieder übernimmt die Pfarrerin.

Realization

Eine Stunde vor Gottesdienstbeginn wird der Kirchraum gestaltet. Die Stühle werden jeweils im Halbkreis um eine "gestaltete Mitte" gestellt. Der Altar wird mit einem blauen Tuch verhüllt. Liedermappen (blaue Ringordner) werden auf die Stühle verteilt. Fürbitten am Eingang werden auf einem Tisch ausgelegt.

Die Besucherinnen und Besucher werden am Eingang willkommen geheißen.

Der Gottesdienst beginnt mit leiser Musik. Danach erfolgt die Begrüßung der Besucherinnen und Besucher durch die Pfarrerin. Das Motto des Gottesdienstes wird genannt und die Musiker werden vorgestellt. Eine Hinführung zum Thema wird gegeben. Ein Gebet wird gesprochen. Danach erfolgt eine 5 minütige Meditative Phase, Stille, Zeit, um einem Gedanken nachzuspüren, der z.B. im Gebet Thema war.

Mit dem Gong einer Klangschale endet diese Phase. Seichte, leise Musik setzt ein, danach wird ein gemeinsames Lied gesungen. Die biblische Geschichte wird dann in Form eines Bibliologs präsentiert. Den Besucherinnen und Besuchern wird die Möglichkeit gegeben, sich gedanklich in die verschiedenen Personen der Geschichte hineinzuversetzten und ihre Gedanken dazu zu äußern. Wie hätte sich die Besucherin/ der Besucher anstelle von Person X verhalten, was getan. Die Geschichte wird dann, nach kurzer Diskussion, weitergelesen und die "Auflösung" erfolgt (Anmerkung: Die Geschichte wird von einer männlichen Person gelesen, die Pfarrerin übernimmt die "Moderation").

Nach einem weiteren gemeinsamen Lied werden die Fürbitten gebetet. Nach dem Vaterunser und dem Segen klingt der Gottesdienst mit einem Lied der Musiker aus.

Eine herzliche Einladung seitens der Pfarrerin zum kleinen Imbiss erfolgt.

Besucher werden nach dem Imbiss persönlich verabschiedet.

 

Kosten

Kosten für den Imbiss.

Wrap up & follow-up actions

Kurze Feedback-Runde des Teams nach dem Gottesdienst (max. 15 Minuten).

Effect / experience

Diese Form des Gottesdienstes spricht besonders die Menschen der Mittleren Generation an und auch Menschen, die der Kirche eher distanziert gegenüber stehen. Uhrzeit (18 Uhr) und Häufigkeit (alle 4 Wochen) finden große Akzeptanz. Durchschnittlich kommen 30 Besucherinnen und Besucher.

Die Gestaltung des Gottesdienstes, Stühle anstatt Kirchenbänke, gestaltete Mitte statt Altar, die Zeit zur Ruhe zu kommen während der meditativen Phase, die besondere, zum Gottesdienst passende Musik sowie Bibliolog statt Predigt nennen Besucherinnen und Besucher als ihre Gründe, regelmäßig diesen Gottesdienst mitzufeiern.

Der Imbiss nach dem Gottesdienst bietet Gelegenheit sich über den Text erneut auszutauschen, aber auch andere Glaubensthemen werden diskutiert. Menschen, die der Kirche eher distanziert gegenüberstehen nennen die "Möglichkeit seine eigene Meinung mit einbringen zu können" für einen Hauptgrund ihres Kommens. Terminlich günstiger gelegen und  die Zeit der Stille werden auch als Gründe für ein regelmäßiges Kommen angeführt. Das Gottesdienstkonzept "Blaue Stunde" wird schon in einigen Kirchengemeinden Deutschlands so gefeiert.

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