Naturnahe Neugestaltung des Kindergartengeländes

Author
a geistreich member
Created at: 2011-09-16
Last major update at: 2011-10-07
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kleinkinder und KiTas, Diakonie und Gesellschaft, Kindergärten und Kindertagesstätten, Immobilien, Bauwesen und Friedhofswesen
Institutions
Ev. Pfarrgemeinde Eichel-Hofgarten in Wertheim
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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Abstract

Der in die Jahre gekommene Außenspielbereich unseres Kindergartens sollte in einen naturnahes Spieleparadies verwandelt werden.

Situation / context

Wir sind eine Pfarrgemeinde mit ca. 870 Gemeindegliedern. Die beiden Stadteile Eichel und Hofgarten sind gesellschaftlich sehr unterschiedlich geprägt. Während Eichel eher dörflich strukturiert ist, wohnen im Hofgarten sehr viele Akademiker und Geschäftsleute.

Wir wollten ein Projekt ins Leben rufen, bei dem sich Jeder und Jede angesprochen fühlt, bei dem sich Alle mit ihren Gaben und Fähigkeiten einbringen können.

Goals

Im Zuge dieses Projektes sollte unser Kindergarten auch stärker ins allgemeine Bewusstsein der Menschen am Ort gerückt werden, was für eine dauerhaft gute Belegung wichtig ist.

Der Kindergarten ist das Herzstück unserer Gemeindearbeit. Er trägt wesentlich mit bei zu dem guten Ruf, den unsere Pfarrgemeinde am Ort genießt und ist ein wichtiger Integrationsfaktor in unserem relativ anonymen Stadtteil. Über den Kindergarten haben wir schon sehr viele Ehrenamtliche für die Gemeindearbeit gewonnen. Daher war es ein weiteres Ziel, die Qualität der Arbeit im Kindergarten durch das neue Außenspielgelände zu stärken und nachhaltig auszubauen.

Durch die Einbeziehung vieler verschiedener gesellschaftlichen Gruppen wollten wir das Miteinander in unserem Stadtteil fördern.

Schließlich war das Projekt für uns ein willkommener Anlass, um grundsätzlich nachzudenken über Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising und hierfür ein möglichst tragfähiges und langfristiges Konzept zu erstellen.

Reflection / background

Es sollte ein naturnaher Spielraum entstehen, für dessen Planung wir die Forschungsstelle für Frei- und Spielraumplanung in Hohenahr hinzugezogen hatten. Die Kosten für das zugegebenermaßen ehrgeizige Projekt beliefen sich auf 137.000 €. Davon mussten wir 50.000 € selbst finanzieren. Im Rahmen einer Bürgeraktion wollten wir 20.000 € durch Eigenleistungen an zwei Projektwochenenden erbringen. Die verbleibenden 30.000 € sollten durch Spenden gedeckt werden.

Bei einer Gemeindegröße von ca. 870 Gemeindemitgliedern bedeutete dies eine enorme Herausforderung. Der wollten wir uns stellen und dabei den gesamten Stadtteil mit einbinden.

General information on realization

Beschlossen und verantwortet wurde das Projekt vom Ältestenkreis der Pfarrgemeinde.

Preparation

Geplant wurde es bei einem Workshop von Mitarbeitenden der Forschungsstelle in Zusammenarbeit mit dem Erzieherteam, dem Elternbeirat und dem Ältestenkreis. D.h. es waren von Anfang an viele Betroffene und spätere Multiplikatoren mit eingebunden.

Für die Realisierung haben wir zu Beginn eine ehrenamtliche Expertenrunde gegründet.
Dazu haben wir Fachleute für die unterschiedlichen Arbeitsbereiche gesucht: Tiefbau, Holz und Spielgeräte, Pflanzen, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Gewinnung und Einteilung von ehrenamtlichen Helfern für die Projektwochenenden, Verpflegung. Es ist uns gelungen, für die Expertenrunde einige hochqualifizierte „Frühpensionäre“ zu gewinnen, die im Stadtteil wohnen, aber nicht alle evangelisch sind, sowie (ehemalige) Eltern mit  entsprechenden Berufen und zwei Älteste. Gut die Hälfte der Experten war bisher nicht ehrenamtlich bei uns aktiv.

Realization

Die Experten arbeiteten in ihrem Bereich selbständig und trafen sich regelmäßig zur gegenseitigen Information. Aufgabe der Pfarrerin war es, die Expertenrunde einzuberufen, die nötige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und Ansprechperson für die einzelnen Gruppen zu sein. Aufgabe der einzelnen Arbeitsgruppen war es, alles dafür vorzubereiten, dass die Projektwochenenden mit den Ehrenamtlichen reibungslos vonstatten gehen konnten, alles Material bereit stand und die von Fachfirmen zu erledigenden Arbeiten abgeschlossen waren.

Zur Vorstellung des Projektes haben wir zu einem Vortrag des Leiters der Forschungsstelle eingeladen und einen Flyer entwickelt. Der Flyer ging zusammen mit einem Aufruf zum Spenden und zum Helfen an alle Haushalte im Stadtteil sowie an Vereine, Firmen und Stiftungen.

Die Bürgeraktion war ein voller Erfolg. Nach anfänglichem Zögern hatten sich zuletzt mehr Helfer gemeldet, als dann notwendig waren. Und die  Helfer waren so motiviert und mit solcher Begeisterung bei der Sache, dass die Arbeiten bereits nach 3 Tagen erledigt waren. Alle Vereine am Ort haben sich beteiligt, außerdem der Lions-Club, eine Hauptschulklasse und eine sozialpädagogisch betreute Wohngruppe.

Die Experterten koordinierten während des Wochenendes die Arbeiten auf dem Gelände.

Wrap up & follow-up actions

Die Gemeinde und die größere Öffentlichkeit wurden durch den Gemeindebrief und durch Zeitungsartikel fortwährend über den Stand des Projektes informiert.

Die Spender erhielten zeitnah einen Dankesbrief mit Spendenquittung und einem selbst gestalteten Kalender für das folgende Jahr, dessen Bilder Einblick geben in die Arbeit unseres Kindergartens.

Die Helfer erhielten ebenfalls einen Dankesbrief, dem Fotos beigefügt waren, auf dem sie bei der Arbeit zu sehen sind.

Für die Expertenrunde gab es ein schönes Dankesessen in einem guten Restaurant.

Nach Fertigstellung wurde das Spielgelände mit einem großen Fest offiziell eingeweiht,
zu dem noch einmal alle ehrenamtlichen Helfer und alle Spender persönlich
eingeladen wurden und bei dem der Oberbürgermeister und der Dekan Grußworte
sprachen.

Duch die sehr positive Darstellung in der Tagespress und Vorträge der Kindergartenleiterin zu dem Projekt, konnten wir noch weitere Spender gewinnen, die die Arbeit des Kindergartens untertützen.

Wir haben die Ziele, die wir uns gesteckt hatten nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.

Effect / experience

Der große Erfolg der Bürgeraktion war für alle eine schöne Erfahrung. Es hat sich gezeigt, dass und wie Vernetzung und Kooperation funktionieren können.

Durch das Projekt war unser Kindergarten nicht nur im Stadtteil in aller Munde und zwar auf sehr positive Art und Weise. Immer wieder wurden und werden wir noch von außerhalb auf diese Aktion angesprochen. Der Oberbürgermeister führt sie auch gerne an als gutes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement und Kooperation. Und gerade in den ersten Monaten kamen auch etliche "Touristen" vorbei, um sich unser Gelände anzuschauen.

Durch die hohe Zahl der aktiv Beteiligten, hat die Identifikation mit unserem Kindergarten zugenommen. Viele betrachten das Spielgelände als „ihr“ Spielgelände und sich stolz darauf.

Die Belegung im Kindergarten hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Es kommen auch Kinder aus anderen Stadtteilen zu uns.

Auch die benötigte Spendensumme wurde erreicht.

Nach Beendigung der Arbeiten stellte sich heraus, dass ein Sonnenschutz vergessen wurde. Einer unserer Experten hat dafür eine kostengünstige Ausführung entwickelt. Eine Erwähnung bei der Einweihung genügte, um zwei weitere größere Spenden dafür zu erhalten, zum einen von einem Fabrikanten, dessen Enkel den Kindergarten besucht, zum Anderen von Initiatoren eines Straßenfestes im Stadtteil.

Durch dieses Projekt haben wir im Ältestenkreis viel gelernt und verstanden über Fundraising. Gemeinsam haben wir hierfür ein Konzept entwickelt, das sich bereits bei einem weiteren Projekt bewährt hat. Wir mussten zwischenzeitlich nämlich eine denkmalgeschützte Friedhofsmauer sanieren mit einer Eigenbeteiligung von 24.000 €. Auch dafür ist es uns gelungen, die nötigen Spenden einzuwerben.

Adopted and refined

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