Mobile Suppenküche Bremen "Suppenengel"

Author
a geistreich member
Created at: 2011-09-28
Last major update at: 2012-02-27
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Menschen in Armut, Sonderseelsorge
Institutions
Mobile Suppenküche Bremen "Suppenengel" in Bremen
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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2 votes
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Suppenengel

Abstract

Seit 1997 kochen wir mehrmals in der Woche Suppe für Obdachlose und Bedürftige, die sonst sicher keine warme Mahlzeit bekommen würden. Heute sind die "Suppenengel" eine feste Größe zwischen Domsheide und Hauptbahnhof und werden von über 200 Personen dankbar wahrgenommen.

Situation / context

Die ständig steigende Zahl Obdachloser und Bedürfiger in Bremen.

Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Altersarmut bewirken, dass immer mehr Menschen nicht mit ihrem Geld auskommen und sich nicht jeden Tag eine warme Mahlzeit leisten können.

Goals

Die Initiative Suppe für Obdachlose und Bedürftige e.V. versteht sich also nicht in erster Linie als mobiles Versorgungsangebot, sondern als Hilfsangebot, Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen und sie in ihrer momentanen Lebenssituation zu akzeptieren. Menschen, die aus dieser Situation aussteigen wollen, erhalten Hilfestellungen in vielerlei Hinsicht:

Hilfestellung im Bereich:

  • Neu ankommende Obdachlose bekommen einen Überblick darüber, welche Einrichtungen es in Bremen für Dusche, Wäsche waschen, Kleiderkammern, Übernachtungen etc. gibt und wo diese zu finden sind.
  • Bei Fragen zu Ämtern wird aufgeklärt, wer der geeignete Ansprechpartner für konkrete Hilfe ist.
  • Bei Alkohol- und Drogenmissbrauch wird informiert, welche Kliniken für Entzug es gibt (auch außerhalb von Bremen) und wenn erforderlich, wird dabei auch Unterstützung bei der ersten Kontaktaufnahme gegeben.
  • Informationen werden gegeben, welche medizinische Nothilfe geleistet wird.
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche wird geboten.
  • Falls ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist, werden Besuche abgestattet und Sorge für die notwendige Wäsche getragen.
  • Gegebenenfalls sind wir Ansprechpartner für die behandelnden Ärzte oder wir vermitteln sie. 

Das durch die regelmäßige Präsenz auf der Straße entstehende Vertrauensverhältnis wird auch in Krisensituation wie z.B. Verurteilung zu Haftstrafen nicht unterbrochen. Wenn möglich, besuchen wir die Betroffenen in der Haftanstalt.

Reflection / background

Der Leitfaden meiner Initiative

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war kein Sozialdemokrat.

Als sie die Katholiken holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war kein Katholik.

Als sie mich holten, gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.

 

(Martin Niemöller, ehem. Kirchenpräsident von
Hessen und Nassau, 1938-1945 in KZ-Haft)

General information on realization

Anfang 2011 haben sich die Suppenengel überlegt, wie sie die in die Jahre gekommenen Suppenfahrräder durch neue ersetzen können.
Unsere alten Räder sind nicht nur in die Jahre gekommen, sondern genügten auch schon lange nicht mehr den Mindestanforderungen der Hygiene.

 

Preparation


Wir haben uns überlegt, welche Bedingungen neue Fahrräder erfüllen müssten, um unsere Arbeit zu erleichtern und gleichzeitig den Hygienebestimmungen genüge zu tun.
Im Internet fanden wir dann einige Firmen die Fahrräder für die unterschiedlichsten Bedürfnisse bauen. Bei einem dieser Anbieter sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass er der Richtige für unser Anliegen ist.
Schnell war uns klar dass wir diese Fahrräder nicht aus Eigenmitteln werden finanzieren können.

Realization

 

 

Insgesamt haben drei Stiftungen, etliche Bürger Bremens und die amtierende Senatorin Anja Stahmann  an die Finanzierung der Räder gemacht. Zu guter Letzt mussten die Suppenengel noch etwa 500,-€ aus Eigenmittel aufbringen, damit die Räder gebaut werden konnten.

Für drei neue Räder brauchen wir ca.15000,-€

 

 

 

 

Link

http://www.suppenengel.de

Wrap up & follow-up actions

 

Spendenaktion mit Hennig Scherf

 

http://www.geistreich.de/experience_reports/642

 

Mobile Suppenfahrräder fahren durch Bremen

 

http://www.geistreich.de/experience_reports/1111

 

Effect / experience

Inzwischen gibt es eine Anzahl bestätigender positiver Beispiele dafür, dass durch die aktive Teilnahme an der Vorbereitung und Verteilung der Mahlzeiten die Menschen in ihrem Selbstwertgefühl durchaus gestärkt wurden - auch mit dem Resultat, dass sie ihren Platz in der Gesellschaft wieder einnehmen konnten.

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