Schmetterlingskinder

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-03
Last major update at: 2011-11-03
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bestattung, Gedenkgottesdienst, Gottesdienst unter freiem Himmel, Alternative Gottesdienste, Themengottesdienste und Reihen, Zielgruppengottesdienst, Sonderseelsorge
Institutions
Martinskirche in Cuxhaven
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 6 Monate
Execution: Vier Gedenkfeiern pro Jahr
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Schmetterlingskinder

Abstract

An einem Gräberfeld für tot geborene Kinder werden vier Gedenkfeier im Jahr abgehalten. Dieses Angebot ist überkonfessionell.

Ein Projekt der Ev.-Luth. Martinskirche Cuxhaven-Ritzebüttel.

 

Situation / context

Die Ortsgemeinde als Träger von kirchlichen Friedhöfen gibt Eltern einen Raum zum Trauern und setzt zugleich in der Öffentlichkeit ein Zeichen, dass jeder Mensch ein Recht auf eine würdige Bestattung hat.

 

Goals

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Reflection / background

Eine Gruppe aus Interessierten und Betroffenen hat ein Grabfeld für im Mutterleib verstorbene Kinder errichtet. Dort können die tot geborenen Kinder, die bis dahin als klinischer Abfall entsorgt wurden, würdig bestattet werden. Die Eltern bekommen so die Möglichkeit, von den gestorbenen Kindern Abschied zu nehmen. Dazu gibt es 4 x im Jahr Andachten mit anschließender Beisetzung der Asche. Das Angebot ist überkonfessionell.

 

General information on realization

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Preparation

Die Initiative, ein Grabfeld zu errichten für im Mutterleib verstorbene Kinder, die nicht bestattungspflichtig sind (also weniger als 500 Gramm wiegen), ging vom Krankenhaus Cuxhaven, der Leiterin des Vereins "Verwaiste Eltern" sowie Pastor Köster aus.

Eine Vorbereitungsgruppe fand sich schnell zusammen aus Vertreter/innen der katholischen und der evangelischen Kirche, der Selbsthilfegruppe "Verwaiste Eltern", des Kinderhospizvereins Cuxhaven, des Krankenhauses sowie eines Bestatters. Es gab einige vorbereitende Überlegungen. Am 2. Advent (Gedenktag der verstorbenen Kinder) 2002 konnte die Gedenkstätte unter reger öffentlicher Teilnahme eingeweiht werden. 

 

Realization

Da die Martinsgemeinde Träger eines Friedhofes ist, konnte ein entsprechend großes Grabfeld hergerichtet werden.

Der Gedenkstein wurde von einem ortsansässigen Steinmetz zum Selbstkostenpreis erstellt. Auf dem Stein ist ein Schmetterling zu sehen und die Inschrift:

 

"Weil du in meinen Augen so wert geachtet und auch so herrlich bist, und weil ich dich lieb habe, deshalb fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir." (Jesaja 43, 4+5).


Das Krankenhaus übernimmt die Überführung der Föten: Sie werden zuerst in die Pathologie nach Bremerhaven, von dort nach Cuxhaven ins Krematorium und schließlich in die Friedhofskapelle gebracht, bevor die Asche der Föten gesammelt beigesetzt wird.

 Alle daran Beteiligten arbeiten unentgeltlich.


Die Trauerfeiern werden von drei Pfarrern und der Superintendentin des Kirchenkreises vierteljährlich im Wechsel abgehalten.

Eine kleine Gemeinde findet sich ein, um den Kindern das Geleit zu geben. Betroffene Eltern werden seitens des Krankenhauses mit einem Faltblatt zu den Gottesdiensten eingeladen. Darüber hinaus wird durch den Gemeindebrief und die Tagesspresse auf die Trauerfeiern hingewiesen. Die Beteiligung an der Trauerfeier selbst ist gering, aber aus der Vielzahl der Blumen und Spielsachen, die am Stein abgelegt werden, wissen wir, dass die Gedenkstätte rege besucht wird. Etwa 30 Kinder werden im Quartal bestattet. Eltern haben auch die Möglichkeit, dem verstorbenen Kind einen Namen zu geben. Dieser wird dann in einem Buch, das im Friedhofsbüro aufbewahrt wird, festgehalten. 

 

Kosten

Ca. 3000 Euro Materialkosten (z.B. für den Gedenkstein, eine Sitzbank und Steine für die Pflasterung). Diese Summe wurde in kurzer Zeit durch Spenden, besonders der Hannoverschen Landeskirche und des Lions-Clubs Cuxhaven, aufgebracht.

 

Link / Homepage

Initiative Regenbogen

Martinskirche Cuxhaven

Wrap up & follow-up actions

Der Kontakt zu den Beteiligten (Bestatter, Krankenhaus, Pathologie usw.) muss dauerhaft gepflegt werden. Die Öffentlichkeit wird durch Plakate und Pressehinweise auf die Existenz der Gedenkstätte hingewiesen. Die Gedenkstätte wird friedhofseitig und durch die "Verwaisten Eltern" gepflegt.

 

Effect / experience

Jeder mittelbar und unmittelbar Betroffene versteht, wie wichtig und gut dieses Projekt ist. Die Beteiligten hatten den Eindruck, mit diesem Vorhaben offene Türen eingerannt zu haben.
 
Dies zeigt sich auch daran, dass mittlerweile auch für verstorbene Kinder, die über 500 Gramm wiegen, also bestattungspflichtig sind, eine Gedenkstätte errichtet wurde. Diese befindet sich direkt neben der oben genannten. Angeregt wurde sie von Eltern, die von einem solchen Kindstod betroffen waren. Auch Sie haben nun einen Ort der Trauer und des Gedenkens.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

Viel Dank in der Öffentlichkeit und besonders durch betroffene Eltern.

 

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    • Rückseite des Kärtchens zum Ausfüllen
      „Den letzten Weg in Würde gehen – Vorsorge für eine kirchliche Bestattung“ im Scheckkartenformat.
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