Warum ich (k)eine Christin bin

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-07
Last major update at: 2014-07-24
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mitgliederbindung, Citykirchen und Profilgemeinden, Wissenschaft und Ethik, Fundraising & Förderung, Öffentlichkeits- und Pressearbeit
Institutions
Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 8 - 10 Monate
Execution: Je nach Projekt, hier fünf Vortragsabende
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Warum ich (k)eine Christin bin

Abstract

Bei einer Vortragsreihe in einer Hamburger Hauptkirche geben prominente Frauen aus Politik und Kultur Auskunft über ihren Glauben und stellen sich der Diskussion.

Situation / context

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Goals

Kirche mischt sich mit einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungsreihe in der Debatte um die Bedeutung von Religion für die Gesellschaft ein. Dies geschieht anhand von persönlich-biographischen und kritischen Zeugnissen vom Glauben, Unglauben und Zweifel von Prominenten.

Reflection / background

Inspiriert wurde das Projekt durch die aktuelle Debatte um die Wiederkehr und die Bedeutung der Religion in unserer säkularen Gesellschaft. Einerseits erobern Religionskritiker (u.a. R. Dawkins) die Bestsellerlisten, andererseits legt auch der religiöse (wenn auch nicht unbedingt der kirchliche) "Markt" zu. Die Sehnsucht nach Orientierung und Werten für die Gesellschaft und das eigene Leben ist groß, die Kenntnis der eigenen Tradition jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung abseits des kirchlichen Milieus gering. Die Herausforderung durch eine wachsende Präsenz anderer Religionen in Deutschland kommt hinzu.

General information on realization

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Preparation

Angeschrieben wurden prominente Frauen, die sich hamburg- und bundesweit in ihrem Fach bzw. mit ihrer Kunst einen Namen gemacht haben und von denen u.E. zu erwarten war, dass sie sich zur Frage "Warum ich (k)eine Christin bin" akzentuiert äußern können.

Angeschrieben wurden: Musikerinnen, Schriftstellerinnen, weitere Künstlerinnen, Journalistinnen, Politikerinnen und Unternehmerinnen mit der Bitte, St. Katharinen einen Abend mit Vortrag und Diskussion zu dem genannten Thema zu schenken.

Die Briefe/Einladungen wurden 8 Monate vor Veranstaltungsbeginn versandt. Es brauchte mehrere Anläufe, um so viele Zusagen zu bekommen, dass sich der Start einer Reihe auch lohnte.

Folgende fünf Frauen waren schließlich bereit und sagten uns zu:

  • Karin von Welck (Kultursenatorin in Hamburg),
  • Dagmar Reim (Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg),
  • Christa Goetsch (Zweite Bürgermeisterin und Bildungssenatorin in Hamburg),
  • Isabella Vértes-Schütter (Schauspielerin, Intendantin des Hamburger Ernst Deutsch Theaters) und die Bundesfamilienministerin
  • Ursula von der Leyen.

Nachdem zwei Monate vor Beginn der Veranstaltungsreihe die Personen und Termine feststanden, haben wir ein Plakat entworfen, entsprechende Postkarten drucken lassen, haben die Veranstaltungsreihe in den kircheninternen Medien (Gemeindebrief, Veranstaltungskalender etc.) platziert. Zwei Wochen vor der ersten Veranstaltung sind wir in die Außenwerbung (Plakate in U-Bahnhöfen) gegangen. Direkt vor der Veranstaltung ist die Lokalpresse eingebunden worden.

Die Reihe hat über den inhaltlichen Fokus die Aufgabe, St. Katharinen mit seinem immensen Sanierungsbedarf in der Stadt Hamburg weiter bekannt zu machen und auch Spenden für dieses Bauvorhaben einzuwerben.

 

Realization

Die Abende selbst liefen prinzipiell immer nach dem gleichen Schema ab. Der Beginn war jeweils um 20 Uhr.

Ein Team von Ehrenamtlichen hieß die Zuhörer am Eingang willkommen und wies auf die Möglichkeit einer Spende für die sanierungsbedürftige Kirche hin.

Der Ort des Vortrags war das Hauptschiff der Kirche. Vorbereitet waren im Altarraum jeweils ein Rednerpult und eine Bühne (mit Stehtisch) für das anschließende Gespräch. Im Seitenschiff gab es die Möglichkeit zu einem kleinen Imbiss und einem Getränk.

Nach der Begrüßung und Vorstellung des Gastes durch die Hauptpastorin als Gastgeberin, kam es jeweils zu einem musikalischen Auftakt (Orgel oder Saxophon), bevor dann die Rednerin des Abends ihren Vortrag hielt. Dieser dauerte 20 bis 45 Minuten.

Im Anschluss kam es dann zum Gespräch mit der Hauptpastorin, die auf den Vortrag reagierte, nachfragte und vertiefte.

Nach ca. weiteren 20 Minuten hatte das anwesende Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Ein musikalischer Abschluss beendete jeweils den Abend. Nach dem "offiziellen" Teil (ca. 21.30 Uhr), bestand die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen in einem entsprechend gestalteten Bereich der Kirche.

 

Dauer

Beginn der Planung: 10 Monate vor Veranstaltungsbeginn; Durchführung: fünf Vortragsabende von Mai bis Oktober

 

Arbeitsaufwand

Von den konzeptionellen Überlegungen und ersten Schritten bis zur Durchführung der Abende war bei Haupt- und Ehrenamtlichen ein hoher Arbeitsaufwand erforderlich.

 

Mitarbeitende

Für die inhaltliche Planung waren zwei Hauptamtliche verantwortlich. Dazu kamen Mitarbeitende für die Werbung (Gemeinde und Kirchenkreis), Büro, Küster der Gemeinde. Je Abend waren vier Ehrenamtliche aus der Gemeinde dabei.

 

Materialien

Plakate, Postkarten, Technische Ausstattung (Ton, Beleuchtung etc.)

 

Kosten

Hoch sind die Kosten für die Bewerbung der Veranstaltungsreihe, gering dagegen die Kosten für die Durchführung.

 

Link / Homepage

Hauptkirche St. Marien

 

Wrap up & follow-up actions

Die Reihe ist Anfang Oktober 2008 zu Ende gegangen. Der starke Zuspruch motiviert die Veranstalter eine Nachfolgeveranstaltung mit einem anderen Fokus, aber einem ähnlichen Konzept für das nächste Jahr zu entwickeln.

Effect / experience

Je nach Prominenz und Status der Vortragenden war die Resonanz unterschiedlich: Von 90 Zuhörenden bis hin zu einer "ausverkauften" Kirche (über 400). Erreicht wurden neben dem klassischen Akademie-Publikum (60 Jahre und aufwärts) auch Jüngere und sogenannte "Kirchenferne".

Gerade die prominenteren Medien-Gesichter ziehen ein "alternativeres" Publikum abseits der Kerngemeinde an.
Das Konzept, Inhalte mit einer Persönlichkeit zu verknüpfen, hat sich sehr gut bewährt. Die Presse reagiert auf die Veranstaltungen und macht die Reihe in der Stadt bekannt. Die Qualität der Vorträge ist gut bis hervorragend. Es fand ein inhaltlicher Diskurs statt.

Tipps für Nachahmer/innen

Die Reihe in dieser Dimension eignet sich sicher nur für eine Citykirche in einer Großstadt. Ein Transfer auf einen kleineren Maßstab mit vielleicht weniger prominenten Persönlichkeiten ist jedoch möglich. Es wäre eine Herausforderung, die jeweilige Lokalprominenz zu einem persönlichen Statement hinsichtlich ihres Glaubens zu bewegen.

 

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