Was? Wieso? Weshalb? Warum?

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a geistreich member
Created at: 2011-11-07
Last major update at: 2011-11-07
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mitgliederbindung, Kleinkinder und KiTas, Familien, Gemeindeaufbau, Glaubenskurse und Hauskreisarbeit, Mission
Institutions
Evangelischer Kirchenkreis in Merseburg (Saale)
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 6 Monage
Execution: Ein auf drei Jahre angelegtes Projekt
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Was? Wann? Wo? Warum?

Abstract

Den Kindern wird durch religionspädagogische Angebote zu Festen im Kirchenjahr ein Zugang zu Sinn und Ursprung christlicher Traditionen und abendländischer Kultur ermöglicht.

Situation / context

Der Kirchenkreis Merseburg liegt in der Mitte der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, im Süden Sachsen-Anhalts und ist, neben den Städten Merseburg und Weißenfels, von ländlichen Regionen geprägt.

Durch die Politik der DDR besonders auch in den bedeutend gewordenen Industriestandorten Leuna, Schkopau und Weißenfels finden wir hier eine starke Entkirchlichung vor.

Etwa einhundert Kindertagesstätten unterschiedlicher nichtkirchlicher Trägerschaft befinden sich auf dem Gebiet des Kirchenkreises (Es gibt einen evangelischen Kindergarten).

Kirche ist den Menschen aus ihrem Dorf, ihrer Stadt bekannt - als Gebäude. Spiritualität und Glauben sind ihnen fremd. Unkenntnis und diffuse Bilder rufen Desinteresse und Berührungsangst hervor.

Goals

Ziel des Projektes ist es, langfristige Kontakte zwischen Kindertagesstätten verschiedener Träger und der Kirche zu knüpfen. Durch die religiöse Bildung im Elementarbereich in stark säkularisierten Regionen wird ein Zugang zu Kirche und Ortsgemeinden eröffnet.

Reflection / background

Das Konzept des Projektes beruht auf verschiedenen Grundüberlegungen:

  • Seit der Reformationszeit gehört Bildung für alle Menschen zur Grundlage des Kirchen- und Glaubensverständnisses der Evangelischen Kirche.
  • Die komplexe und vielfältige Gesellschaftsstruktur ist kulturell stark durch christliche Werte geprägt, christliche Feste und Gebräuche machen das sichtbar.
  • Die Mehrheit der Menschen in der Region des Kirchenkreises Merseburg stehen Kirche und Religion weitgehend distanziert gegenüber.
  • Das Projekt nimmt die Bildungsverantwortung der Kirche wahr.

Es beruht auf der Bildungsvereinbarung zwischen dem Land Sachsen-Anhalt, der LIGA der freien Wohlfahrtspflege, den kommunalen Spitzenverbänden und den Kirchen.

Das Bildungsprogramm Sachsen-Anhalts "bildung:elementar" beschreibt dies.  Neben den Angeboten für die Kinder in den Kindertagesstätten liegen Schwerpunkte der Arbeit in der Kontaktaufnahme, dem Aufbau von Vertrauen und der Begleitung der beteiligten Erzieherinnen, Leiterinnen und Verantwortlichen der Träger.

 

General information on realization

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Preparation

Ein professionelles Engagement mit theologischer, pädagogischer und sozialpädagogischer Kompetenz ist für dieses Aufgabenfeld im Kirchenkreis als wichtig und notwendig empfunden worden.

Deshalb wurde die Projektstelle für Kindertagesstätten eingerichtet. Das Konzept wurde von der Stelleninhaberin entwickelt. Die Projektstelle ist zunächst für 3 Jahre eingerichtet und wird von der Landeskirche und dem Kirchenkreis finanziert.

Realization

Grundlage für eine Arbeit in und mit den Kindertagesstätten ist die Kontaktaufnahme.

Das persönliche Gespräch zur Vorstellung des Projekts ist wesentlicher Bestandteil der Vertrauens- und Beziehungsarbeit.

Dazu gehört:

  • Sich auf Gespräche einlassen,
  • sprachfähig zu kirchlichen und spirituellen Themen sein,
  • den Leiterinnen und Mitarbeiterinnen in ihrer Arbeit unterstützend als Seelsorgerin zur Seite stehen.

Bei der Kontaktaufnahme werden bestehende Kontakte genutzt (über die Kirchengemeinden, kirchliche Mitarbeiter, engagierte Eltern). Hilfreich sind auch kommunale Kontakte. So können z.B. über Bürgermeister gleichzeitig kommunale und kirchliche Strukturen einer Gemeinde in den Blick genommen werden.

Weiterhin werden Kindertagesstätten oder Trägereinrichtungen direkt angesprochen.
In manchen Kitas gibt es eine gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde, diese Arbeit kann mit dem Projekt verknüpft werden.

In einigen KiTas sind Elternabende in Vorbereitung des Projekts oder zur Vorstellung für die Eltern erwünscht.

Mit den KiTas werden kirchenjahreszeitliche Themen und Bildungseinheiten besprochen, teilweise gemeinsam vorbereitet.

Zunehmend kommen eigene Vorschläge der Einrichtungen zum Themen-Pool hinzu. Auch die Themen der Kinder (wie z. B. Tod, Krankheit, Freundschaft, Verantwortung, Tiere...) werden aufgenommen.

Alle Angebote werden von der Stelleninhaberin religions- und gemeindepädagogisch ausgearbeitet und durchgeführt.

 

Dauer

Zunächst ist das Projekt auf 3 Jahre befristet

Arbeitsaufwand

0,7 VBE

Mitarbeitende

Eine ordinierte Gemeindepädagogin

Materialien

Verbrauchsmaterialien für die pädagogische Arbeit sowie für verwaltungstechnische Dinge.

Kosten

Personalkosten und Sachkosten Das Projekt wird durch den Projektstellenzuschuss der EKM finanziert. Die Sachkosten für Verbrauchsmaterialien sowie die Verwaltung trägt der Kirchenkreis Merseburg.

Weiterführende Literatur

  • Peter Böhlemann: Wie die Kirche wachsen kann und was sie davon abhält. Göttingen 2006
  • Albert Biesinger u.a. (Hrsg.): Brauchen Kinder Religion? Weinheim und Basel, 2005
  • Kind und Kirche. Evangelische Kindertagesstätten als kirchliche Bildungseinrichtungen. Bericht des Bischofs zur Visitation der Evangelischen Kindertagesstätten in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen 2005-2007. Hrsg. von der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (über das Kirchenamt der EKM beziehbar)

Anton A. Bucher u.a. (Hrsg.): Mit Kindergartenkindern theologische Gespräche führen. Sonderband Jahrbuch für Kindertheologie. Stuttgart, 2008

Links / Homepage

www.kirchenkreis-merseburg.de

 

Wrap up & follow-up actions

Durch ein kurzes Feedback mit den Erzieherinnen werden Fragen ausgetauscht, Anregungen gegeben und Wünsche für die weitere Zusammenarbeit geäußert.

In diesem Zusammenhang stellte sich innerhalb eines Jahres der Wunsch einiger Erzieherinnen nach Weiterbildungen im religionspädagogischen Bereich heraus.

Die pädagogischen Projekte werden reflektiert und überarbeitet.

Durch vierteljährliche Rundbriefe mit einem kurz aufgearbeiteten Thema, einem Dank an die Einrichtungen, Informationen zum Stand und Neuerungen des Projektes, (neue religionspädagogische Angebote, Fortbildungen für Erzieherinnen), sowie einer kreativ aufgearbeiteten Einheit wird die Bindung und der Kontakt zu den Einrichtungen kontinuierlich gehalten.

Darüber hinaus sind Besuche und Erinnerungsbriefe ein großer Teil dieser Arbeit. Durch die permanente Weiterentwicklung des Konzeptes ist der nachhaltige Kontakt zu den Einrichtungen gewährleistet.

Besondere Wünsche und Möglichkeiten vor Ort werden ernst genommen. Die Verknüpfung mit kirchlicher Arbeit vor Ort und regionalen kirchlichen Angeboten (Alleinerziehenden Fahrt - ein Angebot des Kirchenkreises Merseburg) wird angestrebt.   

 

Effect / experience

Bereits nach einem Jahr gab es in 25 Kindertagesstätten (von 100) regelmäßige Projekte. Das Interesse ist weiterhin groß, die Zahl der teilnehmenden Kitas steigt beständig. 

Durch Projekte im kirchenraumpädagogischen Bereich ist ein wachsendes Interesse an der Kirche und Kirchengemeinde vor Ort zu verzeichnen. Aus den religionspädagogischen Angeboten für die Kinder ist der Wunsch nach Fortbildung im religionspädagogischen Bereich bei den Erzieherinnen entstanden.

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

Leiterinnen von Kindertagesstätten:

  • "Eigentlich laden wir Sie ein, damit wir auch mal wissen warum die Feste gefeiert werden - wir lernen viel dabei"
  • "Ich bin zwar getauft, kann mich noch an einzelne Geschichten erinnern, aber ich bin ja nicht mehr in der Kirche und ich möchte auch nichts Falsches erzählen. Deshalb ist es gut, dass Sie zu uns kommen."
  • "Das gehört ja zur Allgemeinbildung! Wir hatten ja damit nichts zu tun, das war so.

Aber jetzt ist es gut darüber bescheid zu wissen. Wir können das ja nicht mehr ausgrenzen und sollen es ja auch nicht."
Mitarbeiterin:


"Ich finde es gut, dass wir Einrichtungen ausserhalb unserer Gemeinde in den Blick nehmen. So können wir viele Feste die im Dorf passieren vernetzen. Wenn das auf vielen Schultern verteilt ist, kann man das auch machen."

 

Tipps für Nachahmer/innen

 

Hilfreich sind:

 

  • Kontaktfreude
  • Spaß an nomadischer Präsenz in einem großen Gebiet (Kirchenkreis
  • Sprachfähigkeit zu spirituellen, religiösen sowie theologischen Themen für eine nicht kirchlich geprägte Zielgruppe
  • Freude an wachsenden Veränderungsprozessen

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