Weil zum Leben mehr gehört

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-07
Last major update at: 2011-11-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
(Wieder)eintritt, Mitgliederbindung, Gemeindeaufbau, Taufe (Tauferinnerung), Glaubenskurse und Hauskreisarbeit, Mission
Institutions
Evangelische Stadtakademie Nürnberg in Nürnberg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 3 - 4 Monate
Execution: Ca. 9 Abenden je 2 - 2 1/2 Stunden
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2 votes
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Rosensachel

Abstract

Evangelischer Glaubenskurs für (Wieder-)Einsteiger

Situation / context

Was Christen glauben, in welchem Licht sie aus evangelischer Sicht ihr Leben und die Welt sehen, das will der Kurs in Grundzügen anschaulich machen - für Menschen, die sich dem Christentum ganz neu nähern oder nach Zeiten längerer Distanz wieder annähern möchten.

Goals

In dem Glaubenskurs werden die Kernthemen christlichen Glaubens mit den Biografien der Teilnehmer/innen verknüpft.

Reflection / background

Seit einigen Jahren äußern Teilnehmende der Veranstaltungen der evangelischen stadtakademie nürnberg zunehmend den Bedarf, mehr und grundsätzlich vom christlichen Glauben zu erfahren. Da die klassischen erwachsenenbildnerischen Formen des Vortrags und des theologischen Seminars nicht (mehr) geeignet schienen, um diesem Interesse gerecht zu werden, und die Gespräche beim (Wieder-)eintritt auch starken seelsorgerlichen Charakter haben, entwickelte die Stadtakademie gemeinsam mit der 2006 gegründeten Kircheneintrittsstelle das Konzept eines Glaubenskurses.

 

General information on realization

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Preparation

Der Kurs umfasst 9 Abende. Werbung erfolgt über die persönliche Einladung der Eintrittsstelle, über das Gesamtprogramm der stadtakademie deren Webseiten sowie über örtliche Medien und die Auslage der Faltblätter in den Gemeinden des Dekanats sowie an verschiedenen öffentlichen Gebäuden, Museen, Geschäften und weiteren Orten.

Realization

Im Zentrum der einzelnen Einheiten stehen biblische, kirchengeschichtliche und dogmatisch-systematische Impulse.

Die Themen orientieren sich an der Lebensbiografie der einzelnen Teilnehmenden und knüpfen an ihre Lebenssituationen an. Somit wird ein Beitrag zur Klärung von Lebens- und Glaubensfragen geleistet.

Für die jeweiligen Themenschwerpunkte sind weitere Ziele formuliert, wie z.B. die biblische Rede von Gott kennenzulernen und mit den eigenen Gottesbildern in Beziehung zu setzen und Jesu Leben und Lehre kennenzulernen.

Die Auswahl der Grundthemen orientiert sich am Aufbau des Erwachsenenkatechismus. Wesentliche Kernaussagen des christlichen Glaubens werden dadurch angesprochen und mit dem eigenen Glauben und Leben in Beziehung gesetzt. Folgende Grundthemen gehören zum Kurs:

  1. Gottes Spuren entdecken - Dem Lebensweg nachspüren
  2. Nach Gott im Leben fragen - Christliche Bilder von Gott
  3. Vom Heil berührt werden - Jesus Christus
  4. Nach den Quellen des Glaubens suchen - Die Bibel
  5. Gott begegnen - Gebet und Meditation
  6. Gott im Menschen wiederfinden - Vom Engagement für diese Welt
  7. Sich von Gott finden lassen - Von der Taufe 
  8. Zum Glauben stehen - Bekenntnisse der Christenheit
  9. Bei Gott zu Tisch sitzen - Das Abendmahl

Ein Hauptanliegen des Kurses ist die Vermittlung von christlichen Glaubensinhalten. Im Gespräch und im Austausch in der Gruppe wird eine Auseinandersetzung mit den persönlichen Grundhaltungen und Einstellungen der Teilnehmenden und den christlichen Glaubenstraditionen aus evangelischer Perspektive gefördert.

Erwachsenenbildnerische Methoden und Arbeitsformen wie Malen, Bildbetrachtungen, angeleitete Meditationen, Schreibgespräche, Kleingruppen, Einzelarbeit und Plena unterstützen diesen Prozess. Das Einbeziehen von Schriften der velkd und der EKD und Zusammenfassungen der einzelnen Themen verstärkt die kognitiven Reflexionsmöglichkeiten.

Das Mitgeben von gestalteten Gebetstexten (z.B. vom Gottesdienst-Institut der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ) ermöglicht den individuellen Zugang zum Gebetsgut der christlichen Kirchen.

Die konsequente Arbeit mit biblischen Texten, ritualisierten Formen am Anfang des Abends sowie der liturgische Abschluss mit Gebet und Lied geben einen verlässlichen Rahmen vor, der unter anderem auch zu einem vertrauensvollen Umgang und einer gegenseitigen Achtsamkeit führt. Durch ein regelmäßig abgefragtes Feedback wird sehr individuell auf Entwicklungen in der Teilnehmendenrunde reagiert und prozessorientiert gearbeitet. Bedeutsam ist das Angebot der persönlichen Segnung am letzten Kursabend.

 

Dauer

Der Kurs findet an 9 Abenden statt. Die Einheiten dauern etwas mehr als zwei Stunden.

 

Arbeitsaufwand

Die Konzeptionsphase dauerte 3 Monate. Pro Kurseinheit und Teammitglied bedarf die Vorbereitung 2 bis 3 Stunden. Die Nachbereitung und -besprechung im Team dauert noch einmal zwei Stunden.

 

Mitarbeitende

Das Team besteht aus vier Personen: Die Studienleiterin der Stadtakademie (eine Diplom-Sozialpädagogin), ein ehrenamtlicher Pfarrer der Eintrittsstelle sowie ein bis zwei Pfarrer/innen aus dem Pfarrkapitel des Dekanats - hier zumeist die Leiterin der Eintrittsstelle. Die organisatorische und inhaltliche Gesamtverantwortung für den Kurs trägt derzeit die Studienleiterin. Jeweils zwei Teammitglieder sind für die Planung, Ausgestaltung und Durchführung einer Kurseinheit verantwortlich. In der ersten Einheit sind alle Teammitglieder dabei, danach in wechselnder Besetzung zwei.

 

Materialien

Gebetstexte, Perlen des Glaubens, Arbeitshilfen der velkd und der EKD, Materialien des Gottesdienstinstituts der Evang.-Luth. Kirche in Bayern

 

Kosten

Die reinen Sach- und Werbungskosten betragen je nach Teilnehmerzahl etwa 450 Euro; inklusive der Personalkosten und Raummiete rund 4000 Euro pro Kurs. Das Evang.-Luth. Dekanat  Nürnberg hat für ein Jahr aus Kirchgeldmitteln die Finanzierung zugesichert, sodass der Kurs für die Teilnehmenden kostenfrei angeboten werden kann.

 

Weiterführende Literatur
Evangelischer Erwachsenenkatechismus: glauben - erkennen - leben, im Auftrag der velkd hrsg. von den Geschäftsführern der Katechismuskonferenz der velkd, Gütersloh 2001 (7. Aufl.).

 

Links / Homepage
Kircheneintrittsstelle Nürnberg
evangelische stadtakademie nürnberg

Wrap up & follow-up actions

Je nach Wunsch der Teilnehmenden kann die Taufe, die Konfirmation oder eine Segnung den Kurs abschließen.

Effect / experience

Die breit angelegte Werbeschiene zeigt Erfolg. Ein Drittel der Teilnehmenden werden über die persönliche Einladung der Eintrittsstelle, ein weiteres Drittel über das Gesamtprogramm der Stadtakademie und der Studierendengemeinde, sowie das letzte Drittel über Medien und die Auslage der Faltblätter auf den Kurs aufmerksam. Die Kombination seelsorgerlicher, theologischer, pädagogischer und gruppendynamischer Kompetenzen aus den beiden Berufsgruppen erweist sich als sinnvoll, ebenso die gemischte Zusammensetzung von Frauen und Männern.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

Insgesamt haben an den 7 bisher stattgefunden Kursen 74 Personen teilgenommen. Die Teilnehmer/innen sind zwischen Mitte 20 und 75 Jahre alt, überwiegend im mittleren Alter um die 45 Jahre. Berufsbilder, religiöse Biographien und geographische Herkunft variieren stark. Die meisten stehen noch im Berufsleben und sind darin stark beansprucht. Ein Drittel der Teilnehmenden kommt aus den neuen Bundesländern, ein weiteres Drittel hat seine religiösen Wurzeln in anderen christlichen Konfessionen. Einige suchen nach Jahren des Ausprobierens anderer religiöser -  vor allem fernöstlicher - Glaubenspraxis einen Anknüpfungspunkt im christlichen Glauben. 11 Personen besuchten den Kurs gezielt, um zu klären, ob sie sich taufen lassen möchten oder um sich gezielt auf eine bevorstehende Taufe vorzubereiten. Andere - überwiegend nach langer Zeit kritischer Distanz zur Kirche und auch zum Glauben - wollen manches an Wissen wieder auffrischen, vor allem aber auch kritische Fragen aussprechen und mit anderen diskutieren.

Auffällig ist eine große Sehnsucht nach spürbarer, direkter Gottes- und Glaubenserfahrung. Deutlich wird, dass keiner der Teilnehmenden einen persönlichen Kontakt oder Bezug zur Heimatgemeinde hat. Zwei Studierende sowie 6 Frauen besuchten den Kurs, weil die Diakonie als ihre Arbeitgeberin die Weiterbeschäftigung von Taufe und Kircheneintritt abhängig machte. (Stand 2011)

 

Tipps für Nachahmer/innen

Als sinnvoll erweist sich, dass ein bestimmtes Teammitglied an möglichst vielen Abenden dabei ist.

 

Information für die Leser/innen:

Da der Kurs stark teilnehmenden- und prozessorientiert arbeitet, gibt es keine ausgearbeitete Arbeitshilfe,  sondern jeweils die Verlaufspläne der einzelnen Abende. Diese können wir nur nach persönlichem Gespräch weitergeben.

 

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