Auf ein Glas Wein

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-08
Last major update at: 2011-11-08
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Bildung und Unterricht, Hochschule und Berufsbildung, Wissenschaft und Ethik
Institutions
Evangelische Studierendengemeinde in Saarbrücken
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 6 - 8 Wochen
Execution: Die Gesprächszeit ist themenabhängig
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Auf ein Glas Wein

Abstract

In einer lockeren Gesprächsatmosphäre referieren Experten zu einem kirchlich und gesellschaftlich relevanten Thema.

Situation / context

Die klassischen Vorträge finden in ihrer strengen Form nur sehr eingeschränkt ein gemeindliches Publikum und treffen insbesondere nicht das Bedürfnis jüngerer Erwachsener.

Die Form der Veranstaltung bei einem Glas Wein (Wasser, Saft) ist dem lebendigen Austausch sehr förderlich. An die Stelle von Belehrung durch einen Vortrag oder eine Vorlesung tritt eine lehrreiche Unterhaltung. Die Form eignet sich zur Begegnung mit Wissenschaftlern, Autoren, Künstlern, Personen des öffentlichen Lebens ...

Diese Veranstaltungsform trägt auf ihre Weise dazu bei, die "Sprachfähigkeit des Glaubens" zu erproben. Dies nicht in einem katechetischen Sinne, sondern gemeindepädagogisch so, dass die fraglichen Themen bewusst an einem kirchlichen Ort besprochen werden. Die Gemeinde als Veranstaltungsort spricht quasi mit.

Goals

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Reflection / background

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General information on realization

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Preparation

Zwei Ausgangspunkte sind möglich:

eine Gemeinde beschäftigt sich mit einer Frage und sucht eine/n fachlich kompetente/n "Referenten/in".

Denkbar ist auch der "umgekehrte" Weg: dass eine Gemeinde eine interessante Persönlichkeit "auf ein Glas Wein" einlädt.

In der Vorbereitung der Veranstaltung sollte sich der Moderator soweit in das Thema einarbeiten, dass er selbst anregender theologischer bzw. kirchlicher Gesprächspartner des Gastes sein kann.

Ein Vorgespräch mit dem Referenten ist um der Sache willen ebenso wichtig, wie dazu, ihn auf die Form, die eben nicht Vortrag oder Podiumsdiskussion ist, einzustimmen!

Wichtig ist uns die Vorbereitung des Raumes. Uns liegt sehr daran, jede Seminar-Atmosphäre zu vermeiden. Sessel stehen gruppiert um Tischchen, zum "Referenten" hin ausgerichtet und doch zueinander geöffnet, im Raum.

Wein (Wasser, Saft) und Salzgebäck stehen auf den Tischen bereit. Es soll ein zwangloses Gespräch aller mit allen möglich sein.

Realization

Der Moderator oder die Moderatorin heißt die Gäste willkommen und sorgt dafür, dass sich alle mit Getränken versorgen können.
Er/Sie führt in den Hintergrund des Themas ein (Was macht die Sache für die Gemeinde interessant? Warum will man mit diesem Referenten ins Gespräch kommen?), informiert die Teilnehmenden über die Struktur des Abends und bittet den Referenten um eine Einführung.

Der Referent bekommt maximal zwanzig Minuten Zeit für einen informativen "Impuls". Es geht um grundlegende Information und die Eröffnung des Gesprächs.

Die Moderatorin beginnt ein Gespräch mit dem Referenten. Diese Phase dauert gleichfalls maximal (!) zwanzig Minuten.

Zweck dieses dialogischen Elements ist es, einen Gesprächsfaden zu entwickeln. Frage-Antwort-Spiele wie nach Vorträgen üblich, sollen vermieten werden. Und der kirchliche Ort des Gesprächs wird hier zur Geltung gebracht, indem der Moderator das Gespräch entsprechend profiliert.

Sobald ein Gespräch in Gang gekommen ist, lädt der Moderator alle Gäste ein, sich an dem Gespräch zu beteiligen. Seine Aufgabe ist es, Anwalt des Themas zu sein. Sowohl im Blick auf die Ausschreibung, mit der "auf ein Glas Wein" mit dem Referenten geladen wurde, als auch im Blick auf den kirchlichen Ort der Veranstaltung.

 

Dauer

Wichtig ist es, das Gespräch zu einem vorher bekannt gegebenen Zeitpunkt zu unterbrechen (ein "offizielles Veranstaltungsende" etwa nach zwei Stunden). Ein Gesprächsabbruch sollte vermieden werden. Aber niemand soll sich gezwungen fühlen, bleiben zu müssen. In der ESG Saarbrücken wird aber auch niemand aufgefordert zu gehen. Nach der Unterbrechung sind die Gespräche bisher immer fortgesetzt worden. Bis zu vier Stunden!

 

Arbeitsaufwand

Etwa eineinhalb Stunden für Vorabsprachen mit den Referenten. Teilweise kann sich für den Moderator die inhaltliche Vorbereitung aufwändig gestalten. Etwa drei Stunden dauert es, die Werbung vorzubereiten und in Gang zu setzen. 

Mitarbeitende

Moderator/in (in der Regel der Pfarrer, um das Thema theologisch zu profilieren)

Materialien

Plakate     

Kosten

Wie bei Vortragsveranstaltungen auch, wobei von Gesprächspartnern aus dem direkten Umfeld von ESG und Universität oft kein Honorar gefordert wird.
Kosten fallen für die Getränke etc., sowie für die Plakatwerbung an. Es wird bewusst nicht nur im "Gemeindebrief" bzw. per E-Mail-Newsletter sondern auch öffentlich geworben.

Link / Homepage
www.waldhausweg7.de

 

Wrap up & follow-up actions

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Effect / experience

Die bisherigen Abende dieser Reihe hatten jeweils etwa zwanzig Besucher/innen.

So wie das Sach-Interesse aus der Gemeinde erwächst, stellte die Gruppe der Mitarbeitenden und "aktiven Teilnehmenden" der ESG jeweils etwa 50% der Besucher. Diese sind zur Hälfte kirchennah, zur Hälfte stehen sie der Kirche aber auch eher distanziert gegenüber und werden über "ihre" Themen angesprochen, die im zielgruppenbewusst gestalteten ESG-Programm Berücksichtigung finden.

Der hohe Anteil an "Kerngemeinde" und die damit einhergehende persönliche Bekanntheit sind förderlich für eine offene Gesprächsatmosphäre insgesamt.
Etwa ein Viertel waren jeweils Studierende, die an der Sache oder dem Referenten interessiert waren und durch die Plakate auf die Veranstaltung aufmerksam geworden waren.
Ein weiteres Viertel waren Menschen im Alter von Anfang 40 bis 70 Jahre, die über die Veranstaltungswerbung (etwa in der Zeitung) den Weg in die ESG fanden.

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

Die Möglichkeit zur Beteiligung wird geschätzt. Gerade auch von den Referenten, die sich über das Interesse an ihren Themen freuen.

 

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