Gott wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-10
Last major update at: 2011-11-10
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Kirchenraum und Kirchenpädagogik, Gottesdienst unter freiem Himmel, Alternative Gottesdienste, Themengottesdienste und Reihen, Kindergottesdienst, Jugendgottesdienst
Institutions
Universität Bamberg, Lehrstuhl für Evangelische Theologie, Religionspädagogik und -didaktik in Bamberg
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 2 - 3 Wochen Gesamtvorbereitung
Execution: Ca. 2 - 3 Stunden
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Fußtastweg

Abstract

In einem Gottesdienst am Ende des Schuljahres können Erwachsene und Kinder der durchschrittenen Zeit nachsinnen. Für die vor ihnen liegende Zeit- und Wegstrecke vergewissern sie sich des Zuspruchs Gottes. Dazu hilft die Bewusstwerdung der Füße.

Situation / context

Das Schuljahresende wird als Zeit des Übergangs besonders begangen. Die Füße werden dabei zum besonderen Symbol des Lebens im Übergang von der Schulzeit zur Ferienzeit.

Goals

Menschen werden eingeladen, ihre Wahrnehmung zu öffnen, sich in ihrer Leiblichkeit zu erleben und zu feiern, dass sie von Gott in ihrer Leiblichkeit begleitet sind.

Reflection / background

Füße bezeichnen in der Bibel immer den ganzen Menschen.

Besonders in den Psalmen wird von den Füßen gesprochen, wenn sich Menschen von Gott geführt (z.B. Ps 66,6) oder aufgerichtet wissen (z.B. Ps 18,34). Im Neuen Testament wäscht Jesus die Füße der Jünger/innen und gibt ihnen so ein Beispiel geschwisterlicher Liebe.

General information on realization

---

Preparation

Eine kleine Gruppe kann den Gottesdienst vorbereiten.

Es bietet sich an, das Thema "Füße" erst einmal für sich selbst zu thematisieren, z.B. durch eigene Fußmassage oder Tastspiele mit den Füßen.

Das Thema lässt sich dann auch in Gesprächsrunden aufgreifen z.B.:

  • "In welchen Schuhen fühle ich mich am wohlsten?" 
  • "Welche Redewendungen kommen uns zum Thema Fuß in den Sinn?

Was erzählen uns diese Redewendungen übers Leben? (Wo drückt der Schuh? In zu großen Schuhen gehen. Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg. "Du stellst meine Füße auf weiten Raum." ...)

Daraus kann man ein Anspiel für den Gottesdienst entwickeln und Fürbitten formulieren. Der Eingangsbereich der Kirche (Saal/Aula.) wird vor dem Gottesdienst als ein Fuß-Tast-Erlebnisfeld mit Kissen, Steinen, Holzbrettern, dicken Seilen usw. auf dem Boden gestaltet.

Realization

Helfer aus der Vorbereitungsgruppe stehen am Eingang bereit.

Sie laden die Gottesdienstbesucher ein, das Erlebnisfeld, - also die Fußtaststraße -, zu begehen.

In der Begrüßung wird die jeweils eigene Situation der Gottesdienstbesucher am Schuljahresende angesprochen, wie sie sich in den Füßen empfinden lässt. (Kinder mussten ihre Füße das Schuljahr über stillhalten und freuen sich jetzt auf Bewegung. Erwachsene waren viel auf den Beinen und sehnen sich nach Erholung.)

Als Eingangslied bietet sich an: EG 447,1-3 ("Lobet den Herren", Strophe 3: "...und Händ und Füße regen...")

Mit dem Eingangsgebet könnte man verschiedene Redensarten aufnehmen, in denen die Füße zur Sprache kommen.

In einem Anspiel zeigen fünf Personen ihre Füße. Sie setzen sich dafür auf eine vorher im Altarraum aufgestellte Haushaltsleiter und erzählen jeweils kurz, was sie in ihren Schuhen erleben. Ein Kind zeigt seine Fußballschuhe, ein Vater seine Wanderschuhe. Sie freuen sich auf die Ferien. Eine Frau zieht auf der Leiter ihre Schuhe aus ("Am meisten freue ich mich aufs Schuhe ausziehen in den Ferien.") Ein anderes Kind sagt, dass es neue Schuhe braucht, weil die alten nicht mehr passen. "Wie werde ich gehen können in den neuen Schuhen?"

Ein älterer Mensch mit verbundenem Fuß fragt sich, wie es mit der Verletzung den Sommer über gehen wird. Wird jemand kommen und helfen?

Das Motto des Gottesdienstes ist dem Lied "Befiehl du deine Wege" (EG 361) entnommen. Dieses wird nach dem Anspiel gesungen.

In einer Be-Sinnung wird die Gemeinde eingeladen, während des Sitzens auf der Bank die eigenen Füße, Zehen, Sohlen und Fußgelenke zu spüren. Die Orgel begleitet dies meditativ.

Die Kurzpredigt nimmt auf, was die Füße vom Leben erzählen könnten. Sie nimmt Bezug auf das Anspiel und die in der Vorbereitungsgruppe geführten Gespräche. Ein geeignetes biblisches Motiv für die Predigt kann z.B. Ps 121,3 sein, aber auch die oben genannten Psalmverse.

Mögliches Predigtlied ist "Vertraut den neuen Wegen" (EG 395).
Fürbitten, Vaterunser und Segen schließen den Gottesdienst ab. Nach dem Segen wird die Gemeinde eingeladen, sich zu EG 361,1 ("der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann") in einer Kette an den Händen zu fassen und so miteinander durch die ganze Kirche zu ziehen.

 

Dauer

Für den Gottesdienst eine Stunde. Für das anschließende Erleben 30 bis 60 Min.

Arbeitsaufwand

Für die Vorbereitung in einer Gruppe zwei bis vier Stunden. Für die Vorbereitung unmittelbar vor dem Gottesdienst ca. ½ Stunde. Das Fußtastmaterial muss zusammengetragen werden.

Mitarbeitende

Pfarrer/Pfarrerin, Vorbereitungsgruppe aus Kindern und Erwachsenen.

Materialien

Verschiedene Materialien für die Fußtasterlebnisse. Haushaltsleiter. Schuhe.

Kosten

Es muss nichts extra gekauft werden. Man trägt zusammen, was Schule, Kirchenge-meinde oder Familien im Fundus haben.

Link/Homepage

www.bewegter-religionsunterricht.de

Wrap up & follow-up actions

Draußen vor der Kirche kann ein Fußtastweg aufgebaut sein, der zu vielfältigen Fußerfahrungen einlädt. (Kies, Rindenmulch, Sand, Wasser, große Steine...).

Wer möchte, kann es barfuß versuchen.

Effect / experience

Ob Menschen Freude finden an der Fußerfahrung ist keine Frage des Alters, sondern es hängt von der inneren Offenheit und Neugier ab, die sowohl bei Kindern als auch bei Jugendlichen, jungen und älteren Erwachsenen ausgeprägt oder verschüttet sein kann.

Wenn die Mitarbeitenden selbst Freude am Thema und an der Wahrnehmungserfahrung zeigen, kann der Funke leichter überspringen. - Gehbehinderte Menschen brauchen Helfende, die sie an der Hand oder am Arm nehmen.

 

Rückmeldungen der Teilnehmenden und Mitarbeitenden

In der Regel lassen sich die Gottesdienstbesucher gerne auf diese Erfahrungen ein, wenn sie neuere Gottesdienstformen bereits kennen. Sie erzählen, dass ihnen diese Art der Besinnung gut getan hat. Die Fußerfahrung führt bei vielen Menschen zu sensibler Achtsamkeit, die sie in ihre spirituelle Haltung aufnehmen können.

 

Tipps für Nachahmer/innen

Weitere Detail- und Hintergrundinformationen zu diesem Gottesdienst finden Sie in:

  • Elisabeth Buck, "Gott wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann". Ein Familiengottesdienst am Schuljahrsende - zu Fuß, in: Praxis Gemeindepädagogik 1/2010, 46-49.

Auf diesem Text basieren auch die Informationen obiger Projektbeschreibung.

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