Radfahrerkirche Hörden

Author
a geistreich member
Created at: 2010-05-19
Last major update at: 2014-05-07
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Arbeit mit Touristen und Kurseelsorge
Institutions
Evangelische Lukasgemeinde / Radfahrerkirche Hörden in Gaggenau
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: Auf Dauer
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5 votes
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Radfahrerkirche Hörden

Abstract

An einem wichtigen Radwanderweg gelegen, bietet die Radfahrerkirche Vorbeiradelnden einen Ort der Stille. Außerdem gibt es ein sportlich-kulturell-spirituelles Programm (Touren, Gottesdienste, Lesungen...) und für das Fahrrad eine Service-Station

Situation / context

Die Kirche ist an einem regional bekannten und hoch frequentierten Radwanderweg gelegen.

Goals

Es handelt sich um ein "zielgruppenorientiertes Passantenpastoral", das speziell auf die Bedürfnisse Rad fahrender Touristen ausgerichtet ist.

An einem regional bekannten und hoch frequentierten Radwanderweg gelegen, bietet die Radfahrerkirche Vorbeiradelnden täglich von 9 bis 18 Uhr einen Ort der Stille. Außerdem gibt es ein sportlich-kulturell-spirituelles Jahresprogramm (Touren, Gottesdienste, Lesungen...) und für das Fahrrad eine Service-Station.

Reflection / background

Das Projekt "Radfahrerkirche" entstand, als die kleine evangelische Kirche in Hörden ihr 50-jähriges Jubiläum zu feiern hatte. Pfarrer und Kirchenälteste dachten über mögliche Ressourcen der Kirche nach und entdeckten ihre Lage direkt am Radwanderweg "Tour de Murg". Da der Breitensport "Radwandern" und der Radsport ein Thema der Region sind, entschied die Gemeindeleitung, das Projekt anzugehen. Eingebunden in die Entscheidung war der Ältestenkreis (Gemeindeleitung) der Lukasgemeinde. Bei möglichen Partnern (Stadtverwaltung, Ortsverwaltung, Arbeitskreis Tourismus) und Sponsoren (Radsportgeschäfte, örtliche Betriebe) wurde das Interesse vorab geklärt.

General information on realization

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Preparation

Überlegungen wurden angestellt, welche Angebote eine "Offene Kirche" mit spezifischer Zielgruppe vorhalten müsse. Es wurde mit verschiedenen Institutionen Kontakte geknüpft und Sponsoren gesucht (ein Radsportgeschäft sponserte z.B. die technische Ausstattung der Fahrrad-Service-Station). Dann folgte eine kurze Phase der Umsetzung und im Juli 2006 die "Einweihung" - mit sehr großem, öffentlichen Interesse.

 

Materialien

Flyer, Jahresprogramm, Internetauftritt, Flickzeug, Luftpumpe, Werkzeug, touristische Informationen aus der Region, wechselnde Verteilschriften, meditative Mitte, Gästebuch, Gebetsmauer, Gemeindebrief "theophil", die jeweils aktuelle Predigt in Kopie.

 

Kosten

Etwa 3000 Euro pro Jahr, je nach Angebot im Jahresprogramm und Ausbau des Angebotes in der Kirche.

Realization

Für die tägliche Öffnung von Mai bis Oktober, täglich von 9 bis 18 Uhr, sorgt ein kleines Team, das morgens auf-, abends die Kirche abschließt. Flickzeug, eine Luftpumpe, touristische Infos im Vorraum der Kirche sind ebenso zu finden wie Gebetswand, Gästebuch, meditative Mitte im Altarraum.
Das Jahresprogramm wird  (meist)  vom Pfarrer erarbeitet, vom Team der Radfahrerkirche beschlossen und dann vor allem von einem Team von Ehrenamtlichen begleitet und durchgeführt. Zum Jahresprogramm gehören u.a.

  • organisierte Radtouren
  • Besuch freier örtlicher Heimatmuseen mit abschließendem ökumenischen Gottesdienst  in und vor der Radfahrerkirche
  • "Tour des Eglises" zur Radfahrerkirche Möhringen
  • Anradeln mit Konfirmanden und deren Eltern/ Familien

Die Radfahrerkirche ist förderndes Mitglied im ADFC und veröffentlicht ihre Angebote in dessen regionalem Veranstaltungskalender. Öffentlichkeitsarbeit und Kontakte zu Sponsoren und Partnern (z.B. Arbeitskreis Tourismus der Stadt Gaggenau) werden hauptsächlich vom Pfarramt aus getätigt. Für besondere Veranstaltungen (Benefiz-Biking) finden sich Projekt-Teams, oft unter Beteiligung Jugendlicher und junger Erwachsener. Das Radfahrerkirchen-Team und die Gemeindeleitung stehen in engem Austausch und sind um das Gespräch mit Nutzern des Angebotes bemüht, um flexibel reagieren zu können.

Wrap up & follow-up actions

Nach Veranstaltungen Rückfrage im Team, nach Saisonende Bilanzierung und Feedback durch Gemeindeleitung und Team.

Effect / experience

Die Radfahrerkirche wird ausgesprochen gut angenommen. Etwa 800 Menschen pro Saison besuchen sie und nutzen das Angebot auf verschiedene Weise. Sie hat eine große regionale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf das Gemeindeleben hat sich die Radfahrerkirche in verschiedener Hinsicht ausgewirkt:
Die Kirchengemeinde Gaggenau hat in der Öffentlichkeit einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht und war in Presse und Rundfunk präsent. In den Teams konnten Menschen in das Gemeindeleben eingebunden werden, deren Hauptinteresse im sportlichen Bereich liegt.
Gemeinde erlebt "offene und öffentliche Kirche" - beim Radler-Café oder im "Gottesdienst für Radler und andere Christen" begegnen Gemeindeglieder anderen Menschen aus dem Sympathisantenkreis um Kirche und Glaube, die sie sonst eher nicht treffen. Gemeindeglieder nehmen wahr, dass eine Kirche für mehr gut ist als allein für den Sonntagsgottesdienst - für den aber gut bleibt.
Nicht verschwiegen sei, dass es anfänglich mit Menschen, die Furcht hatten, "ihre Kirche" an "Außenstehende" zu verlieren, Auseinandersetzungen gab - was zu fruchtbaren Gesprächen über das Gemeindekonzept, die Bedeutung des Kirchenraumes und die Öffnung von Kirche und Gemeinde führte. Diese Gespräche endeten aber mit Einverständnis und Klärungen.

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