Schatzsuche - Gaben und Fähigkeiten in der Gemeinde entdecken

Author
a geistreich member
Created at: 2011-11-23
Last major update at: 2011-11-23
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mitgliederbindung, Gemeindeaufbau, Freiwilligendienste
Institutions
St. Alexandri-Gemeinde in Einbeck
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 3 Jahre
Execution: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Schatzsuche

Abstract

Eine Kirchengemeinde befragt die Gemeindeglieder nach ihren Interessen, Fähigkeiten und Freizeitgestaltung. Darauf aufbauend werden Menschen, die selten oder nie die Kirche besuchen und sich in den bisherigen Gruppen nicht wiederfinden, ins Gemeindeleben gezielt eingebunden.

Situation / context

Die Gemeinde hat viele Schätze, die nur darauf warten, gefunden zu werden: Menschen, die außerordentliche Fähigkeiten oder Talente haben und diese gerne sinnbringend nutzen möchten. Oft weiß man aber nicht von diesen schlummernden Schätzen, daher fragen wir jetzt gezielt nach. Aber auch Menschen, die nach eigenen Angaben "nichts besonderes können oder wissen" sind uns lieb und teuer. Wir freuen uns über jeden, der helfen, planen, Wissen vermitteln oder einfach nur mitmachen möchte.

Goals

Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten in das Gemeindeleben einbinden.

Reflection / background

Die aktuelle Situation: Während die Anforderungen an diejenigen steigen, die Kirche organisieren und leiten, sinken gleichzeitig die Kirchensteuermittel.

Um die erhöhte Vielfalt der Angebote realisieren zu können, muss sich die Kirche einerseits zunehmend unabhängig finanzieren, andererseits stärker das ehrenamtliche Engagement fördern. Letzteres ist eine Chance, Schritte für mehr Eigenverantwortung vor Gott und der Welt einzuüben.

General information on realization

---

Preparation

Der Kirchenvorstand beauftragt einen kleinen Arbeitskreis mit Initiierung und Steuerung des Projekts.

Realization

1. Vorgehen im Projekt Schatzsuche  

  • Phase 1: Das Projekt wird entwickelt; auf kleiner Basis werden erste Erfahrungen gesammelt und ausgewertet.
  • Phase 2: Menschen und Talente werden auf breiter Basis, ihre Daten werden strukturiert gespeichert.
  • Phase 3: Beziehungen werden aufgebaut und gepflegt, Ehrenamtliche bzw. Teilnehmer werden in die Lage versetzt, Aktivitäten durchzuführen Welche??. Diese können dauerhafte, sporadische oder gar nur einmalige Aktionen sein, die das Gemeindeleben bereichern.
  • Phase 4: Der Prozess, der sich in Phasen 2 und 3 manifestiert, ist so verstetigt, dass er ohne aufwändige aktive Betreuung dauerhaft abläuft.

2. Kontrolle und Prüfung

  • Phase 1 - Test: Das Projekt ist bis März 2006 getestet worden; auf kleiner Basis wurden erste Erfahrungen mit einer Erhebung gesammelt und ausgewertet.
  • Phase 2 - Mitgliederbefragung: Von 2006 bis November 2008 wurde eine Befragung der Gemeindemitglieder durchgeführt. Telefonisch oder im direkten Kontakt wurden Gemeindeglieder nach ihren Interessen, Fähigkeiten und ihrer Freizeitgestaltung befragt. Es wurde verabredet, ob sie diese bei Bedarf in die Gemeinde einbringen würden, ob sie an Einladungen zu entsprechenden Veranstaltungen interessiert sind und ob sie ggf. bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Ergebnisse der Befragung wurden gespeichert und eine Talent- und Interessensdatei angelegt. Sie umfasst bislang 600 Kontakte.
  • Phase 3 - Verknüpfung: Ab April/Mai 2007 wurden Talente und Interessen der Teilnehmer mit den Möglichkeiten der Gemeinde verknüpft. Die Projektkraft hat im Stile eines Freiwilligenkoordinators Verbindungen zwischen Gemeindegliedern und Gemeinde hergestellt. Die Kraft führt intensive Gespräche mit Gemeindegliedern, die Lust und Liebe für ein Engagement zu erkennen geben. Die Neubildung von Aktivitäten wird aktiv gefördert, einzelne Gruppen werden am Anfang auch begleitet. Aktivitäten werden in das Gemeindeleben integriert. Ein Veranstaltungskalender wird erstellt und Weiterbildung organisiert. Die Talentdatei wird weiter ausgebaut. Die Ziele wurden quantifiziert, (1.000 Kontakte, 100 neu Angesprochene und Mitmachende, 10 neue Angebote) erreicht und übertroffen.
  • Phase 4 - (Nicht erreicht) Verselbständigung: Am Ende des Projektes im Frühjahr/Sommer 2009 sollten Datenerhebung und Erfassung in festen Bahnen laufen, idealerweise werden diese Aufgaben ganz oder zum Teil durch Ehrenamtliche übernommen werden. Dies Ziel ist nicht erreicht, weil die Begleitung von Ehrenamtlichen erhebliche Kräfte erfordert, die dem Pfarramt nicht zur Verfügung stehen. Die Suche nach Kümmerern braucht mehr Zeit und Aufwand als gedacht. Schriftliche Ansprache ist nur bedingt erfolgreich und wird zunehmend durch persönliche Ansprache ersetzt. Erste positive Ansätze von Verselbständigung gibt es ("Münstheater", "Münster fährt Rad", Bastelangebote). Der Projektcharakter der Aktionen macht aber eine weitere Begleitung erforderlich.


Das Projekt ist zeitlich begrenzt. Nach einer anfänglichen Befristung auf zwei Jahre läuft es jetzt für fünf Jahre. Pro Woche fallen ca. 7 Stunden an, phasenweise kann es mehr werden, je nachdem, wie Projekte begleitet werden.

Die Personalkosten belaufen sich auf ca. 6.500 € jährlich, plus Kosten für "mehr Leben" in der Gemeinde (Porto, Heizung, etc.), plus evtl. Honorarkosten (Leiter von Workshops, Theaterpädagogen o.ä.).

 

Links / Homepage


www.muenstergemeinde.de



 

Wrap up & follow-up actions

Intensiv wird nach Ehrenamtlichen gesucht, die Teilverantwortung für einzelne Projekte übernehmen. Versuch, die Stelle einer Ehrenamtlichenkoordinatorin zu finanzieren.

Effect / experience

Über 500 Menschen befinden sich im Dezember 2010 in der Datenbank-Datei. Diese können für Projekte gezielt angesprochen werden.

Wir können Tanzbegeisterte zum Tanzworkshop einladen oder Backfreudige um einen Kuchen für das Gemeindefest bitten. Wir bringen Bastelgenies mit Leuten zusammen, die ihre Fertigkeiten erproben oder verbessern wollen. Nebenbei lernt die Schatzsucherin auf den Bastelabenden Damen kennen, die bei der Ferienbetreuung helfen können oder ansprechbar sind, wenn die Gemeinde einen Verkaufsstand besetzten möchte.

Die Teilnehmer des Projektes sind eine gute Mischung aus Kirchennahen und Kirchenfernen. Letztere werden aber durch die Aktionen der Schatzsuche oft mehrfach angesprochen, so dass sie sich heimischer in der Gemeinde fühlen und auch an den schon vorhandenen Angeboten teilnehmen. Einbindung und Vernetzung sind die beiden Ziele, die die Schatzsucherin vorrangig hat.

 

Einige eher kirchenferne Gemeindeglieder besuchen nur einzelne Abende und sind hinterher nicht mehr motivierbar.

Viele finden sich aber in den Angeboten der Schatzsuche wieder und freuen sich auf Folgetermine.

Menschen blühen auf, weil sie Kenntnisse weitergeben können und Wertschätzung erfahren. Andere erleben, dass ihre Hilfe wichtig ist.

Bei der Schatzsuche kann man Neues lernen oder erleben.

Eine besonders schöne Rückmeldung kam von einer Frau, die aus beruflichen Gründen wegziehen musste: Vor der Schatzsuche habe sie keinen Zugang zur Münstergemeinde finden können. Sie hätte die Aktiven der Gemeinde als eine Art Clique erlebt, in die es schwer wäre hineinzukommen. Durch die Schatzsuche wären diese Strukturen soweit gelockert worden, dass sie ihr Plätzchen gefunden und sich sehr wohl gefühlt hätte.

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