Süße Versuchung und letzte Mahlzeit

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a geistreich member
Created at: 2011-11-30
Last major update at: 2011-12-01
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Film, Alternative Gottesdienste
Institutions
Ev.-luth. Kirchengemeinde Mariendrebber in Drebber
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Marienkirche in Mariendrebber

Abstract

Die Kirchengemeinde Mariendrebber bei Diepholz veranstaltet viermal jährlich einen Filmgottesdienst. Zwei Beispiele finden Sie hier - mit Gottesdienstablauf und Predigt.

Situation / context

Wir sind eine Flächengemeinde im ländlichen Raum mit einem großen Einzugsgebiet bei den besonderen Gottesdiensten.

Goals

Die Filmgottesdienste sind der Versuch, ein modernes Medium aus der Alltagswelt mit der biblischen Botschaft in Beziehung zu setzen.

Reflection / background

Durch die Filmgottesdienste werden vor allem junge Menschen und Filminteressierte mit geringer Gemeindebindung angesprochen.

General information on realization

Eine angemessene technische Ausstattung (Laptop, Beamer, Großleinwand, Mischpult und entsprechende Boxen) ist unbedingt notwendig.

Auch muss gewährleistet sein, dass die Kirche abgedunkelt werden kann.

Und vor jeglicher Planung nicht vergessen, die Vorführrechte einzuholen!!!

Preparation

Die meiste Arbeit macht es, den Film anzuschauen und die einzelnen Szenen schriftlich festzuhalten. Nur so kann man später entscheiden, welche Sequenzen die Gemeinde im Gottesdienst sehen soll.

Es braucht eine Person, welche die einzelnen Filmsequenzen gottesdienstgerecht schneidet.

Realization

„Chocolat“ - Filmgottesdienst

 

Orgel- oder Klaviervorspiel


Begrüßung/Einführung ins Thema

Herzlich willkommen und einen guten Abend. Ich freue mich, dass ihr am Ende eines hoffentlich schönen Tages in die Kirche gekommen seid, um miteinander Gottesdienst zu feiern. Ich lade euch ein: Schaut euch mal um, und seht wer noch alles da ist. Begrüßt euch gegenseitig. Wünscht euch einen guten Abend und einen gesegneten Gottesdienst. (Gemeinde begrüßt sich)

Heute ist wieder Filmgottesdienst angesagt und ein süßer noch dazu. So ist es jedenfalls in der GLOCKE und in der Zeitung angekündigt. Geht es heute Abend doch um Schokolade, um zarte Versuchungen und ums Fasten. Schließlich ist Fastenzeit, auch wenn viele das nicht mehr wissen oder es sie nicht interessiert.

Es geht um das manchmal so strenge und enge Leben, das sich verändern kann. Und es geht um Jesus Christus. Nicht um seine Meinung zu Schokolade, sondern darum, was er für uns Menschen getan hat. Ihn bitten wir in unsere Mitte, wenn wir nun zusammen singen und beten, schauen und auf sein Wort hören.

 

Lied   L 18,1-3 „Komm in unsre Mitte ...“ 


Eingangsgebet (nach: dg S. 198 mitte/ S. 237 oben) m. Kyrie und Gloria-Gesang


Lesung

Wie Jesus das enge und einsame Leben eines Menschen verändern kann, das erzählt der Evangelist Lukas im 19. Kapitel seines Evangeliums: Lukas 19,1-10  m. Halleluja-Gesang


Einleitung in den Film

Und nun zu Vianne und ihrer Tochter Anouk, die in einer stürmischen Winternacht des Jahres 1959 in das kleine französische Städtchen Lansquenet-sous-Tannes kommen. Einem Ort, an dem die Zeit seit Jahrhunderten stehen geblieben zu sein scheint.

 

1.Filmszene: V. und A. kommen ins Dorf, richten den Laden her und werden von Comte

                     de Reynaud besucht (11 3/4 min.)

 

Überleitung

Comte de Reynaud als oberstem Sittenwächter missfällt Viannes Treiben. Aber Vianne hat ein magisches Gespür für die Sehnsüchte und Träume der Menschen und weiß immer die richtige Schokolade für sie. So kommen die ersten Neugierigen. Doch

andere, wie die spröde Caroline sind reserviert.

 

2.Filmszene: Versch. Menschen kommen in den Laden und probieren. (10 1/2 min.)

 

Überleitung

Vianne erzählt Anouk die Geschichte ihrer Eltern. Unter dem Einfluss von Viannes Köstlichkeiten verändern sich die Menschen. Die alte Armande kann endlich über ihre Sorgen reden. Und die von ihrem Mann gedemütigte Kleptomanin Jose phine findet ein neues Leben. - Der Comte sieht in Vianne eine große Gefahr. - Als dann noch Flussvagabunden auftauchen und die alte Armande Vianne bittet, zu ihrem 70. Geburtstag ein Fest auszurichten, spitzt sich die Lage zu.

 

3.Filmszene: V. erzählt A. J. sucht Zuflucht. Fest bei A. und am Fluss (12 1/2 min.)

 

Überleitung

Der Comte zerschneidet vor Wut die Kleider seiner Frau, die ihn verlassen hat. Jos. Mann zündet eines der Boote an. Anouk entkommt mit knap per Not. Und in der Nacht nach dem Fest stirbt Armande. Auch Roux, der Flusspirat, in den Vianne sich verliebt hat, geht. Obwohl sogar Carolines Leben sich verändert, scheint für Vianne alles umsonst. Zu allem Überfluss weht auch der Nordwind wieder und ruft Vianne.

 

4.Filmszene: C. repariert L.s Fahrrad. V. packt A. will nicht mit. Die anderen arbeiten in der Küche (8 min.)

 

Predigt - „Christus hat uns erlöst“

Wisst ihr, das ist für mich eine der schönsten und eindrücklichsten Szenen des ganzen Films: Wie Josephine nicht den Kopf in den Sand steckt als Vianne fort will. Wie sie sagt: „Wenn du weg gehst wird alles wieder so sein wie es immer war.“ Und wie sie dann nach einer kleinen Pause hinzu fügt: „Aber für mich nicht!“

Und wie die verblüffte Vianne dann mit offenem Mund und großen Augen in der Tür zur Küche steht, in der so viele Menschen damit beschäftigt sind, aus Kakao und anderen erlesenen Zuta-ten die herrlichsten Schokoladen und Pralinen herzustellen - auch ohne Vianne und ihre Erfahrung.

Nicht die Toleranz gegenüber anderen, Fremden, oder die Versuchungen des Lebens sind für mich das Thema des Films. Nicht das Plädoyer für mehr Sinnlichkeit und auch nicht, dass man sich die schönen Dinge des Lebens nicht vorenthalten soll. Das alles mag auch in dem Film stecken. Aber im Tiefsten geht es um etwas anderes, Größeres: um Befreiung und Erlösung.

Um die Befreiung und Erlösung ganz unterschiedlicher Menschen, die alle auf ihre Art in ihren Lebensentwürfen gefangen und gefesselt sind. Ob die alte Armande, die verbittert und vereinsamt lebt und keine Freude mehr am Leben hat oder das Ehepaar Marceau, deren Ehe fade und langweilig geworden ist.

Ob Monsieur Blerot, der in unerfüllter Liebe zur seit 1917 trauernden Witwe dahinschmachtet oder Josephine, die nicht nur unter ihrem brutalen Mann leidet, sondern auch unter dem Gefühl, nichts wert zu sein. Und auch Caroline, die unterkühlte, überbesorgte Mutter von Luc - alle sind sie in ihrem Leben gefangen.

„Denn“, so sagt die Erzählerin gleich am Anfang des Films, „Die Menschen glaubten an Ruhe. Und die Gemeinschaft hielt sich streng an ihre Gewohnheiten.“ Und außerdem: Im Dorf benimmt man sich nicht daneben. Ja, so ist das Leben, und alleine kommt niemand von ihnen da heraus - bis Vianne auftaucht.

Für jede und jeden ihrer Kundinnen und Kunden findet sie genau die richtigen Pralinen, die et was in ihnen öffnen, die sie langsam und behutsam aus ihrem engen, alten Leben erlösen. Vielleicht haltet ihr es für zu weit hergeholt, aber für mich hat die Nomadin Vianne ein wenig von Jesus Christus.

Auch er zog durch das Land. Auch er befreite die Menschen aus ihrem engen Leben. Auch er erlöste sie aus Verhältnissen, in denen sie gefangen waren und sich selber nicht befreien konnten. Den Zöllner Zachäus z.B., der andere betrog und völlig vereinsamt lebte. Jesus lud sich bei ihm ein und verwandelte ihn.

Den blinden Bartimäus, der am Leben nicht mehr teilnehmen konnte. Jesus schenkte ihm nicht nur das Augenlicht, sondern auch seine Freundschaft. Oder die Ehebrecherin. Indem Jesus ihr verzieh, half er ihr, mit den Fehlern ihres Leben leben und noch einmal ganz neu anfangen zu können.

Deshalb nannten seine Freundinnen und Freunde ihn den Erlöser. Und Paulus fragt die Christen in Galatien: „Warum schenkt Gott euch seinen Geist und lässt Wunder bei euch geschehen? Weil ihr das getan habt, was man von euch erwartet oder weil ihr von Christus gehört habt und an ihn glaubt?

Schon der Prophet Habakuk sagt: >Nur wer Gott vertraut wird leben.< Die Gesetze des Alltags fragen nicht nach dem Glauben. Hier gilt: >Nur wer erfüllt, was man von ihm erwartet, wird leben. Von dem Fluch dieses Gesetzes hat uns Christus erlöst. Als er am Kreuz starb .......“ So schreibt Paulus.

Denn so hat er es selber erlebt. Er, der erfolgreiche Schriftgelehrte und größte Christenhasser und -verfolger Saulus, der tut, was man von ihm erwartet, der vor Gott ein tadelloses, perfektes Leben leben will, damit Gott ihn auch wirklich liebt - dieser Saulus begegnet Christus, der ihn aus seinem Wahn erlöst.

Paulus, wie er sich nun nennt, ändert sein Leben radikal und wird zum eifrigsten Verkünder des Evangeliums. Ja, Paulus weiß wovon er redet wenn er Jesus Christus als Erlöser bezeichnet. Denn jeder Mensch, das wusste Paulus so gut wie Jesus, jede und jeder braucht Erlösung. Niemand lebt so befreit und mit den Möglichkeiten, die Gott in ihn hinein gelegt hat.

Erlösen kann man sich nicht selber. Das muss jemand anders machen. Jesus Christus oder, wie in dem Film, Vianne. Aber ist Christus ein Schokoladenfachmann? Bekomme ich Erlösung durch ihn, indem ich eine leckere Praline esse? Natürlich nicht. Paulus sagt: „Nur wer Gott vertraut und glaubt wird leben.“

Darum also geht es, um den Glauben und das Vertrauen, dass Christus mich erlösen, daß er mein manchmal so enges und gesetzliches Leben aufbre chen kann. Aufbrechen für Gott, für andere Menschen und für mich selber. So erlöst sieht mein Leben anders aus, ganz anders. So erlöst möchte ich leben.

 

Überleitung

Für viele in Lansquenet-sous-Tannes fing, dank Vianne, ein erlöstes Leben an. Nur Comte de Reynaud und Vianne selber warteten immer noch darauf. Aber niemand kann sich selber erlösen.

 

5.Filmszene: R. zerstört Laden. H. predigt frohe Osterbotschaft. Schokoladenfest

                     V. zerstreut Asche der Mutter. Roux kommt zurück. (ca. 10 min.)

 

Schlussbemerkung

„Die Gemeinde verspürte an diesem Tag ein Gefühl des Lebens“, sagt die Erzählerin nach der Osterpredigt von Pere Henri. Und beim anschließenden Schokoladenfest heißt es: „Sogar der Comte de Reynaud fühlte sich auf seltsame Weise er löst.“ Und das wünsche ich mir und euch allen auch.

Dass wir in dieser Gemeinde auch das Leben spüren. Weil wir daran glauben und darauf vertrauen, was Paulus schreibt: „Von dem Fluch dieses Gesetzes hat uns Christus erlöst. Als er am Kreuz starb ...“ Wie gut ein solches erlöstes Leben „schmecken“ kann, dafür sollen die Pralinen, die jetzt einige Konfis verteilen, ein Zeichen sein.

 

Lied   L 35/36,1-3 „Wie ein Fest nach langer Trauer“

 

Ansagen


Lied   L 57,1-4 „Herr, deine Liebe“

 

Vater unser / Segen / Klaviernachspiel

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Effect / experience

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