Notruf Mirjam

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a geistreich member
Created at: 2011-12-14
Last major update at: 2011-12-14
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Beratungsstellen
Institutions
Landesverein für Innere Mission in Hannover
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: no information
Execution: dauerhaft
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Mirjam

Abstract

Zentrales Angebot des Hilfsangebotes für Schwangere und Eltern von Neugeborenen ist der 24 Stunden Notruf. Nach einer Erstberatung werden die Anrufenden an weitere Einrichtungen des Netzwerks vermittelt.

Situation / context

Das „Netzwerk Mirjam“ war 2001 von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und dem Diakonischen Werk unter der Schirmherrschaft von Margot Käßmann ins Leben gerufen worden, nachdem binnen kurzer Zeit in mehreren deutschen Städten Neugeborene vor Kliniken, Arztpraxen und Kirchen ausgesetzt worden waren. Damals entstanden die ersten sogenannten Babyklappen, in denen verzweifelte Mütter ihr Neugeborenes anonym abgeben können.

Goals

Schwangere nicht allein zu lassen und niedrigschwellig Hilfe anzubieten.

Reflection / background

Innovativ und reformerisch ist die Idee des Netzwerks, das eine Frau, Eltern und ein Kind in jeder Lebenssituation auffängt. Dabei ist es einmalig, dass sich die verschiedenen Einrichtungen vertraglich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen haben.

General information on realization

Der Name „Mirjam“ erinnert an die biblische Geschichte von Mose. Seine Schwester

Mirjam vermittelte Moses Adoptivmutter seine leibliche Mutter als Amme und sorgte so dafür, dass diese den Kontakt zu ihrem Kind halten konnte. (2. Mose 2, 7)

Preparation

Eine ev.  Familien-Beratungsstelle, eine Wohnunterkunft für Frauen, eine Adoptionsvermittlungsstelle  und eine Babyklappe in einem ev. Krankenhaus haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen.

Realization

Das zentrale Angebot des Notruf Mirjam ist der kostenlose 24-Stunden-Notruf. Die Hotline ist die erste Kontaktaufnahme-Möglichkeit für Schwangere und Mütter in Not. Ehrenamtliche

Mitarbeiterinnen übernehmen die Notruf-Dienste und sorgen für die Erstberatung. Im Bedarfsfall vermitteln die Beraterinnen an die verschiedenen Hilfeangebote des Netzwerks. Die Trägerschaft des Angebotes sowie die Verantwortung für die Koordination des Notruf Mirjam liegen beim Landesverein für Innere Mission. Eine Sozialpädagogin organisiert den Notruf und koordiniert die Aufgaben des Netzwerkes. Sie ist zugleich Ansprechpartnerin für die  Hilfe suchenden Frauen und begleitet sie.

Wrap up & follow-up actions

Zehn Jahren nach der Gründung des Netzwerks "Mirjam" für Schwangere in Not in

Hannover wollen die Initiatoren auch an anderen Orten in Niedersachsen vergleichbare Hilfsangebote ins Leben rufen. Konkrete Pläne gibt es bereits in ERmden.

Effect / experience

Es hat sich herausgestellt: Je früher in ihrer Schwangerschaft sich Frauen bei uns melden, umso nachhaltiger können wir Hilfe leisten. Wer buchstäblich von allen verlassen ist, kann nicht klar denken, sondern braucht Zuwendung und Hilfe. Unsere Hilfe geht oft bis in den Kreißsaal hinein und hört auch nach der Geburt nicht auf. Es ist offensichtlich die Wahrnehmung: - ich bin nicht allein, es gibt jemanden, der mir hilft, meine Gedanken und Probleme zu ordnen, ich werde nicht untergehen, es wird sich ein Weg finden -, die Frauen Mut macht, ein Leben mit ihrem Kind zu wagen oder es bewusst in andere Hände zu geben.

 

Einige Beispiele:

  • Eine junge Frau gibt ihr Kind ins Babykörbchen des Friederikenstiftes. Kurze Zeit später wendet sie sich an eine Mitarbeiterin des 24-Stunden-Notrufes und äußert den Wunsch, ihr Kind zurück haben zu wollen. Mittlerweile lebt das Kind wieder bei ihr. Sie bekommt familiäre und fachkompetente Unterstützung.
  • Eine nicht verheiratete, alleinziehende Mutter eines Sohnes wird zum zweiten Mal schwanger. Der Kontakt zur Adoptionsvermittlungsstelle entsteht über die Internetberatung des Ev. Beratungszentrums in Hannover. Da sie sich aus persönlichen und wirtschaftlichen Gründen nicht in der Lage sieht, für ein weiteres Kind zu sorgen, entscheidet sie sich für eine Adoptionsfreigabe. Der Kontakt zur Mutter besteht bis heute. Sie erkundigt sich regelmäßig nach ihrem Kind und erhält von der Adoptivfamilie Fotos des Kindes und Briefe, die den Entwicklungsstand des Kindes beschreiben.
  • Eine 19jährige schwangere Schülerin wendet sich an das Netzwerk. Sie muss ihre Schwangerschaft verheimlichen und lebt bis zur Entbindung im Birkenhof. Nach der Geburt entscheidet sie sich für ihr Kind. Ihre Eltern wissen mittlerweile von ihrer Entscheidung und unterstützen sie.

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