Gott erleben, Glauben einüben und Gemeinschaft erfahren

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a geistreich member
Created at: 2011-12-20
Last major update at: 2011-12-20
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Konfirmation (Konfirmationsjubiläum), Konfirmandenarbeit, Gemeindeaufbau, Jugendgottesdienst
Institutions
Evangelische Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 2 - 3 Jahre
Execution: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Konfigruppe

Abstract

Eine Konfizeit über drei Jahre, jeden Sonntag ein eigener Gottesdienst nur für Konfirmanden, eine enge Vernetzung mit Familien- und Jugendarbeit und als Höhepunkt ein neuntägiges Konfiseminar: nachhaltige, begeisternde und zeitgemäße Konfiarbeit ist möglich!

Situation / context

Die Ev. Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel ist eine normale landeskirchliche Gemeinde am Rand des Rhein-Main-Gebietes mit überwiegend mittelständischer Bevölkerung, vielen Pendlern nach Frankfurt vor allem im Bankengewerbe und einer relative hohen Bevölkerungsfluktuation. Die Gemeinde in der Vilbeler Kernstadt ist wenig christlich geprägt und eher leicht überaltert.

Die Arbeit der Kirchengemeinde war bis zu den 90er Jahren traditionell und diakonisch ausgerichtet und erlebt in den letzten beiden Jahrzehnten viele Veränderungen und Aufbrüche: Als Beteiligungsgemeinde mit dem Engagement vieler Ehrenamtlicher, mit zielgruppenorientierten Gottesdiensten und Veranstaltungen (zB. "Kirche anders", Vater-Kind-Wochenenden, Familien-Skifreizeiten, umfassende Kinder-, Jugend- und Musikarbeit) und einer auf geistlicher Erfahrung, Erlebnis und Gemeinschaft aufgebauten vielfältigen Arbeit in Gottesdiensten, Kreisen und Freizeiten.

Goals

Durch erfahrungsbezogene Konfirmandenarbeit mit vielfältigen innovativen Bausteinen die ganze Gemeinde verändern.

Reflection / background

Glaube und Gottvertrauen lernt man nicht, sondern übt es ein, wenn man sich darauf einlässt. Dazu wollen wir jugend- und zeitgemäße Rahmenbedingungen schaffen und die Konfiarbeit vielfältig in Gemeinde und Kirche vernetzen.

General information on realization

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Preparation

Die Veränderung des gesamten Konfi-Konzeptes lief über mehrere Jahre und wird punktuell auch weitergeführt. Voraussetzung ist, dass eine nachhaltige und erfahrungsorientierte Konfiarbeit mit dem hohen personellen Einsatz gewollt und entwickelt wird.

Grundziele unseres Konzepts:

  • Wir möchten, dass Jugendliche mit Gott und Kirche gute Erfahrungen machen!
  • Die Konfirmandenzeit ist kein „Muss“ – alle sind aus freien Stücken dabei!
  • Wir möchten gemeinsam mit den Jugendlichen unterwegs sein.
  • Glaube und Vertrauen kann man nicht lernen, aber erfahren, wenn man sich darauf einlässt.

Realization

Elemente des Konzepts:

  • Vorkonfirmandenzeit (6. Schuljahr – im Regelfall): (Erste) Erfahrungen mit Kirche und ihren Vertretern, Erfahrung von Vielfalt in unserer Gemeinde und in der Bibel; Motto: „Ich mache mich auf (m)einen Weg mit Gott!“
  • Zwischenzeit (7. Schuljahr): Teilnahme an freiwilligen Angeboten der Jugendarbeit; Motto: „Kirche macht Spaß!“, dazu drei Konfibausteine (Bibel, Gottesdienst und Gebet/Meditation)
  • Hauptkonfirmandenzeit (8. Schuljahr): Wöchentlicher Unterricht im Wechsel mit Pflichtwahlkursen;  oder: neuntägiges Konfiseminar in den Osterferien;  Vorstellungsgottesdienst und Konfirmation im Mai, Motto: Was können Gott und Glaube für mich bedeuten? Wie kann ich als Christ/in leben?
  • Kern für etwa 90% der Konfirmanden im Hauptkonfijahr ist das Osterseminar mit einer hohen Intensität im Miteinander, an geistlichen Erfahrungen und Reflexion von Glaube und Christsein. Das Konfiseminar wird gemeinsam mit der Nachbargemeinde durchgeführt.
  • begleitend regelmäßige Gottesdienstbesuche im wöchentlichen Konfirmandengottesdienst "JAC" (Jesus alive Club) parallel zum Gemeindegottesdienst und in anderen Gottesdiensten der Gemeinde. Einmal jährlich Taufgottesdienst für nicht getaufte Konfirmanden in der Nidda (kleiner Fluss in Bad Vilbel)
  • begleitende sechs Elternabende zu den wichtigsten Themen der Konfiarbeit (Abendmahl, Gebet, Bibel u.a.) und zur Organisation und zum Austausch mit den Eltern. Einbeziehung der Eltern in ausgewählte Programmteile. Gezielte Einladung zu Gottesdiensten, Freizeiten, Veranstaltungen.
  • Am Ende der Konfizeit: Intensives gemeinsames Überlegen, wie es teilnehmend oder mitarbeitend weitergehen kann. Hierzu gibt es vielfältige Angebote der Gemeinde und individuelle Gespräche.

Das Gesamtkonzept ist sowohl für die beteiligten Hauptamtlichen wie für die ehrenamtlichen Jugendmitarbeiter/innen sehr aufwändig; insbesondere die Kurzseminare und das neuntägige Osterseminar bringen einen sehr hohen persönlichen Zeitaufwand mit sich.

Neben rund 20 ehrenamtlichen Jugendmitarbeiter/innen sind zwei Gemeindepfarrer/innen, eine Gemeindepädagogin und ein vollständig vom Förderverein der Kirchengemeinde finanzierter Gemeindereferent in die Konfirmandenarbeit involviert.

Die Arbeitsmaterialien für die Bausteine des Konzepts wurden weitgehend den konzeptionellen Rahmenbedingungen angepasst und selbst erarbeitet. Hierbei werden unterschiedliche Methoden zugrunde gelegt, immer mit einem alltags-/lebensorientierten und erfahrungsbezogenen und geistliche profilierten Ziel.

Die Teilnehmer übernehmen die eigenen Kosten für die Konfizeit, besonders für die kurzen und das lange Seminar. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass persönliche Zuschüsse gezahlt werden können. Dies wird auch regelmäßig auf vertraulicher Basis in Anspruch genommen und von den diakonischen Gemeindemitteln finanziert. Darüber hinausgehende Haushaltsmittel werden nicht eingesetzt, wohl aber die Arbeitskapapzität der Hauptamtlichen sowie die Nutzung aller Büromöglichkeiten.

Wrap up & follow-up actions

Das Gesamtkonzept wird kontinuierlich evaluiert und weiterentwickelt. So wurde im vergangenen Jahr eingeführt, dass alle Konfirmanden drei Einheiten "Schnuppermitarbeit" absolvieren sollen, um einen Eindruck vom Charakter einer Beteiligungsgemeinde zu erhalten; hierzu werden diverse sehr unterschiedliche Angebote gemacht.

Da an vielen Stellen ehrenamtliche Jugendmitarbeiter/innen (ab 16 Jahre bei den Vorkonfirmanden, ab 18 Jahre bei den Hauptkonfirmanden) vollverantwortlich in den Team mitarbeiten, werden die gemeinsam durchgeführten Elemente und Seminare zusammen nachbereitet.

Viele Rückmeldungen aus anderen Gemeinden bei der Vorstellung dieses Konzepts geben weiterführende Anregungen.

Effect / experience

Wir erleben, dass sich regelmäßig aus umliegenden Gemeinden Familien gezielt zu diesem Konfimodell anmelden. Da gleichzeitig andere sich wegen dieses auwändigen Konzepts in Nachbargemeinden hin orientieren, führt dies nicht zu nachbarschaftlichen Verwerfungen.

Über die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen sind nach ihrer Konfirmation teilnehmend oder mitarbeitend regelmäßig oder wiederholt sporadisch in der Gemeinde präsent.

Aufgrund des sehr guten Rufes des Gesamtkonzepts als auch in besonderer Weise des Osterseminars wird die Konfizeit in der Christuskirchengemeinde vielfach als etwas Besonderes eingeschätzt und gewürdigt.

Auch wenn es regelmäßig einzelne kritische Stimmen zum Gesamtkonzept (Umfang, Dauer, Intensität, Kompliziertheit) gibt, wird kontinuierlich der hohe Einsatz gewürdigt und der gute, authentische und sehr persönliche Umgang mit den Jugendlichen. Immer wieder äußern vor allem nach dem Osterseminar Eltern ihre positive Verwunderung über die Begeisterung und Entwicklung ihrer Kinder.

Seitens der jugendlichen Mitarbeitenden wird positiv hervorgehoben, dass sie auch als ehrenamtliche Jugendmitarbeiter/innen gleichberechtigte Teammitglieder sind und das gesamte Konzept so miteinander gestaltet wird.

Es lohnt sich, in der Gemeinde einen sehr deutlichen Schwerpunkt auf einer zeitgemäßen, glaubensorientierten und erlebnisreichen Konfiarbeit zu legen und dafür auch ganz neue Wege zu gehen und innovative Ideen umzusetzen! Dies aber braucht viel konzeptionelle Arbeit, herangeführte ehrenamtliche Jugendmitarbeiter/innen (und/oder Eltern) und einen Kirchenvorstand, der dazu bereit ist!

Adopted and refined

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