Vom missionarischen Gästegottesdienst zu einer gastlichen Gemeinde

Author
2 Geistreich-members
Created at: 2011-12-20
Last major update at: 2014-01-13
Languages
Deutsch (Original, currently shown)
In section
Mitgliederbindung, Gemeindeaufbau, Glaubenskurse und Hauskreisarbeit, Gottesdienstbausteine, Mission
Institutions
Ev. Kirchspiel Holzhausen in Immenhausen
Keywords
Target audiences
Practitioners
Information
Preparation: Ca. 3 - 4 Monate
Execution: Ein auf Dauer angelegtes Projekt
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Gruppenfoto

Abstract

Dreimal im Jahr 400 Gottesdienstbesucher im örtlichen Bürgerhaus, 10 Kreativteams, Familien-, Glaubenskurs- und Hauskreisarbeit, Angebote für alle Altersstufen - und alles im Rahmen einer missionarischen Gesamtkonzeption: „Wachsen gegen den Trend“ ist auch im ländlichen Raum möglich.

Situation / context

Das Kirchspiel Holzhausen im ländlichen Raum.

Goals

Ein profiliertes Gemeindekonzept schafft Bewusstsein, für was Kirche im Ort steht, und eröffnet gabenorientiert Beteiligungsmöglichkeiten, die das A und O für Wachstum nach außen und innen sind.

Reflection / background

---

General information on realization

Gastliche und einladende Gemeinde? Im Kirchspiel Holzhausen stand diese Frage auf einer Kirchenvorstandsfreizeit auf der Tagesordnung. Wen erreichen wir? Wen wollen wir noch erreichen? Was macht Kirche einladend?

Preparation

Baustein 1:

Am zentralen Punkt, dem Gottesdienst, wurde angesetzt: seit 1999 werden alle Gottesdienste thematisch vorangekündigt. Und: Ein besonderer Gästegottesdienst „G plus-Gottesdienst und mehr“ konzipiert. Mit Theater und Band, Kreuzverhör und Interviews, themenspezifischer Dekoration und Moderation, Büchertisch und Catering gingen zunächst 12 Ehrenamtliche mit dem Pfarrer auf Suche nach Mitstreitern, entdeckten Begabungen und wagten den Schritt aus der Kirche ins Bürgerhaus. Seit nunmehr zehn Jahren bilden drei Vorbereitungstreffen im inzwischen ca. 50 Personen starken Gesamtteam, Einzeltreffen in den zehn Kreativteams und ein kleines „Gemeindewochenende“ je rund um die drei „G plus-Sonntage“ im Jahr das regelmäßige Procedere, in dem nicht nur gearbeitet, sondern Glaube erlebbar wird. Freizeiten flankieren die Gemeinschaftserlebnisse.

 

Baustein 2:

Aus den „Kreuzverhör“-Erfahrungen mit oft sehr grundsätzlich von den Besuchern formulierten Fragen, ergab sich die Idee, den Glaubensgrundkurs „G weiter“ zu entwickeln.

 

Baustein 3:

Aus den dort je nach dem Impuls angebotenen Gesprächsgruppen erwuchsen in der Folge Hauskreise.

 

Bausteine 4-5:

Aus dem zunächst „nach außen“ gerichteten Wunsch, dass Neues wachse, ist „nach innen“ Gemeinde nicht minder aufgeblüht und „gastlich“ geworden. Neu erreichte Menschen erfordern auch ein Angebot, wie und wo man sich in der Gemeinde verorten kann

 

Baustein 6:

Diesen Prozess hat das Leitungsgremium Kirchenvorstand über mehrere Jahre reflektiert und in eine Gesamtkonzeption der Gemeindearbeit einfließen lassen. Für alle Altersstufen und in alle Gemeindebereiche hinein sind Visionen, Leitsätze und Ziele handlungsleitend.

Realization

Baustein 1:

Die Gästegottesdienste „G plus“ werden dreimal im Jahr von 19.00 Uhr bis 20.30 Uhr im örtlichen Bürgerhaus angeboten. Sie beginnen bereits am Eingang und im Treppenhaus bzw. Foyer mit thematisch passender Begrüßung und (oft interaktiver) Dekoration. Eine Band holt mit aktueller weltlicher Musik ins Thema ab. Moderation und Interview vertiefen, ein Theaterstück veranschaulicht, Impuls und Kreuzverhör geben Gedankenfutter und Möglichkeit zur Nachfrage, geistliche Musik und Gebetszeit Raum zur eigenen Antwort. Über das abschließende Bistro werden Kontakte geknüpft und Menschen zur Mitwirkung bzw. zu weiteren Angeboten eingeladen.

 

Baustein 2:

Mit „G weiter“ und „Expedition zum Ich“ werden im Zwei-Jahresrhythmus eigene Kompaktkurse angeboten, die Erwachsene zu grundlegenden Glaubensfragen ins Gespräch bringen. Mit dem Aufbau „Imbiss-Impuls-Kleingruppengespräche-geistliche Schlussrunde“ und einem Abschlussgottesdienst mit Raum zur persönlichen Ertragssicherung bieten Pfarrer und Ehrenamtliche eine zeitlich überschaubare Möglichkeit zum (Wieder-) Einstieg in Glaubensfragen.

 

Baustein 3:

Hauskreise laden ein, die hier gesammelten Erfahrungen kontinuierlich zu pflegen und zu vertiefen.

 

Baustein 4:

Zweimonatlich führt der „Brennpunkt Bibel“ die Hauskreise und weitere Interessierte zusammen und bietet eine Kontakt- und Anlaufstelle für „Neu“ und „Alt“.

Über komplett thematisch vorangekündigte Gottesdienste soll zum sonntägliche Zentralpunkt der Gemeindearbeit hingeführt werden.

 

Baustein 5:

Da eigenes Engagement stärkster Motor für eine Identifikation mit Glaube und Kirche ist, soll Menschen in der Gemeinde ihr Ort zur Mitarbeit eröffnet werden. Dazu gibt es neben Gruppenangeboten für jede Altersstufe und Schulungen auch Möglichkeiten im Förderkreis, -verein oder in einer Stiftung.

 

Baustein 6:

Gemeinde wirkt über ihre Grenzen hinaus, z.B. Ehrenamtliche als Multiplikatoren für Gottesdienst- und Glaubenskurskonzepte. Nebeneffekt: Das eigene missionarische Konzept wird dabei je neu durchdacht und reflektiert.

Wrap up & follow-up actions

Baustein 1:

Jeder Gästegottesdienst wird per Fragebogen und mit einer Teambesprechung ausgewertet. Dabei gibt es jeweils ein ganz offenes „Brainstorming“ für den nächsten „G plus“. Das Konzept wird zudem bei regelmäßigen Impulstagen und durch die Referententätigkeit der Teamer in Predigerseminarkursen, Pfarrerfortbildungen etc. der Kritik und damit eigenen Reflexion ausgesetzt. „G plus“ bleibt projekt- und prozesshaftes Arbeiten im Team.

 

Baustein 2:

Die Glaubenskurse werden auf ihr Ziel, Sprachfähigkeit im Glauben zu vermitteln und in der Gemeinde zu beheimaten, hin nachbesprochen. Die für den Gemeindeaufbau so wichtige Beziehungsarbeit wird ins Bewußtsein gerufen und für die Einbindung der Besucher in das Gemeindeleben fruchtbar gemacht.

 

Baustein 3:

Die Haukreisarbeit bleibt mit „Brennpunkt Bibel“ an das ganze der Gemeinde angebunden und findet hier eine Plattform, eigene Fragstellungen „von außen“ und mit anderen zu vertiefen.

 

Baustein 4:

Im „Brennpunkt Bibel“ wird nachbesprochen, welche Themen für weitere Abende „auf der Straße liegen“ und Menschen des Ortes ansprechen könnten.

 

Baustein 5:

Die vielen Mitarbeiterteams versuchen, die Gaben nachrückender Gemeindeglieder einzubinden und so „Mission durch Wertschätzung“ zu vermitteln.

 

Baustein 6:

Das Gemeindeganze und -konzept wird regelmäßig vom Kirchenvorstand für die einzelnen Bereiche der Gemeindearbeit in den Blick genommen. Die formulierten Ziele und Etappen werden kritisch und gelassen auf ihre „Erfolge“ hin befragt. Das Bewußtsein für die Visionen, die „Bilder von der Zukunft, die Begeisterung auslösen“, wird wachgehalten. Kirchenvorstandsarbeit versteht sich darin (neben der sicher notwendigen Gemeindeverwaltung) als geistliche Leitungsverantwortung für Gemeindeaufbau.

 

Publikationen

  • Zu 30 Gästegottesdiensten kann Material über die Kirchengemeinde Holzhausen bezogen werden (Predigt, Moderation, Theater etc. - gegen Unkostenbeitrag);
  • "G weiter"-Glaubenskurs: Konzeptmappe mit Impulsen ebenfalls über die Kirchengemeinde erhältlich (gegen Unkostenbeitrag);
  • "Gesamtkonzeption Gemeindearbeit"; ebenfalls über die Kirchengemeinde erhältlich.

 

Kosten entstehen für:

Gästegottesdienst: ca. 750 € pro Gottesdienst (spendengedeckt)

Glaubenskurs: ca. 30.- € pro Abend (spendengedeckt)

Gesamtkonzeptionserstellung: zwei KV-Wochenenden

 

Literatur:

Wilfried Härle u.a., "Wachsen gegen den Trend",  Leipzig 2008

Effect / experience

Die Konzeption von Gemeindearbeit setzt auf einen Stamm im Glauben sprachfähiger Mitarbeiter. Sie ist voraussetzungslos und zunächst gerade auf "kirchenferne" Menschen ausgerichtet, die sie versucht, in Glauben und Gemeinde zu beheimaten. Wer einen Schritt nach außen wagt, wird das nicht können, ohne die Bereitschaft zu Veränderung, Erweiterung und Öffnung von Gemeinde nach innen.

Die Kirchengemeinde Holzhausen hat für ihre profilierte Arbeit durchweg positive Ressonanz erfahren: von Teilnehmenden als auch von den Medien (z.B.: Hessenfernsehen) oder etwa durch Aufnahme in die EKD-geförderte Publikation "Wachsen gegen den Trend".

Klein und mutig mit einer Vision in einem Bereich von Gemeindearbeit beginnen: Der Gottesdienst bietet sich dafür als Aushängeschild an! Und dann Räume für diejenigen und mit denjenigen eröffnen und erobern, die sich ansprechen lassen. Je mehr Einbindung desto mehr Bindung, Identifikation und Auseinandersetzung mit dem Glauben.

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